Kybalion top secret

Über Geheimlehren und Pyramidentexte.

Wer versteht Esoterik?

Wenn der Durchschnittsbürger eine Buchbesprechung über Esoterik und Okkultismus liest, dann muss er jeden Satz zweimal lesen. Ist das Thema für Otto Normalverbraucher zu hoch?


Ein Labyrinth des Wissens

Das Bücherschnüffeln im Internet hat für den Bücherfreund unter anderem einen entscheidenden Pluspunkt. Dies ist die thematische Verknüpfung zu ähnlichen Buchtiteln aus dem gewählten Themengebiet. Liest ein Mensch einmal ein Buch über Yoga und ähnliche Gebiete, so merkt das Suchprogramm im Büchershop, dass die gewählten Themen etwas mit Bewusstsein zu tun haben. Und schwupp – kommen weitererTitel aus diesem Themenkreis zum Vorschein. Bei einem Titel wie „Kybalion“ muss der Normalmensch allerdings noch einmal verdutzt auf den Bildschirm schauen. Aber Wikipedia hilft ihm aus der humanistischen Bildungs-Sackgasse.
Folgen Sie einem neugierigen Menschen auf seinem Weg durch ein Labyrinth von Begriffen über Bewusstsein, ägyptischen Pyramiden und okkulte Geheimlehren. Nach fünf Minuten führt ein unsichtbarer Ariadnefaden Sie wieder in die real existierende Welt zurück …

Kybalion. Worum geht es?

Mancher hat den Ausdruck noch nie in seinem Leben gelesen. Wikipedia klärt auf. Kybalion ist der Titel eines Buches (*) . Esoteriker und Okkultisten lesen darin über sieben hermeneutische Prinzipien.
Will man das wissen? Aber jetzt ist man einmal beim Lesen, also kämpft man sicher tapfer durch.
Esoteriker sind eine Art Geheimbündler. Diese Personen wissen bestimmte Dinge, die wichtig sind. Aber sie halten das Wissen für sich (*). Sie bunkern Knowhow.
Okkultisten gehen verborgenen Geheimnissen nach. Es sind Spurensucher über die Jahrhunderte. Mit etwas Fantasie und einem Schuss Humor kann man sich darunter eine Art von Indiana Jones im Bereich antiquarischer Literatur vorstellen.

Das Bild sieht schon recht geheimnisvoll aus - und auch ein bisschen verworren ...
Das Bild sieht schon recht geheimnisvoll aus - und auch ein bisschen verworren ...

Hermeneutische Prinzipien. Dies ist ein Begriff, der nicht unbedingt in ein Festzeit zum Oktoberfest nach zwei Maß Bier passt.
Ein Prinzip ist eine Gesetzmäßigkeit. Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter. Das Prinzip von Tag und Nacht. Hermeneutisch leitet sich vom Namen Hermes ab. Dies scheint allerdings nicht der römische Götterbote mit den kleinen Flügeln an den Füßen zu sein, den man in Pompeji am Andenkenstand kaufen kann. Hermes Trismegistos (der dreifach Große) war ein sagenhafter altägyptischer Hohepriester. Er hieß auch ganz anders, er hatte eben einen ägyptischen Namen. Da aber die genannten hermeneutischen Schriften über Griechenland zu uns nach Europa kam wurde der Weise aus dem Morgenland "Hermes" genannt.

Was hat Hermes gewusst?

Es ist schon erstaunlich, auch für einen erwachsenen Menschen mit durchschnittlicher Schulbildung, dass die Menschen für zig-tausend Jahren die Pyramiden errichten konnten. Wir können heute diese Bauwerke auch mit modernster Architektensoftware und mit riesigen Hebekränen nicht nachbauen. Dieses Staunen eröffnet eine Tür zur Bereitschaft. Die Bereitschaft nämlich, zumindest kurz in die Kommentare zum Text zu schauen.

Worum geht es im Buch "Kybalion"?
Um den Begriff „Bewusstsein“. Bewusstsein, hier Geist genannt, hat die Welt geschaffen. Diesen Satz liest man in den letzten Jahren immer öfter. Sogar die moderne Physik spricht von einer geistigen Grundlage für die Erschaffung der Welt. Physikern kann man trauen. Diese Wissenschaftler gehen der Sache immer auf den Grund. Allerdings geben sie mitunter auch zu dass ein echter Quantenphysiker niemals die Quantenphysik verstehen kann. Diese Worte trösten alle Mitglieder von Berufen, die die Welt in dieser Form (noch) nicht verstehen.


Zurück zum Herrn Hermes.
Analogie ist ein weiterer Punkt in den Lehren des Hermes. Wie oben, so unten.
Bei diesem Sinnspruch könnte dem Leser das Thema der Fraktale einfallen. Diese sich wiederholenden Formen finden sich offenbar in vielen Lebensbereichen. „There is no straight line in nature“, also sprach Isaac Newton. Viktor Schauberger hatte die Wirkungsweise des Wassers in ähnlicher Form beschrieben. Riesige Computer versuchen chaotische Formen in Wetterformationen aufzuspüren. Hermes hat auf eine bestimmte Art schon etwas gewusst.

Fraktale. Die Formen wiederholen sich. Im Großen wie im Kleinen - Maßstab.
Fraktale. Die Formen wiederholen sich. Im Großen wie im Kleinen - Maßstab.
In der Welt der mathematischen Fraktale tun sich überraschende Formen auf.
In der Welt der mathematischen Fraktale tun sich überraschende Formen auf.

Alles schwingt.

Auch in diesem Punkt kommt ein leichtes Erinnern an den Begriff vom Teilchen-Welle Dualismus auf. Wenn der Mann von der Straße den Ausdruck richtig versteht, dann verhält sich jeder Aspekt in der Welt als Welle oder als Teilchen, je nachdem was der Beobachter messen will. Das menschliche Bewusstsein entscheidet über die Erscheinungsform. Fantastisch. Einige Tausend Jahre nach den ägyptischen Priestern kommen wir scheinbar zu grundlegend ähnlichen Ergebnissen.

Im Buch Kybalion geht es in diesem Stil offenbar noch einige Punkte weiter. Aber der Autor dieses Textes beendet die kurze tour d`horizon über Hermes und seine Follower an dieser Stelle, um sich bei einem Artikel dieser Art platzmäßig zu beschränken. 

Fazit.

Die ganze Story liest sich allein schon in der Übersicht interessant, vor allem weil sie Jahrtausende alt ist.

Es scheint, dass die Menschheit aus dem Buch "Kybalion" bisher keine besonders verwertbaren Informationen entnehmen konnten. Sonst würde es seit einhundert Jahren auf den Bestsellerlisten stehen.
Eine Frage taucht immer wieder bei einem Thema dieser Art auf. Warum sagen die Weisen uns nicht einfach, was sie wissen? Und dann wäre eine kurze Bedienungsanleitung zur Umsetzung des Wissens recht hilfreich.
Anscheinend bekommt man auch in der Esoterik nichts geschenkt. In dieser Richtung muss der moderne Adept selbst nach den Früchten des Wissens suchen. Es könnte sich lohnen. Wissen ist Macht.

(*) Textquellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kybalion
https://de.wikipedia.org/wiki/Esoterik

Ähnliche Texte auf dieser Webseite:

Gibt es eine schwarze Rose?

Anzeige


alternate takes

Kybalion – für viele Menschen ein rätselhafter Begriff.
Kybalion – für viele Menschen ein rätselhafter Begriff.