Wer hat die Sandburg erfunden?

Sommerferien, Strand, Sandburg – die Saison ist wieder da. Lesen Sie alles, was Sie bisher über Sandburgen wissen wollten.


Mein Haus ist meine Burg. Das stimmt immer mehr. Auch am Strand wollen manche  Urlauber einen Wall erschaffen, um ein Stückchen Erde zu reservieren. Sandburgen bauen – die Kinder haben ihren Spaß, die Eltern haben ihre Ruhe. Und mancher Beobachter kommt aus dem Staunen nicht heraus.
Es geht um Strandkörbe, „Kleckerburgen“ und um die optimale Körnigkeit von granularer Materie.
Arrivierte Burgenbauer stellen „Sand-Art“ Objekte her. Hätten Sie das Wort gekannt?
Sandburg, Sandskulpturen Festivals .. hier geht es zum Text …


Das deutsche „Burgenland“

Sandburgen bauen könnte eine deutsche Eigenart sein. Jedenfalls nimmt der einschlägige Artikel auf Wikipedia zuerst Bezug auf deutsche Badegäste (*). Demnach wird ein einfacher Sandwall als Vorgänger der Sandburg angesehen. Mit dieser Aufschüttung wurden in früheren Zeiten die Strandkörbe umgeben. Damit wollte man sich abgrenzen, wenn man dies richtig versteht. Mein Strandkorb ist mein Castle. Der Begriff castle stammt aus dem Englischen und heißt zu Deutsch „die Burg“. Das passt zusammen.

Deko Freuden

Was wäre eine gelungene Sandburg ohne einen Seestern? Unvollkommen. Der Ringwall wird mit allerlei Strandgut dekoriert. Muscheln, Seesterne, Steine und Hölzer finden ausreichend Verwendung bei der Verschönerung. 

Und so schaut ein typisches „castle“ aus:


Wer ist darauf gekommen?

Um 1850 setzte der Run auf die Nord- und Ostseebäder in Deutschland ein. Der Strandurlaub war erfunden (*). Allerdings war cooles Herumhängen keine teutsche Tugend. Der Mann und die Frau im Kaiserreich waren ständig in Action. Und so, erzählt die Legende, kam man zum Sandburgenbauen.

Kinder Sand Eimerchen

Kinder kleckern gern. Deshalb heißen die Sandburgen der Kleinen auch „Kleckerburgen“. Und so sieht ein gelungenes Exemplar  aus:

Eine gelungene "Kleckerburg".
Eine gelungene "Kleckerburg".

Wenn Kinder eine Kleckerburg bauen, dann sind die Eltern selig. Zum Bau benötigt Junior nämlich Sand und – Wasser. Dies bedeutet, dass der jugendliche Bauherr ständig zum Wasser laufen muss. Das Eimerchen oder die Schaufel werden gefüllt und dann geht es zurück zur Baustelle. Diese wiederum ist weit genug landeinwärts gelegen, damit die entstehende Burg von der Flut nicht gleich weggespült wir. Die Prozedur des Wasserholens dauert – und die Eltern können eine verdiente Pause einlegen. Deshalb sind Kleckerburgen bei Kindern und Eltern gleichermaßen beliebt.

 

Am nächsten Morgen haben Wind und Wellen das Bauwerk schon wieder einigermaßen zerfleddert. Das macht nichts, denn ein Urlaub kann auch oft zwei Wochen dauern. Und mit der Erfahrung steigt die Qualität des Bauwerkes.


Das Geheimnis der granularen Materie

Körnigkeit ist ein terminus technicus, dessen Wirkung das Kind schon früh in praxi erfährt. Sand besteht aus Körnern. Durch die Beigabe von Wasser wird die Reibung der Sandkörner gesenkt. Der Effekt zeigt sich in einer wesentlich höheren Zusammenhalt. Kohärente Kräfte lassen die Sandkörner zusammenrücken und zu einer stabilen Baumasse werden. Ein Vater, der diese Story am Strand erzählen kann, der hat für alle Zeiten bei seinem Nachwuchs gewonnen. Ein typischer Wow!-Effekt tritt ein. 

Kultur am Strand

Sandburgen im kulturellen Contest heißen Skulpturen. Diese Gebilde stellen also etwas Höheres dar. In der Regel werden diese Kunstwerke auch von Erwachsenen geschaffen. Es wird von Festivals im Sandburgenbauen berichtet, zum Beispiel an der Nordsee und in US-amerikanischen Küstenregionen.
Ein kurzer Blick auf Google verweist den Sucher vom Suchbegriff „sandburgen festival“ auf den Eintrag „sandskulpturen festival“. Es gibt immerhin über 100.000 Suchergebnisse.
Also, packen Sie die Badehose ein …

(*) Textquelle:
Wikipedia/ Sandburg

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