Wer hat die Jukebox erfunden?

Jukebox for fun

Einige liebgewordene Dinge tauchen plötzlich wieder auf. Vinyl-Schallplatten zum Beispiel. Andere Renner der Vergangenheit landen scheinbar für immer und ewig im  Museum.
Ein Bild im Internet kann aufhorchen lassen. Die Jukebox – wann hat man zum letzten Mal so ein Ding gesehen, wenn überhaupt schon?

Welcher geniale Daniel Düsentrieb der Musikszene war auf diesen glorreichen Gedanken gekommen? Heute ist der Tag. Heute gehen wir den Spuren der Jukebox nach. Viel Spaß beim Lesen.


Und die Musik spielt dazu

Im Sprachgebrauch der Techniker handelt es sich bei der Jukebox um einen Musikautomaten. Ohne Moos nichts los. Der Benutzer muss eine oder mehrere Münzen einwerfen, damit das Gerät Töne von sich gibt. Daher wurden die ersten Vorläufer im Amerikanischen auch als „münzbetriebene Phonographen“ bezeichnet (*).

Der Ausdruck ernüchtert. Und in der Realität ging es dann auch in erster Linie um das Geldverdienen.

 

Die Urformen der Musikbox hatte eine Walze mit Stacheln, die an Metallstäben vorbei lief. Daraus entstand dann eine quäkende Tonfolge, die mit einiger Phantasie als Lied erkannt werden konnte. 

Um 1880 wurden diese ersten "Klangschreiber" auf den Markt gebracht. Nur wenige Jahre später schlug die Evolution zu. Das Klangerlebnis verbesserte sich rapide durch die Erfindung der Schellackplatte.


Mich laust die Laus

Oft gehört – nie nachgeschlagen. Schellack hört sich an wie schwarze Scheiben aus Uromas Plattenspieler. Und das sind sie auch. Aber die Story dahinter liest sich wie ein Abenteuerroman mit Indiana Jones als Erfinder.

Läuse futtern still vor sich hin und scheiden ein bestimmtes Harz aus. Schellack in seiner Urform ist Läuse-Kacke. Diese Tierchen sind in Indien in derart großer Zahl verbreitet, dass die alten Inder sie als laksa bezeichneten. „Laksa“ heißt übersetzt Hunderttausend. Es bedeutet eine große Anzahl (*).

Die Engländer brachten das Harz nach Europa, und die Amerikaner machten daraus die Schallplatte. 

Die Schallplatte in der Music-Box lief um eine bis zwei Minuten länger als die alte Walze und hatte zudem eine weit bessere Tonqualität zur Folge.

Schellack konnte sich aber nur rund 50 Jahre lang behaupten. Dann ruinierte die Erfindung des Vinyl die Geschäfte der Schellack Produzenten. Vinyl ist ein Kunstprodukt. Es ist billiger in der Herstellung und die Scheibe ist kaum kaputt zu kriegen. Vinyl gewann das Spiel um die Tonträger.

Das war um das Jahr 1930. Die Jukebox hatte ihr Goldenes Zeitalter in den Jahren von 1940 bis circa 1960. In Deutschland sorgten die Könige des Rock`n`Roll, Elvis Presley und Bill Haley, für die Verbreitung der Automaten in deutschen Gasthäusern.


Im Straßenkreuzer Design

Eine Musikbox ist nicht einfach ein viereckiger Kasten. Dank Cadillac und Co übernahmen die damaligen Designer die Wahrzeichen der Autoindustrie aus den 50er und 60er Jahren. Eine Jukebox aus dieser Ära besitzt blitzende Plastikecken, Heckflossen und eine gewölbte Glasscheibe wie Fulgors Weltraumhelm. 

 

Dann kamen die Musikkassetten Recorder und ähnliche Abspielgeräte der 80er Jahre auf. Schluss  war es mit der Jukebox. Die Diskjockeys besorgten den Rest. Die Musicbox kam in den Keller oder auf den Müllplatz.

Alle Boxen? Nein, ein gutes Teil der Retro-Automaten überlebte in den privaten Museen von Musikliebhabern jener Zeit. Mit dem Suchbegriff „jukebox collection“ kommen Sie zu Youtube Videos von Jukebox Sammlern. 


Jukebox Revival

Im Moment glänzt das Gold jener Zeiten wieder in den Kleinanzeigen im Internet. Der schiere Begriff „jukebox“ bringt auf Google satte 100 Millionen  Einträge. Sammlerstücke, Ersatzteile und jede Menge Schallplatten gibt es jetzt wieder zu kaufen.
To juke soll so viel wie "zur Musik tanzen" bedeuten (*). Have fun.

Textquellen:
Wikipedia/ Jukebox, /Schellack
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