Brezel, Christstollen und Stutenkerl

Weihnachtsbräuche und Adventsessen


Back-Kunst

Wer hat die Brezel erfunden? Warum isst man Brezel zum Advent?

Gerade zur Weihnachtszeit erinnern sich die Menschen wieder daran, dass Sitten und Gebräuche wichtig sind, denn sie halten die Familien zusammen. Tannenbaum und Zimtsterne sind uns gut bekannt. Aber was hat die Brezel mit Weihnachten zu tun?
Es geht um das Advents Essen. Christstollen und Stutenkerl gehören ebenfalls in diese Kategorie. Das ist interessant. Damit hat man ein schönes und neues Thema zu Weihnachten. Folgen Sie dem Autor auf einer kleinen Kulturreise rund um ein besonderes Gebäck.

Ein Brezel wird aus einem Teigstrang hergestellt. Der Becker schlingt dazu ein Teigstück. Dann rollt er es an beiden Enden immer schmaler, bis es aussieht wie eine Maus mit zwei Schwänzen, aber ohne Kopf. Schließlich dreht der Teigkünstler die beiden Enden nach innen, dabei einmal um sich herum, und befestigt das Ganze an den nach geschwungenen Innenseiten.

Das ganze Schauspiel wird auf mehreren Youtube Videos gezeigt. Es kann einen Großstädter schon erstaunen, vor allem, weil man solche Handwerkskunst als Asphalt-Cowboy überhaupt nicht mehr mitbekommt.



Updates

Juli 2018. Dem Christstollen auf der Spur.

März 2018. Was ist ein Donut?

Die Texte zu den Updates finden Sie am Ende des Artikels.



Brezel und Weihnachten

Zur Weihnachtszeit erwartet der moderne Mensch oft keine besonderen neuen Einsichten in Sitten und Gebräuche der Vorväter. Umso aufmerksamer wird der Zeitgenosse, wenn plötzlich eine Allegorie vom Konsumgut „Brezel“ beim Bäcker oder Supermarkt mit dem Fest auftritt, die neu erscheint.

Diese sinnbildliche Herleitung kann nun überzeugen oder auch nicht. Historiker sind der Sache dann auch weiter nachgegangen. Dabei stießen sie auf ein altgermanisches Sonnenzeichen, das vielleicht den Wunsch nach dem kommenden Frühling darstellen konnte. Die Kirchenväter haben jedoch flugs dieses heidnische Symbol verboten – und so kamen schlaue Mönche gegebenenfalls auf die heute bekannte Brezelform. 

Die Brezelform als altgermanisches Sonnenzeichen?
Die Brezelform als altgermanisches Sonnenzeichen?


Ein spezieller Wortschatz

Jetzt haben Sie schon drei interessante Ausdrücke im Zusammenhang mit dem Brezel erfahren. Diese sind:

  • Der Teigstrang als Grundlage für die Brezelform
  • Das „Schlingen“ im Herstellungsprozess und
  • Den Gebrauch als Devotionalie in Form der scheinbar gekreuzten Arme.

Der letzte Ausdruck führt zur etymologischen Herkunft des Wortes „Brezel“. Er leitet sich aus dem lateinischen Wort bracchus her, und dies bedeutet im Deutschen: der Arm. Möglicherweise sollten verschlungenen Arme bei der Herstellung wortmalerisch dargestellt werden.

Es treten aber noch mehr interessante Wortbildungen hervor. Bei der Brezel handelt es sich um ein sogenanntes Gebildbrot (*). In diesem Ausdruck ist das Wort Bild oder Form enthalten. Und tatsächlich haben unsere Vorfahren eine enorme Kreativität in der Formgebung unseres täglichen Brotes bewiesen. Zum Typs Gebildbrot gehören nämlich:

  • die Brezel
  • der bekannte (Hefe-)Zopf
  • der Stutenkerl und 
  • die beliebten Lebkuchenherzen.

Damit ist der Text wieder an seinem Ausgangspunkt angelangt - nämlich bei den Sitten und Gebräuchen zum Weihnachtsfest.
Die Brezel kann als eine sonderbare Abart des weihnachtlichen Gebäcks erscheinen. Eine Spitzenstellung zu Weihnachten nimmt sicherlich der Christstollen ein. Auch er gehört zu den Gebildbroten. Und damit schließt sich der Kreis in diesem Thema.

Updates finden Sie weiter unten >

Der Christstollen ist auch ein "Gebildebrot".
Der Christstollen ist auch ein "Gebildebrot".


(*) Textquellen:

Wikipedia/ Brezel, /Fastenspeise, /Gebildbrot 

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Update März 2018. Was ist ein Donut?

Ein Donut ist die amerikanische Ausführung eines Krapfens. Als Krapfen bezeichnet man ein Siedegebäck mit einem Loch in der Mitte. Der altdeutsche Wortstamm von Krapfen bedeutet so viel wie „an einem Loch zum Trocknen aufhängen“ (*).

Donut und Krapfen werden aus Hefeteig oder aus Rührteig hergestellt. Der Ausdruck Siedegebäck bedeutet, dass die Formen in Fett ausgebacken werden. Der Donut wird in der Regel mit verschiedenen Formen von Schokolade- oder Zuckerglasuren überzogen oder gefüllt. Donut sind in Europa erst seit etwa zwanzig Jahren bekannt. Der Krapfen wird bei uns seit mehr als 1000 Jahren gebacken.

Der Berliner Ballen ist ebenfalls ein Krapfen, allerdings ohne ein Loch in der Mitte. Weitere Bezeichnungen für das Gebäck lauten Kreppel oder Kräppel und auch Schmalzkringel.

 

 (*) Textquellen: Wikipedia/ Donut, /Krapfen


Update Juli 2018. Dem Christstollen auf der Spur.

Der Begriff Stollen findet sich meistens im Bergbau. Der Christstollen soll eine ähnliche Wortbedeutung, nämlich „Stütze“ haben (*).

Er wird, wie die Brezel, aus Teig hergestellt. Das verführerische Element des Christstollens rührt von der Verwendung von Marzipan und ähnlichen Süßigkeiten her.

Einen Stollen kann die Hausfrau das ganze Jahr über beim Bäcker kaufen. Tut sie dies in der Weihnachtszeit, dann handelt es sich um einen Christstollen. Das Ganze ist vor vielen hundert Jahren als ein prachtvoller Kuchen entstanden. Bischöfe, Feldherren und andere hochgestellte Persönlichkeiten der Vergangenheit sollen sich daran gelabt haben. Aus jener Zeit soll auch die Wortbedeutung Stollen als „pfostenförmiges Kuchen“ herrühren (*).

 

(*) Textquelle: Wikipedia/ Christstollen


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