Akropolis – die Story einmal anders erzählt.

Von Athen bis Ehrenbreitstein.

In Koblenz gibt es auch eine Akropolis. Und damit ist kein griechisches Restaurant gemeint. Sie sind überrascht? Die Akropolis ist das bekannteste Wahrzeichen von Athen. Aber Koblenz? Nun, das Bauwerk „akro-polis“ hat eine besondere Geschichte. Welche?

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Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz. Die Zitadelle ist ein "akro-polis".

Reisen, staunen und entdecken

Die Deutschen sind ein reisefreudiges Volk. Viele Sehenswürdigkeiten der Welt sind ihnen als Touristen wohlbekannt. Akropolis – Athen, das war leicht zu raten. Es ist ein Hügel mit Tempeln über der griechischen Hauptstadt, so denkt man. Und das ist auch fast richtig. Aber das weltbekannte Bauwerk erzählt noch einige andere Geschichten. Das Thema in diesem Text heißt: Reisen, staunen und entdecken.

 

Nehmen Sie ich doch eine Tasse Kaffee und genießen Sie in fünf Leseminuten eine kurze Story über ein berühmtes Bauwerk – die Akropolis.

Dort droben – ist es sicherer

Griechenland wird gern die Wiege der abendländischen Kultur genannt. Gleichzeitig ist es ein beliebtes Reiseziel.
Für die Bedeutung des Eigennamens der Akropolis erwartet den Leser gleich eine Überraschung. Das Bauwerk heißt nicht in der Übersetzung „der Tempel auf dem Berg“ oder ähnlich, sondern – die Oberstadt. Solche Bezeichnungen kennt man etwa aus Wien für die dortigen Bezirke. Aber warum heißt die Akropolis so?

Die Antike. Unsichere Zeiten.

Unsere Vorfahren haben sich gern bekriegt. Also habe sie eines Tages damit begonnen, Burgen zu bauen und diese auf Anhöhen anzulegen. Das griechische akros bedeutet in seiner ursprünglichen Bedeutung „hoch“. Die erste Akropolis war demnach auch kein Tempelbezirk, sondern eine hochgelegene Wehranlage.

 

Auf dem Bild dieses antiken Künstlers sieht man die dicken Mauern und die Wehrtürme ganz deutlich.

Dann kommt gleich die zweite Überraschung. Die Akropolis gibt es gleich in der Mehrzahl, oder in der Vielzahl. Jede antike griechische Stadt hatte eine solche Wehranlage angelegt (*). Griechische Burgen, soweit das Auge reicht. Nur ist die Akropolis in Athen die berühmteste Ausführung.

Bei uns nennt man eine solche Anlage auch eine Zitadelle. Das Wort stammt vom italienischen cittadella, und es bedeutet „kleine Stadt“.
Auf die Zitadelle gingen die belagerten Truppen als letztes Rückzugsgebiet (*). Eine cittadella ist also das Gleiche wie eine akro-polis.


Die Festung Ehrenbreitstein am Moseleck ist vielen Reisenden wohlbekannt. Allerdings haben die Deutschen diese Festung nicht zu einer Tempelanlage umfunktioniert. Und die Bezeichnung Akropolis hat man den griechischen Festungen überlassen, allen voran der in Athen.

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Die Akropolis in einer Ansicht aus der Antike
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Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz. Die Zitadelle ist eine "akro-polis".

Fakten schaffen

Der Berg, auf dem die Akropolis steht, ist mehr als 150 Meter hoch. Wer als Sportler die 100 Meter Strecke aus eigener Erfahrung kennt, der weiß, was das heißt. Für die potenziellen Eroberer bedeutete der Aufstieg also einen kräftezehrenden Weg vor dem eigentlichen Kampf mit den Verteidigern.
Die exponierte Lage hat den Verteidigern nicht immer geholfen. Athen wurde im Laufe seiner Geschichte mehrfach zerstört, und wieder aufgebaut. Schließlich war das griechische Reich auf der Höhe seine Entwicklung so mächtig, und sicher, dass der Burgfried mit Tempeln bebaut wurde.

Oben auf dem Hügel befand sich einst auch eine Pinakothek. Was bedeutet der Ausdruck? Kunstmuseum.

Ein Pulverfass

Die große Kultur hat den Griechen auf die Dauer leider nicht geholfen. Die Römer eroberten das Land und sie bauten ihre eigenen Tempel auf dem Akropolis Hügel hinzu.

 

Spätere Eroberer waren die Osmanen und – die Venezier. Venedig war im Mittelalter eine Großmacht im Mittelmeer und hat entsprechende Kriege mit seinen Nachbarn geführt. 

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Venedig auf einem alten Gemälde

Um das Jahr 1700 wurde Athen mit Kanonen beschossen, und die Akropolis wurde schwer beschädigt (*). Eine Pulverkammer explodierte und zerstörte zahlreiche prachtvolle Ornamente. Bis dahin blieb das Bauwerk in seiner ursprünglichen Pracht, mit römischen und osmanischen Erweiterungen, weitgehend unversehrt. Ein Reisender sieht heutzutage eine Tempelruine. Er kann sich kaum vorstellen, welch überaus prächtigen Anblick die gesamte Anlage einst geboten hatte.

Die Engländer hatten dann später noch zahlreiche Skulpturen Elemente abgerissen und nach London verschifft. Heute bemüht man sich, das Gebäude zu restaurieren. 

Fazit.

Über manche Begriffe gehen wir achtlos hinweg. Dabei haben die Dinge dahinter oft eine sehr interessante Geschichte zu erzählen.

 

Akro-polis, die obere Stadt. Tempel und Zitadelle. In Athen bekannt, in Koblenz verkannt.
Was bleibt? Staunen, vielleicht. Reisen bildet und macht Spaß.

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