Popmusik. Über Mighty Quinn, Howling Wolf und den Kulturaustausch.


In seiner Rubrik „Was geschah am <Datum?>“ veröffentlichte Wikipedia eine Notiz zum Geburtstag des Popsongs „Mighty Quinn“ von Manfred Mann und seiner Band. Dies ist nun nicht ein Song, der jeden Tag im Radio zu hören ist. Trotzdem ist das Lied aus dem Jahr 1968 dem Lexikon eine Notiz wert. Das macht neugierig.

 

Folgen Sie dem Autor dieser Zeilen auf eine Reise in die Popwelt der 1960er Jahre. Es geht um kulturellen Austausch, die „British Invasion“ und den Sänger Howling Wolf. Nie gehört? Das kann spannend werden. Hier geht es zum Text >>



Alles fließt, auch die Kultur

Manfred Mann hatte mit seiner Band eine große Zeit in den Charts der 60er Jahre. Er wird in Verbindung gebracht mit Songtiteln wie „Do Wah Diddy Diddy“, „Pretty Flamingo“ und eben „Mighty Quinn“.
Der Textinhalt von Mighty Quinn scheint nicht eindeutig zu sein. Aber der Name des Komponisten und Texters hat es in sich. Es ist Bob Dylan, der spätere Träger des Nobelpreises für Literatur. 

Und noch eine Bemerkung aus dem Lexikon lässt aufhorchen. Manfred Mann und seine Band waren die dritte britische Popgruppe, die in den USA zu jener Zeit einen Nummer Eins Hit in den Charts landen konnte. Zuvor waren die Beatles und die Animals erfolgreich.



Denkpause. Die britischen Bands, allen voran die Beatles, hatten damals die amerikanische Popmusik ordentlich durcheinander gebracht. Elvis Presley, Pat Boone, die Everly Brothers und zahlreiche andere Größen mussten die Plätze räumen für die Vertreter der „British Invasion“.

 

Das ist ganz gut so. Damit kam Bewegung in die Szene. Diese Umwälzung macht auch die Gedanken frei zum Thema kultureller Austausch. Denn das Lied von Bob Dylan steht nicht allein für den Erfolg britischer Bands.



Rock vor Beat und Pop

In dem Artikel zu Mighty Quinn werden Bo Diddley und Howling Wolf als Vorbilder für weitere Aufnahmen zitiert.

Wer war Bo Diddley? Er wird als einer der Pioniere des Rock`n`Roll bezeichnet (*). Da staunt der Musikfreund, falls er dies nicht wusste.
Und Howling Wolf? Er war ein bekannter Bluesmusiker, der wegen seiner „Reibeisenstimme“ diesen speziellen Beinamen bekam.

 

Diese Querverbindungen können an einen legendären Ausspruch der Beatles erinnern. Ein Mitglied der Gruppe soll einmal gesagt haben, dass ohne die Musik von Buddy Holly es nie eine Beatles Musik gegeben hätte.

 

In diesem Verständnis hätten dann die frühen Blues- und Rockmusiker ihre eigenen kulturellen Nachfolger mit erschaffen.



Kultureller Austausch kann also sehr befruchtend sein. Und damit hat sich die Notiz in Wikipedia zum Song von Mighty Quinn für einen Musikfreund schon gelohnt.


Und was ist die Geschichte der Animals? (Fortsetzung folgt).

 

 

(*) Textquellen:
Wikipedia/ Mighty Quinn, /Manfred Mann, /Bo Diddley, /Howling Wolf
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