Blau ist cool

Blaue Rosen, blaue Lippen, blauer Wein – Spaß muss sein. Rot erhitzt und Blau kühlt ab. Warum ist das so? Stimmt es denn auch?

Mal sehen …

Bildquelle: havefun/ https://www.frage-antwort-storytelling.de/


Mutter Natur hat es so gemacht

Der Mensch hat drei Farbsinn-Zellen. Rot, Grün und Blau bilden die Grundfarben, die unser Gehirn am besten unterscheiden kann.  

Damit ist die Wichtigkeit von Blau geklärt. Rot warnt vor Hitze. Blau kühlt ab. Und Grün zeigt Essbares an. Der Urmensch konnte farblich überleben und uns als Nachkommen erzeugen.

Das Leben ist ein Auf und Ab. Der Biorhythmus stellt sich darauf ein. Die Lehren des Yoga werden in ihren Wirkungen oft als Förderung der Harmonie in pur bezeichnet. Chakras stellen im Yoga gedachte Energiezentren im menschlichen Körper dar - in unserem westlichen Verständnis stehen sie möglicherweise für die Hauptdrüsen.

Diesen Chakras sind u.a. Farben zugeordnet. Und Blau steht für Bewusstsein, in gewissem Sinne für Klarheit. Klarheit, kühler Kopf. Das passt ein Stück weit zu unseren europäischen Vorstellungen.

Was sagt die moderne Wissenschaft?

Es gibt eine riesige Anzahl von Forschungen zu diesem Thema. Einige Forscher haben herausgefunden, dass Blau eine sehr beliebte Farbe bei uns im Westen ist. Zur Begründung gibt es ein weites Feld von Meinungen - vom genetischen Code bis zu kulturell anerzogenem Verhalten.

Ebenso viele wissenschaftliche Meinungen gibt es zum „color conditioning“, also zu den Wirkungen von Farben auf menschliches Verhalten und Wohlbefinden.

Möglicherweise existieren geografisch verbreitete Vorlieben („Der Osten ist Rot“). Bevorzugte Farben wären dann kulturell prädestiniert. Andere Untersuchungen meinen dann wieder, dies müsse nicht so sein - ganz im Gegenteil. Die Vorliebe für Farben entwickle jedes Individuum selbst. Demnach kann jeder Mensch seine eigene „Farbe bekennen“. 

Diese Betrachtungsweise hat gute Argumente, die für sie sprechen. Farbe wird in Fachartikeln nicht schlichtweg als solche, sondern als Farbreiz bezeichnet. Farbe reizt also, sie hat eine Wirkung auf den Menschen. Da jeder Mensch ein einzigartiges Nervensystem entwickelt hat, wirken Farbereize entsprechend unterschiedlich auf das Individuum.

Wenn eine Person den Wunsch hat, Harmonie zu erfahren, dann sie sich mit den entsprechenden Farben umgeben, die ihr dieses Gefühl von Ausgeglichenheit vermittelt. Die  Bettwäsche, die Kleidung, das Kaffeedeckchen – der Einzelne kann sein Umfeld so einrichten, dass es ihn in die gewünschte Stimmung bringt.

Östliche Empfehlungen

Im Ayurveda gibt es etwas Ähnliches. Diese noble Wissenschaft birgt in sich ein ausgleichendes Grundverständnis. Sie definiert Krankheit als Ungleichgewicht. Wenn ein Mensch sehr aufgeregt ist, also sogenannten Pitta-Überschuss in sich trägt, dann soll er diese Unausgeglichenheit u.a. durch die Farbwahl in seiner Umgebung harmonisieren (*).

Interessant erscheint die Sage von der indischen Gottheit mit einem blauen Hals.  Sie hat das Gift der Welt aufgesogen (Abkühlung des glühenden Erdballs?) und somit die Welt bewohnbar gemacht hat.  

Ausgleich tut gut

Harmonie bedeutet das Zusammenfügen von Gegensätzen. Unter diesem Gesichtspunkt kann die Beschäftigung mit der Farbe Blau für den Einzelnen vorteilhaft sein. Allein das Wissen, dass er mit einem komplementären Farbton in seiner Umgebung die angeregten Auswirkungen seines Biorhythmus dämpfen kann, ist ein unschätzbarer Zugewinn.

Wie sagt man? Keep cool.


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