Warum war Salz „damals“ so teuer?

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Salz gehört zum Frühstücksei. Früher war Salz sehr teuer. Warum?

Salz. Einst wurde es als das weiße Gold bezeichnet. Heute ist Speisesalz ein „Pfennig Artikel“. Vom Salz in der Suppe spricht man und vom Salz der Erde. Auf den Salzseen in Nevada werden Geschwindigkeitsrekorde gebrochen. Salz – ein Gut mit vielfältigen Anwendungen und einer sehr interessanten Geschichte.

Update Juli 2017. Das Gradierwerk

Update Mai 2017. Das Salzkammergut

Die Texte finden sie weiter unten.

Reichtum durch den Salzhandel

Die Stadt Salzburg wird von einer imposanten Festung gekrönt.

Die Errichtung dieses Bauwerkes muss seinerzeit Unsummen an Geld verschlungen haben. Offenbar hatte es sich gelohnt, die Wehr zu errichten.

Salzburg war eine überaus reiche Stadt geworden – durch den Salzhandel. Nomen est omen.

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Salzburg an einer alten Handelsstraße

Heute kostet ein Päckchen Speisesalz im Supermarkt gerade einmal ein paar Cent. Davon kann man keine Burg mehr bauen? Was ist passiert? Warum ist der Salzpreis im Laufe der Jahrhunderte derart gesunken?

Dies ist eine banale Frage aus dem Alltag. Hier ist die Antwort in fünf Leseminuten.

Das Salz in der Suppe

Irgendein ferner Vorfahre hatte eines Tages ein Stück Stein in seine Suppenschale fallen lassen. Der Stein löste sich teilweise in der Flüssigkeit auf und gab der Speise einen neuen Geschmack. So muss es gewesen sein.

Ohne Salz kann das Essen auch fade schmecken. Mit etwas Gewürz werden die Geschmacksnerven intensiv angesprochen. Gaumenkitzel entsteht. 

Natürlich will der Mensch diese angenehme Erfahrung wiederholen. Und die Nachbarn auch. Eines Tages sind die Salzsteine der näheren Umgebung aufgebraucht. Salz ist in manchen Regionen rar (*). Die Menschen müssen oft weit laufen, um mehr davon zu finden. Handel entsteht und mit ihm die Salzkarawanen. Später folgen die Salzstraßen. 

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Salz macht Speisen genießbarer

Das weiße Gold

Salzburg entstand an einer solchen Salzstraße. Weitere berühmte und bekannte Städteamen sind Lüneburg und Lübeck. Zwischen diesen Städten verlief im Mittelalter die Alte Salzstraße mit einer Entfernung von mehr als 100 Kilometern (*).

Pökeln ist das Stichwort. Mit Salz lassen sich Fische einlegen und über gewisse Entfernungen transportieren. Die Fischer verbreitern entscheidend ihr Absatzgebiet.

 Wo wurde Salz gefunden? In Salzbergwerken. Der Ort Hallstatt im Salzkammergut beherbergte seinerzeit eines der reichsten Salzvorkommen in Europa (*). 

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Ein Salzbergwerk

Salz als Währung

Zufrieden streicht der römische Legionär über den Beutel, den er an seinem Gürtel trägt. Er hat soeben sein Salär bekommen, seine Monatslohn.

 

Salz war in jenen Zeiten derart kostbar, das es wie ein Ersatzwährung als Zahlungsmittel verwendet wurde. 

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Römische Legionäre wurden auch mit Salz bezahlt. Das "Salär".

Der Durchbruch vom Luxusprodukt der Reichen zum Gewürz für jeden Bürger erfolgte für Mitteleuropa mit der Entdeckung eines riesigen Salzlagers im preußichen Zechsteinmeer. Plötzlich gab es im deutschsprachigen Raum das Salz im Überfluss. Der Marktpreis reagierte und – ging in den Keller. Und dort ist er noch heute in Bezug auf das Speisesalz.

 Das Meersalz wurde allerdings nicht in Deutschland gewonnen. Zwanzig Prozent des Weltverbrauches an Speisesalz werden durch die Anlage von „Salzgärten“ u.a. an der Atlantikküsten und in Südeuropa gewonnen (*).

 Im Tagebau wird Salz aus den ausgetrockneten Salzseen in Amerika und in Afrika gefördert.

Salzseen als Abbaugebiete

Einer der bekanntesten Salzseen der Welt liegt im Bundesstaat Utah/ USA.

Die abgebauten Salze und andere Mineralien werden über eine Eisenbahnstrecke von mehr als 100 Meilen durch die Wüste transportiert.

 

Dazu gibt es ein interessantes Video im Internet.


Das „Salzkammergut“

Hat der Begriff „Salzkammergut“ etwas mit der Salzgewinnung zu tun?
Oh ja, und zwar sehr viel. Die heutige „Tourismusregion Salzkammergut“ liegt in Oberösterreich (*). Sie umfasst bekannt Orte wie Bad Ischl und Hallstatt sowie den Wolfgangsee und den Mondsee (*). 

Heiße Quellen, tiefe Schächte und Salinen

Zum Thema Salz kann folgender Hinweis überraschen. Demnach haben Kelten bereits vor mehr als 4000 Jahren dort salz gewonnen. Die Art der Entdeckung kann interessant klingen. Sie sollen das Salz zuerst in heißen Quellen bemerkt und abgeschöpft haben (*). In weiteren Schritten wurden Bergwerke konstruiert, mit denen ein erheblicher Salzreichtum gefördert wurde.

Die Römer hatten später Salinen errichtet. was ist eine Saline?
Es handelt sich um eine Anlage zur Salzgewinnung. Man kennt die Fotos aus den südlichen Ländern, in denen auf großen Feldern Salz in Wasser angelegt ist. Das Salz wird später durch Verdunstung gewonnen. Nach diesem Prinzip haben also die Römer in einem dritten Produktionsverfahren, nach Abschöpfung aus Quellen und nach dem Bergbau, gearbeitet.
Über verschieden Besitzstände im Mittelalter entwickelte die Region sic bis zu einem bedeutenden Tourismusgebiet in der Gegenwart. Die Gewinnung von Salz ist heute wirtschaftlich weniger bedeutend geworden (*).

 

Was bedeutet der Ausdruck „Kammergut“? Es handelt sich um die Beschreibung eines Besitzes in den Hand eines mittelalterlichen Landesherren (*).

 

Der Begriff hat zu einer interessanten tour d`horizon durch die Geschichte der europäischen Salzgewinnung geführt. Eventuell hat der Text auch Reisende Geschmack auf einen Besuch in Geschichte der Region Salzkammergut gemacht.

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Ein Spaziergang am Wolfgangsee im Salzkammergut

Das Gradierwerk

Mit einem Gradierwerk wird Salz gewonnen. Auf einem Holzgestell werden Reisigbündel aufgebracht. Dann wird Sole an der Anlage herabgeleitet. Das verdunstete Salz setzt sich an den Reisigdornen ab. Gradierwerke wurden im 16. Jahrhundert erfunden, um den Salzgehalt der örtlichen Salinen zu erhöhen (*).

Heute werden Gradierwerke hauptsächlich in Kurorten zu gesundheitlichen Zwecken eingesetzt. Die größte Einheit bildete einst die Anlage in Bad Dürrheim mit einer Gesamtlänge von über 1800 Metern. Davon sind heute noch mehr als 600 Meter vorhanden. Der Kurort Bad Salzungen in Thüringen entstand ebenfalls in der Nähe von Salzquellen (*). Listen der aktuellen Gradierwerke findet sich im Internet.

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Ein Gradierwerk in Bad Sooden-Allendorf

Fazit - was bleibt?

Genussmittel können rar und teuer sein. Erst durch in ausreichend großes Angebot wurde das „weiße Gold“ zu einem erschwinglichen Konsumartikel.


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Nachtrag. „Salz-“Städte

Eine ganze Reihe von Städtenamen führt den Namensteil „Salz“ im Titel. Eine Auswahl:

 

Salzburg. Eine Siedlung aus der Jungsteinzeit wurde später zu einem Römerlager ausgebaut (*). Die Festung Hohensalzburg wurde im 11. Jahrhundert errichtet. Die Stadt verdankt ihren Namen dem einträglichen Salzhandel im frühen Mittelalter.

 

Salzgitter. Die Stadt in Niedersachsen kann eine bewegte Geschichte erzählen. Karl der Große unterwarf in diesem Gebiet die Sachsen. Friedrich Barbarossa kämpfe hier. Im Mittelalter wurde Salz gefunden und die Stadt danach benannt. Das Suffix „Gitter“ stammt von einem ehemaligen Dorf in Stadtnähe (*).

Salt Lake City. Die Hauptstadt des US-Bundesstaates Utah wurde um das Jahr 1850 gegründet.
Die Stadt liegt am östlichen Rand des Großen Salzsees. Die Einwohner arbeiten allerdings zum größten Teil im Dienstleistungsgewerbe (*).

 

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