Kommt eine neue Eiszeit auf uns zu?


Schönes Wetter scheint auf dem Planeten Erde normal zu sein. Kälteperioden bilden wohl die Ausnahme. Seit einiger Zeit erschrecken uns die Medien mit Nachrichten über eine mögliche „kleine“ Eiszeit, die naht. Andererseits wird es offenbar zu warm. Jetzt brechen ganze Eisflächen in der Arktis ab. Und genau wegen dieser Ereignisse soll uns jetzt eine Eiszeit drohen.
Widersprüchliche Meldungen können einen  Menschen verunsichern. Führt der Klimawandel zu einer Eiszeit in Europa? Muss man umziehen - alle Mann auf die Bahamas? Eine interessante Frage. Erfahren Sie erstaunliche Dinge über Eiszeiten, Eiszeitalter und deren Ursachen. 

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Unverhofft kommt oft - auch eine neue Eiszeitß

Qué sera – wie wird das Wetter morgen?

Alle reden vom Wetter. Es beschäftigt uns nun einmal sehr. Die Nachrichten über Regen oder Sonnenschein, Tiefstwerte und Tageshöchsttemperaturen bescheren den TV-Sendern und den Wetterseiten im Internet hohe Zuschauerzahlen und garantierte Klick-Quoten.

 

Das Wort Eiszeit lässt den Menschen schon erschauern.
Der korrekte Ausdruck lautet „Eiszeitalter“ (*), so belehrt ein Blick in das Lexikon. Diese Phasen kommen und gehen, und zwischen ihnen liegen Wärmeperioden. Die jetzige Periode ist zum Beispiel durch eine Warmzeit innerhalb einer Kaltzeit gekennzeichnet. 

Ist dies jetzt eine gute oder eine schlechte Nachricht für den Menschen? Spontan schließt sich eine weitere Frage an.
Und wenn es im Moment relativ warm auf der Erde ist, müssen wir uns dann davor fürchten, dass dieser angenehme Zustand in naher Zukunft zu Ende geht? Droht uns oder unseren Nachkommen eine apokalyptische Kälte?

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Wir leben aktuell in einer Warmzeit innerhalb einer Kaltzeit.


Was wissen wir genau?

Über das Phänomen der Eiszeitalter wissen wir nicht allzu viel. Dies geben offenbar auch Geologen zu (*).
Die Gründe für das relativ unscharfe Wissen liegen darin begründet, dass erste Eiszeitperioden sich schon vor zwei Milliarden Jahren auf der Erde ereignet haben. Die Rückverfolgung auf die damaligen Ursachen ist vom Datengerüst her verständlicherweise schwierig. Neuere Messergebnisse liegen „nur“ mehrere Millionen Jahre zurück. Daraus können Geologen und Klimaforscher theoretisch sinnvolle Rückschlüsse ziehen.
Die letzte Eiszeit hat vor zwei Millionen Jahren begonnen. In geologischen Zeiträumen ist dies ein Wimpernschlag. Entsprechend versuchen die Klimaforscher daraus allgemein gültige Ergebnisse für ihr Forschungsgebiet abzuleiten.

Was ist eine Eiszeit?

Mancher interessierte Leser könnte sich unter dem Begriff vorstellen, dass die gesamte Erde von einem dichten Eispanzer bedeckt ist. Geologen sehen dies anders. Für die Wissenschaft genügt es schon, wenn einer der beiden Pole vergletschert ist, wie es im entsprechenden Sprachgebrauch heißt (*).
Der Südpol ist seit 30 Millionen Jahren bereits unter Eis begraben. Demnach leben wir also seit diesem unglaublich lange Periode im Eiszeitalter.
Die genannte Ansicht hat auch Widersacher auf den Plan gerufen. Nach dem Verständnis der wissenschaftlichen Opposition bedeutet ein Eiszeitalter, dass in beiden Erdhälften weitgehende Vergletscherungen stattgefunden haben. Seit etwa zwei Millionen Jahren liegen nun beide Pole der Erdkugel unter Eis.
Der Laie ist erstaunt. Gemäß dieser Definition befinden wir uns also seit circa zwei Millionen Jahren in einer eiszeitlichen  Periode (*).

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Eine Eiszeit - symbolisch überzeichnet dargestellt.

Die Klimaforscher wollen bisher sieben Eiszeitalter auf der Erde gezählt haben. Zwischen diesen Abschnitten liegen die sogenannten Warmzeiten.

Was ist eine Warmzeit?

Zeitabschnitte mit durchschnittlich höheren Temperaturen als in den Kaltzeiten werden Warmzeiten genannt.

Der Begriff allein gibt dem interessierten Betrachter auf den ersten Blick keine sehr erschöpfende Auskunft. In Warmzeiten herrscht ein Klima auf dem Planeten, dass keine Vereisung der Polkappen ermöglicht. Und dies geschah bisher zu etwa achtzig Prozent der Erdgeschichte von etwa vier Milliarden Jahren. In den Warmperioden herrschte auf der Erde eine Durchschnittstemperatur von 25 Grad. In den Eiszeiten sank dieser Durchschnittswert weltweit auf 15 Grad ab.

Nun muss man noch einmal nachlesen. Die Erde ist etwa vier Milliarden Jahre alt. Über mehr als drei Milliarden Jahre waren die Polkappen der Erde nicht vereist. Es herrschte Warmklima. Dann ereigneten sich Abkühlungsperioden, in denen die Pole vergletscherten. Davon gab es sieben Perioden, die jeweils unterschiedlich über mehrere Millionen bis zu einigen hundert Millionen Jahre erstreckten.

 

Die Erde erlebt also ständig wiederkehrend Perioden von Warm- und Kaltklima Situationen, bei denen die Wärmeperioden allerdings eindeutig überwiegen.

Woran erkennen Geowissenschaftler die damaligen Vorgänge?

Drei Indizien helfen ihnen bei der Suche.
1. Geologische Formationen 2. die Flora 3. die Fauna.
Eiszeiten hinterlassen in den Erdschichten Spuren, die sich wesentlich von anderen geologischen Zeitaltern unterscheiden.

In geologischen Strukturen finden sich Streifen unterschiedlicher Dichte und Zusammensetzung. Geologische Prozesse haben vielfältige Spuren hinterlassen.

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Ein „Lesebuch“ für Geologen und Klimawissenschaftler.
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Auch eine Art von Storytelling. Fossilien erzählen ihre Geschichten.

 

Pflanzen und Tiere haben sich über Millionen von Jahren dem Klimawandel anpassen müssen. Aus Fossilien können Forscher heute zahlreiche Daten rekonstruieren, die eine Zuordnung auf erdgeschichtlichen Skalen erlauben. Orte wie die bekannte Grube Messel bei Darmstadt stellen dementsprechend eine wahre Fundgrube für die Forschung dar. Sedimentgesteine enthalten außerdem Reste von Pollen und von anderen Organismen. Aus dem Zahnschmelz von Lebewesen lassen sich Ernährungsgewohnheiten rekonstruieren.
Der Einfluss des wechselnden Klimas auf die Fauna/ Tierwelt lässt klare Zusammenhänge zwischen dem jeweiligen Erdzeitalter und der Pflanzenwelt erkennen.

Leben wir jetzt in einer Kalt- oder in einer Warmperiode?

Die Begriffe Kaltzeit und Warmzeit sind unscharf. Wir leben in einer sogenannten Zwischenkaltzeit (*). Es herrscht auf dem Planeten seit zwei Millionen Jahren ein Eiszeitalter. Dieses wird allerdings seit circa 12.000 Jahren von einer Warmzeit unterbrochen. Zu deren Beginn, also vor 12.000 Jahren, wird eine globale Sintflut verortet. Wir befinden uns nach Ansicht einiger Gelogen in einem nachsintflutlichen Abschnitt der Erdgeschichte (*). Diesen etwas umständlichen Ausdruck versucht die Wissenschaft durch den Begriff Neo-Warmzeit neu zu fassen.
Dem weniger sachkundigen Leser bleibt die vage Erkenntnis, woher der Ausdruck „nach mir die Sintflut“ stammen könnte.

Warum ist es zurzeit so warm auf der Erde? Und warum entstehen grundsätzlich diese Wechsel zwischen Wärme- und Kälteperioden?

O sole mio?

Man könnte meinen, dass eine geringere Sonnenintensität ein zeitweilig frostiges Klima auf der Erde verursachen müsste. Dem ist allerdings nicht allein so. Die Sonne spielt eine Rolle, ebenso Vulkanismus und planetarische Kräfte, die auf die Erdachse einwirken. Aber die Erde selbst verursacht zum weitaus größten Teil ihr jeweiliges Klima. Die Ursachen der Kontinentaldrift liefern die Erklärung. 

Pangäa und das Atlantis Rätsel am Südpol

Die Kontinente auf der Erde haben sich über Jahrmillionen immer wieder verschoben. Ein interessierter Bürger liest hin und wieder in seinem Leben vom Urkontinenten Pangäa. Dieser hat in der Vorstellung der Geologen in etwa folgendermaßen ausgesehen.

Auf dem Weg vom Urbild zum heutigen Bild hat die Erde vielfältige Korrekturen im Aussehen erfahren. Nicht alle Bewegungen der Erdkruste waren reine Schönheitsoperationen. Zwei Vorgänge haben unsere Kälte- und Wärmeperioden besonders stark beeinflusst. Der Südpol, die Antarktis, und die Bildung der jetzigen Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika.

So haben die Abspaltungen der heutigen Kontinente Australien und Afrika den Zustrom von warmen Meeresströmungen zur Antarktis weitgehend abgeschnitten (*). Der einstmals eisfreie Kontinent Antarctica vergletschert. Ähnliche Tendenzen haben zur Bildung der Eiskappen am Nordpol und zur Vereisung der Insel Grönland geführt. Dazu beigetragen haben die Aufwerfung der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika sowie der Einbruch der ehemaligen Verbindung zwischen Nordamerika und Asien im Bereich der Bering-See. Auch hier wurden im großen Stil Meeresströmungen umgeleitet mit entsprechenden Auswirkungen des Klimas in den betreffenden Regionen.

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Pangäa. Kontinentaldrift. Verbindungen werden abgeschnitten. Regionen vereisen oder tauen auf.

Zyklen bestimmen das Geschehen

Die Erde durchlebt ein ständiges klimatisches Auf und Ab. Wir werden, etwas humorvoll betrachtet, auf überschaubare Zeit weiterhin die jeweiligen saisonale Kleiderstücke zwischen dem Schlafzimmerschrank und den Schränken in der Mansarde hin- und hertragen.
Vom Gesichtspunkt der glazialen Forschung her gesehen hat die Menschheit vorerst keine tiefgreifende Frostperiode zu befürchten. Es kann eher das Gegenteil geschehen,  wenn wir durch technologische Eingriffe in die Umwelt einen Knick im langfristigen Klimaverlauf produzieren.
 

Warm oder kalt? Definitionssache.

Die Forscher selbst tun sich verständlicherweise bei dem Thema Eiszeitalter schwer. Der interessierte Bürger möchte eventuell dennoch verstehen, was vor sich geht  - in der Welt, in der wir leben.

 

Das Verständnis geht in diese Richtung: Meteorologisch gesehen leben Mensch und Tiere und Pflanzen in einer Zwischenkaltzeit Periode. Wir bekommen also so schnell keine neue Eiszeit, wir haben sie bereits. Allerdings ist es außerhalb der Polregionen für den Menschen erträglich warm. Und die Erderwärmung legt zwischendurch immer wieder eine Pause ein. Da soll sich ein Mensch noch auskennen. Eiszeit oder Warmzeit – anscheinend ist alles eine Frage der Definition.

Fazit. Für nachdenkliche Menschen bleibt ebenfalls eine Erkenntnis.
Die Sterne, Vulkane, die Plattentektonik bestimmen im Wesentlichen das langfristige Geschehen auf unserem Planeten. Unseren Beitrag zum Klimawandel versuchen wir zurzeit zu verstehen. Wir erscheinen ein Stück weit wie die „Gäste“, die staunend dem Geschehen zuschauen. Wir können uns den klimatischen Phasen entsprechend einrichten, und uns im Sinne der Evolution weiterentwickeln. Die Sterne verschieben und Vulkane bändigen können wir nicht. So betrachtet ist auch beim Thema „Eiszeit“ ein bisschen Demut nicht fehl am Platze.

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Den Text zum Thema "Sommer" finden Sie auf dieser Webseite unter: https://www.frage-antwort-storytelling.de/a-z/sommer-dauer/