Der Mont-Saint-Michel  – Springflut, Keltenerbe, Zeitkapsel

Alle 20 Jahre wieder – kommt die Springflut zum Mont-Saint-Michel. Aber darauf allein muss der Reisende nicht warten. Der Mont St. Michel ist ein ganz besonderer Ort. Er birgt neben dieser Touristenattraktion einige Geheimnisse aus Sagen und Legenden. 

Reisen Sie auch gern?

Eine ungewöhnlich große Anzahl von Touristen reist scheinbar alle 20 Jahre in die Normandie, um die sogenannte Jahrhundertspringflut am Mont-Saint-Michel zu beobachten. Das ist ein interessantes und ein sehr ungewöhnliches Thema. Und diese Meldung in den Medien hat mich als Autor angeleitet, um mich etwas näher mit diesem berühmten touristischen Ziel zu beschäftigen.
Die Normandie – das heißt gutes Essen, eine interessante Landschaft und viel Kultur. Beim Nachlesen auf Wikipedia eröffnet sich dann dem staunenden Reisefreund ein Kosmos an Geheimnissen. Solche Geschichten können neugierig machen.
Tauchen sie ein in die Abenteuer, das ein Reisender nicht jeden Tag in Europa erwarten kann …

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Geheimnisvolles Keltenerbe

Man kennt von Fotos diese einsame Kirche auf der kleinen Insel, die nur bei Ebbe erreichbar ist.

Die Story des Mont-Saint-Michel ist überaus spannend. Ein Grabhügel aus den Frühzeiten unserer europäischen Geschichte soll sich dort befunden haben (*). Das lässt den Jäger verlorenen Wissens natürlich schon aufhorchen.
Warum haben unsere Vorfahren ein Grabmal derart kompliziert auf einer vorgelagerten Insel gebaut, die nur bei Ebbe erreichbar ist? Es gibt doch in der Normandie und in der Bretagne zahlreiche Beispiele für Dolmengräber an Land. 

Welche Motive hatten die Menschen veranlasst eine besondere Person, oder mehrere, ausgerechnet auf dieser Insel zu bestatten? Der interessierte Freizeitforscher findet zurzeit lediglich ansatzweise Antworten auf seine Frage.
Über der prähistorischen Grabanlage wurde um das Jahr 700 auf der Insel ein christlicher Sakralbau errichtet. Dieser wurde dann im Laufe der Geschichte zum heutigen Klosterbau erweitert (*).

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König Artus und der heilige Gral

Diese Geschichte des König Artus begeistert die Freunde von Abenteuer und Legenden seit jeher. Die Artussage ist ein Mythos, eine phantastische Geschichte, die seit über tausend Jahren erzählt wird. Dieser sagenhafte König erlangte die Königswürde, weil er das sagenumwobene Zauberschwert Excalibur aus einem Stein herausziehen konnte, in den der Magier Merlin es hineingetrieben hatte. Mit seinen Rittern der Tafelrunde saß er an einem riesenhaften Tisch in der Burg Camelot. Dort berieten die Edlen, wie sie den Heiligen Gral finden konnte.

Der Gral stellt, je nach Lesart, einen Kelch dar, in dem das Blut Jesu während dessen Kreuzigung aufgefangen wurde. Wer den Kelch besitzt, der bekommt Glück, nie endende Nahrung und ewige Jugend geschenkt. Der Gral stellt also, mit anderen Worten  ausgedrückt, eine Art Jungbrunnen und eine „Mannamaschine“ dar.
Das allein ist schon ein fantastische Geschichte, aber es geht noch weiter …

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Der Gralskelch aus der Artussage

Riesenkampf und Zeitkapsel

Auf einer Reise von England nach Italien soll König Artus auf dem Mont St. Michel einen schrecklichen, menschenfressenden Riesen nach einem fürchterlichen Kampf erschlagen haben (*). Die Erzählung bricht etwas aus den sonstigen heroischen Taten des Königs heraus, und man fragt sich unwillkürlich, welche Deutung im Hinblick auf den Berg und die Insel wohl hinter der Geschichte mit dem Riesen stecken mag. 

 

Gibt es eine Beziehung zum Mythos des letzten britannischen Königs Ban? In den Tiefen der Gemäuer auf dem Mont St. Michel soll sich das gesamte Geheimwissen der letzten britannischen Könige von Benoic befinden – eine Art Zeitkapsel (*). Die Schriften wurden bisher noch nicht gefunden. Es gibt noch ausreichend Raum für Forscher und Entdecker. Möglicherweise gibt es in dem Kloster einen bisher unentdeckten Wackelstein, der eine Geheimtür zur Schatzkammer des Wissens aufschwingen lässt. Wer weiß.

Der Fantasy Freund steht staunend vor diesen Informationen. Er kann auf die Idee  bekommen, dass vielleicht die ganze Region voller unentdeckter Geheimnisse steckt. Die Normandie als Reiseziel auf den Spuren von Sagen und Legenden – das ist eine Überlegung wert.

Was ist eine Springflut?

Alle 20 Jahre richten sich also die Blicke der Besucher auf dieses Naturschauspiel.
Die Unterschiede zwischen Hoch- und Niedrigwasser sollen bei einer Springflut bei mehr als zehn Metern liegen (*). Das ist in der Vorstellung eines Kontinental-Europäers eine ziemlich beeindruckende Größe. Es stürzen also Wassermassen in der Höhe eines mehrstöckigen Hauses auf den Beobachter zu.
Eine Springflut wird durch besondere Kräfte im Verhältnis der Erde zum Mond und zur Sonne verursacht. Dies lässt den interessierten Leser schon aufhorchen. Welche außergewöhnlichen Kräfte wirken denn zurzeit auf unseren Planeten ein? Sonnenfinsternis, Magnetstürme und jetzt die Springflut – wir leben in astronomisch bewegten Zeiten.

Dann stößt der Leser auf Hinweise im Internet, die von Überschwemmungen vor mehr als tausend Jahren in dieser Region berichten. Damals wurde die Insel vom Land getrennt. Die Kelten oder verwandten Vorfahren, die das Grab auf St. Michel eingerichtet haben, sind demnach zu ihrer Zeit noch auf festem Grund bewegt. Unsere Atlantikküsten sind scheinbar überhaupt nicht so fest wie sich ein Bewohner mitten auf dem Kontinent es vorstellt. Man liest dann von einer „Ersten Mandränke“, die um das Jahr 1300 weite Teile der Nordseeküste zerrissen hat.
Hinzu kommt die versunkene Landbrücke zwischen England und dem Kontinent, das Geheimnis um das Ness Of Brogar in Schottland (*) – überall haben die Wogen getost.

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Die Große Mandränke. Europas große Sintflut in der Nordsee.

Mont-Saint-Michel. Wie kommt man dorthin?

Die Insel liegt westlich von Paris, am Ärmelkanal. Vom Ruhrgebiet, Frankfurt und Stuttgart aus sind es mit dem Auto auch mehr als 800 Kilometer zu fahren. Das ist eine lange Strecke.

Für Selbstfahrer empfiehlt es sich also, einen Zwischenstopp einzulegen. Es bietet sich zum Beispiel ein Aufenthalt in Chartes an. Dort kann der Besucher das Labyrinth im Dom abgehen und die Auswirkungen abwarten – am besten an einem Freitag, wenn die Informationen stimmen. An diesem Wochentag soll im Dom die Bestuhlung über dem Labyrinth fortgeräumt sein.
Für eine direkte Anreise zum Mont-Saint-Michel finden sich Bahn- und Flugverbindungen über Paris und von dort aus in die Normandie. Der Tourismusverband der Normandie hat auf seiner deutschsprachigen Website die notwendigen Informationen gespeichert.


Der Mont-Saint-Michel und die Springflut – zum Hinfahren ist das Schauspiel sicherlich interessant. Mitten auf dem Kontinent ist das Leben dann aber doch sicherer. Andererseits, die nächste Springflut in etwa 20 Jahren, live zu erleben – irgendwo prickelt es schon …
Aber so lange muss der Reisefreund nun doch nicht mit seinem Besuch warten. Eine interessante Landschaft, kombiniert mit historischen Geheimnissen und „frische Fisch“ ergeben eine sehr reizvolle Kombination. Bienvenue.


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