Über den Jungbrunnen, die Freude und die Zufriedenheit im Leben.

Der Jungbrunnen befindet sich in uns selbst.
Japaner haben es herausgefunden.
Sie nennen es „Ikigai“.

 


Die Wissenschaft sorgt dafür, dass wir im Durchschnitt älter werden als unsere Vorfahren. Die Medizin kümmert sich um die Beseitigung von Krankheiten. Welche Rolle spielen wir selbst in diesem Zusammenhang?

Länger leben durch Zufriedenheit?

Man kennt bei uns die Erzählungen von den Menschen auf Okinawa. Sie sind demnach aktiv, glücklich und werden steinalt.
Aber es gibt wohl auch ein Anti-Aging Programm für Menschen, die nicht auf dieser japanischen Insel leben. Zufriedenheit soll ein langes Leben bringen. Dies wollen japanische Wissenschaftler herausgefunden haben.
Das will man wissen. Gönnen Sie sich fünf Leseminuten zu einem Thema, das uns alle eines Tages betrifft – Altern und Lebensglück.


Updates

Update Februar 2018. Der Jungbrunnen im Film

Update Januar 2018. Was ist ein Jungbrunnen?

Die Texte zu den Updates finden Sie weiter unten im Artikel.


Worum geht es bei "Ikigai"?

Ikigai heißt in der Übersetzung „Freude“ und auch „Lebensziel“ (*). Es geht also darum, dass der Mensch sich morgens nicht nur aufrafft, sondern dass er etwas gern tut.
Es stellen sich gleich zwei Fragen: 1) Was macht am meisten Spaß im (All)tag? Und 2) Was hat man davon?


Erinnern Sie sich an die Wiederholungen der Fernsehserie „Shogun“? In einer Szene wird der Missionar gefragt: „Wofür brennst du?“. Der Auftraggeber wollte die Motivation seines Gesandten erforschen, um ihn dementsprechend zu konditionieren.

 

Darin scheint das Geheimnis des Ikigai zu liegen. In der japanischen Kultur scheint es Menschen zu geben, die sich sehr intensiv mit ihrer (sozialen) Rolle identifizieren können.  Dieses Gefühl wird offenbar intensiv in der Gruppe ausgelebt. Man kennt das bei uns im Westen aus den Berichten über Bäder, die übervoll mit Menschen sind, und in denen sich die Japaner offenbar sehr wohl fühlen. 

Touristengruppen aus dem fernen Osten erscheinen ebenfalls immer sehr groß. Einen einzelnen Asiaten am Heidelberger Schloss zu finden ist eher schwierig.
Wir Europäer halten es augenscheinlich mehr mit der Individualität. Nach Ikigai-Sicht ist dies nicht unbedingt ein Garant für ein langes Leben. Wie kommen die Japaner zu dieser Ansicht? Kann man das beweisen?

come on everybody
come on everybody

Wissenschaftliche Untersuchungen zum langen „Ikigai“-Leben

Der Wikipedia Artikel über Ikigai (*) zitiert eine Langzeitstudie. Man hat über einen Zeitraum von vierzehn Jahren mehr als 40.000 Menschen beobachtet und in gewissen Abständen befragt. Es ging um die üblichen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Ernährungsgewohnheiten, sportlich Betätigung usw. Ein „unübliches“ Kriterium war die Frage nach der Einstellung des Probanden zu Ikigai.
Harte Arbeiter hatten nach dem zweiten Weltkrieg dem Land zu großem Wohlstand verholfen hatten. Die Wissenschaftler hatten nun festgestellt, dass Menschen ohne ihre Arbeit unglücklich wurden. Einige hatten ihren Lebensinhalt und ihre Freude am Tageswerk verloren – eben das, was eingangs als Ikigai beschrieben wurde. Diese Menschen starben früher – als andere.

Die „anderen“ Teilnehmer der untersuchten Langzeitgruppe hatten ihre grundsätzliche Einstellung zum Leben beibehalten. Sie hatte ihren Lebenssinn lediglich auf andere Bereiche verlagert. Malen, Basteln, Golfspielen, Reisen – eben das Übliche.

Und was hat es ihnen gebracht? Mehr Leben. Von denen, die ihr Lebensbild aufgegeben hatten, lebten am Ende der Studie noch 83%. Von den Ikigai Vertretern waren noch 95% am Leben (*).

Über den Zaun

Ikigai wird auch bezeichnet als „das Gefühl etwas zu haben, für das es sich lohnt, morgens aufzustehen“ (Original-Zitat aus Wikipedia/Ikigai (*). Der Jungbrunnen entspringt dann aus einem Gefühl des Individuums.

Manchmal lohnt es sich zu anderen Kulturen zu schauen.

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Ikigai. Andere Kulturen – andere Weltsichten
Ikigai. Andere Kulturen – andere Weltsichten


Textquelle:
Wikipedia/ Ikigai
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Was ist ein Jungbrunnen?

Die Lebensphilosophie des Ikigai stellt das eigene Denken und Tun in den Vordergrund. Der Begriff des Jungbrunnens ist eher mit einer passiven Haltung verbunden. Der Mensch steigt in ein Gewässer, und das "Lebenswasser" erneuert seine Zellen.

Die Vorstellung einer „Quelle des ewigen Lebens“ ist sehr alt (*). Französische Literatur aus dem Mittelalter soll auf den sogenannten Alexanderromanen aus dem Umfeld Alexander des Großen aufbauen (*). Sehr bekannt ist die Erzählung über den spanischen Eroberer Ponce de León. Er suchte jedoch vergeblich nach diesem Paradies. In Hollywood-Filmen nehmen die Piraten der Karibik und Indiana Jones dieses Thema auf.

Den sagenhaften Jungbrunnen hat bisher niemand gefunden. Im übertragenen Sinnen sind damit Umstände oder Mittel gemeint, die einen Menschen jünger aussehen lassen als er ist. In der aktuellen Lifestyle Diskussion wird der Begriff auch mit Anti-Aging Methoden in Verbindung gebracht.
In Bereich der Biotechnologie liest man von dem Unternehmen wie Calico Life (*). Dort werden Methoden zur Reduzierung des Alterungsprozesses erforscht. 

 

(*) Textquelle: Wikipedia/ Jungbrunnen, /Calico

Jeder Kurort hat seinen "Gesundbrunnen".
Jeder Kurort hat seinen "Gesundbrunnen".


Update Februar 2018. Der Jungbrunnen im Film

Das Thema „Jungbrunnen“ wurde auch in einem Science-Fiction-Film verwendet. Der Streifen „Cocoon“ aus dem Jahr 1985 zeigt die Bewohner eines Seniorenheimes, die im Swimmingpool eines Nachbargebäudes eine verjüngende Wirkung feststellen. Allerdings geht dort nicht alles mit rechten Dingen zu. Der Pool gehört nämlich einem der Nachfahren von Atlantis. Dort werden die Nachkommen des untergegangenen Kontinents wieder zum Leben erweckt. Die Senioren bekommen ihrerseits das Angebot der Aliens, auf einem Raumschiff ein ewiges Leben zu führen.

 

(*) Textquelle: Wikipedia/ Cocoon (Film)