Der Vater Rhein,  der Amazonas und der Old Man River

Die längsten Flüsse der Welt

Der Vater Rhein hat es gut. Er braucht nie aufzustehen. Obwohl - er fließt doch in die Nordsee. Eigentlich ist der Rhein ständig in Bewegung. Aber – das Liedgut soll seinen vertrauten Content behalten.
Der Amazonas hat es noch besser. Er kann richtig satt ausschlafen bei einer Länge von mehr als 6000 Kilometern.
Das Thema lautet: die längsten Flüsse der Welt. Welche Flüsse gehören noch zu den Top Ten? Und welche Geschichten gehören dazu? Flusskunde in fünf Leseminuten >>


Große Gewässer

Der Amazonas und der Nil führen die Liste der längsten Flüsse an. Für beide wurden über 6000 Kilometer an Länge gemessen. Daran schließen sich an der Jangtsekiang und der Mississippi. Den Mississippi kennt der Filmfreund aus zahlreichen US-Filmen. Der Jangtsekiang tritt dann schon seltener in den Blockbuster Listen auf.

Dahinter folgen eine ganze Reihe asiatischer Flüsse. Der Kongo befindet auf Platz Nummer Neun.

Jetzt scrollt der interessierte Geografie-Freund ein wenig die Wikipedia Liste durch auf der Suche nach europäischen Flüssen (*). Das dauert eine Weile. Schließlich tauchen der Ob und die Donau auf. Diese beiden Kandidaten liegen aber schon ziemlich weit hinter den Top Ten.

Der Ural und der Dnepr lassen die Vermutung aufkommen, dass Europa flächenmäßig relativ klein ist, jedenfalls wenn man diese Vermutung an der Länge der Flussläufe festmacht.

 

Tolle Namen tauchen auf. Der Name des Rio Madre de Dia könnte von Karl May stammen. 

Und da ist der Rhein. Er rangiert auf Platz 79 mit knapp 1300 Kilometern Gesamtlänge (*).


Eine Denkpause.

Was fängt der Leser nun mit diesem Wissen an? Am besten ist es, wenn man solche Informationen mit den persönlichen Interessen in Verbindung bringen kann.

Verkehrswege. Früher waren die Flüsse in allen Ländern wichtige Verbindungsstrecken zwischen den Siedlungen. Heute haben wir in Deutschland den größten Teil des Gütertransports auf die Fernstraßen verlegt.  Man kann noch nachsehen, welchen Anteil der Rhein am gesamten Transportvolumen in Deutschland hat. Das Ergebnis: Der Anteil des Güterverkehrs auf der Straße liegt bei über 70 Prozent. Es kommt noch der Schienenverkehr dazu. Dann bleibt für die Flüsse ein Anteil, der wesentlich unter dem des Straßenverkehrs liegt.

 

Trinkwasser. Der größte Anteil an Trinkwasser stammt aus dem Grundwasser.  Im Fachjargon wird der Anteil an Flusswasser ein „Trinkwasserdargebot“ genannt (*). Der Trinkwasseranteil aus den Flüssen (Oberwasser) scheint bei 1 Prozent der Gesamtmenge zu liegen. Man findet noch Angaben für die Gewinnung von Trinkwasser aus Talsperren und Seen. Diese machen etwa 10 Prozent der Gesamtmenge aus. Wenn diese Angaben richtig verstanden wurden, dann trägt der Vater Rhein weniger als 1 Prozent zum Trinkwasseraufkommen in Deutschland bei. 

Begradigung. Recht oft kann der Leser eine Meldung zum Thema Überflutung im Netz lesen. Die Begradigung der Flüsse wird als ein Argument für die Hochwasserschäden angeführt.
Früher gab es Rheinauen. Diese nahmen das überschüssige Wasser bei Flut auf. Die Siedlungen wurden vom Hochwasser mehr verschont. Diese Zonen sind offenbar weitgehend verschwunden. Den größten zusammenhängenden Auwald in Deutschland findet man anscheinend in der Umgebung von Leipzig. 

Eine Auenlandschaft.
Eine Auenlandschaft.

Der deutsche Strom – Gedanken, Fragen und Antworten

Was ist ein Strom? Ein großer Fluss mit mehr als 500 Kilometern Länge (*).
Was ist ein Bach? Ein kleines Fließgewässer, allerdings ohne genaue Definition.

Namensvergaben

  • Der stille Don steht auf Platz 45. Warum ist er so still? Ich finde keine Antwort. Es ist wohl ein literarischer Beiname.
  • Old Man River? Der Name stammt aus einem Musical der 1920er Jahre.
  • Amazonas. Der Name wird entweder auf Kriegerinnen zurückgeführt, die dort gesichtet wurden. Oder er stammt von einem indianischen Ausdruck für Gezeiten (*).
  • Der Rhein? Sein Namen geht möglicherweise auf einen altgermanischen Ausdruck zurück, der „fließen“ bedeutete.
  • Die Donau. Der „Zehn-Länder-Fluss“ könnte seinen Namen ebenfalls aus der  Bezeichnung von mehreren europäischen Sprachen für das Fließen zurückgehen. Ähnliches gilt für den Don und den Dnepr.  

Kultureller Aufstieg und Verfall. Die Ergebnisse zum Thema „Flüsse“ können einen Hobbyautor auch überraschen. Erst einmal stellt er wieder fest, dass er hier in Europa auf einer ziemlich kleinen Scholle lebt. In Europa gibt es in der Gegenwart wohlhabende Nationen. In anderen Regionen mit sehr großen Flüssen waren einst auch große Kulturen zuhause.
Demut tut gut. Vielleicht sollte mancher wirklich einmal Geld ansparen, und sich den Amazonas oder den Nil ansehen. Wer einen großen Strom gesehen hat, der denkt anders über die kleineren Flüsse. 

(*) Textquellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_l%C3%A4ngsten_Fl%C3%BCsse_der_Erde

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