Palatin und Paladin im Kreuzworträtsel

Freunde von Kreuzworträtseln wissen mehr. Wie heißt einer der sieben Hügel Roms? Paladin, wetten? Ein Blick in Google zeigt einen kleinen Fehler. Der Hügel heißt Palatin mit einem “t“. Den Begriff „Paladin“ gibt es aber auch, was war das gleich noch? Und schon geht die Suche los. Erleben sie einige amüsante Leseminuten auf der Suche nach zwei fast gleichlautenden Begriffen.



Vom Palast zur Kaiserpfalz

Rom wurde auf sieben Hügeln erbaut. So sagt die Legende.
Von diesen sind dem interessierten Leser mehr oder weniger folgende Namen vertraut: Kapitol, Palatin und Quirinal.
Den Begriff Kapitol kennt man zum Beispiel vom amerikanischen Kongressgebäude. Und der Quirinalpalast in Rom ist dem Touristen ebenfalls ein Begriff.

Der Palatin soll der älteste der sieben Hügel sein. Schon 1000 Jahre vor Christus sollen dort die ersten Menschen gesiedelt haben. Dort befand sich in frühen Zeiten ein Königspalast, ähnlich der Akropolis.
Aus dem lateinischen Wort palatium leiten sich Begriffe ab wie Palast und Palais, aber auch die Pfalz als Regierungssitz und eben der Paladin (*).

Das klingt interessant. Die berühmten Kaiserpfalzen von Karl dem Großen haben also eine italienische Wortwurzel.

 

Diese Pfalzen werden als Stützpunkte eines reisenden Königs bezeichnet (*). Warum reiste der König anstatt an einem zentralen Ort zu residieren? Es war im Mittelalter im „Heiligen Römischen Reich“ üblich, dass der König persönliche Kontakte zu seinen Untergebenen Landesfürsten pflegte. Das klingt sinnvoll, denn somit konnte sich der Herrscher ein persönliches Bild von den Zuständen vor Ort machen. Das Modell könnte man getrost in die politische Gegenwart übertragen.



Erstaunlich viele Pfalzen in Europa

Der Ausdruck Kaiserpfalz entstand erst später. Nicht jeder König wurde auch automatisch zum Kaiser gekrönt (*).

 

Welche Städte wurden als Pfalzen genannt? Eine Menge. Die Liste der genannten Königspfalzen kann gut 100 oder mehr betragen (*). Unter den bekannten Namen finden sich Aachen und Baden-Baden, Dortmund und Duisburg, Köln und Koblenz sowie Speyer und Trier. Aber auch Corvey, das durch sein Kloster in die Liste als Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde, war eine Pfalzstadt. Alzey, Lorsch, Wiesbaden und Koblenz – die Liste liest sich wie ein Vorschlag für eine Reise durch das schöne Deutschland. 

Zu Zeiten Karls des Großen erstreckte sich das Heilige Römische Reich westwärts bis zur Atlantikküste. Bei unseren Nachbarn findet man Dijon und Metz als Pfalzstädte. Allein die Kathedralen sind schon einen Besuch wert. Und natürlich die bekannten Senfgerichte in Dijon. Weiter findet man Reims – und Paris.

 

So führt die Reise vom Kreuzworträtsel und der Frage nach den sieben Hügeln Roms einmal rund um das heutige Deutschland bis nach Frankreich. Rätselfreunde wissen mehr.



Und wo bleibt der Paladin?

Er war in der Regel ein Ritter, ein treuer Gefolgsmann des Königs. Und weil er in der Nähe des Königs, meist auf der Königsburg lebte, nannte man ihn einen Paladin. Später wurde die Bezeichnung auf den Pfalzgrafen übertragen, der in der Königspfalz die Geschäfte des Königs besorgte. So schließt sich der Kreis. 

(*) Textquellen:
Wikipedia/ Palatin (Rom), /Königspfalz, /Paladin
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