Warum ist das Leben in Luanda so teuer?

Luanda ist plötzlich die teuerste Stadt der Welt, so berichten die Medien. An Tokio, Singapur oder Hongkong hatte man sich gewöhnt. Irgendwie scheint die Welt sich aus europäischer Sicht im Moment rasant zu verändern. Man muss einfach einmal nachschauen, was da los ist – mit Luanda.

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Graham Greene und die Outstation lassen grüßen

Wo liegt Luanda?

Es handelt sich um die Hauptstadt von Angola. Einen Moment innehalten und rekapitulieren. Angola, Westafrika, nicht wahr? Ehemalige portugiesische Kolonie, Salazar Regime, dann Unabhängigkeit. Was macht Angola so reich gemacht, dass die Hauptstadt bei den Lebenshaltungskosten weltweit auf dem ersten Platz steht?

 

Das Öl, auch Petrodollars genannt (*). Man glaubt das jetzt erst einmal, und liest weiter im Lexikon.

Berlin x2 oder x3

Mehr als sechs Millionen Menschen leben in dieser Stadt. Wie viele Einwohner hat Berlin? Dreieinhalb Millionen. Luanda ist nach Kopfzahl doppelt so groß wie Berlin. Da staunt der deutsche Leser nicht schlecht. Aber Luanda ist nicht nur größer, sondern anscheinend auch teuer. Mit 3,6 Millionen Einwohnern gibt sich die Stadt nicht zufrieden. 

Luanda ist rapide gewachsen, so liest man. In ihrem Einzugsbereich leben zehn  Millionen Menschen. Daher gehört Luanda zu den zehn größten Städten in Afrika (*).


Verschnaufpause. Irgendwie kriegt man in Deutschland solche Entwicklungen gar nicht mit. Es ist nicht so, dass wir in Deutschland zurückfallen. Wir gehören zu den mächtigsten Industrienationen auf dieser Erde. Aber anscheinend wachsen in Asien, und jetzt in Afrika, riesige Konglomerate zusammen, die auch ein erhebliches wirtschaftliches Gewicht darstellen. Da muss der deutsche Michel mitmischen, wenn er weiter in der Oberklasse mitspielen will. Sind „wir“ mit unseren Unternehmen in Luanda ordentlich präsent? 

Autos aus Afrika

Die Chinesen sind clever gewesen. Sie haben die dortige Entwicklung vorausgesehen und um das Jahr 2007 in Angola eine Autofabrik gebaut (*). Von dort beliefern sie nun kostengünstig, im Hinblick auf die Transportkosten, Angola und die umliegenden Nachbarstaaten mit Autos „Made in Afrika“. 

Was gibt es noch über Luanda zu lesen? Ein Bauboom wird berichtet. Neben Öl werden Diamanten gefördert, Autos und Lebensmittel exportiert. 

Ähnliche Berichte sind über Nigeria zu lesen. Dort leben 180 Millionen Einwohner. Nigeria wird als die größte Wirtschaftsmacht Afrikas beschrieben(*). Die Zeiten ändern sich. Das Bild mit dem Tropenhelm gilt wohl nicht mehr.

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