Der schiefe Turm von Pisa und seine Geschichte

Die italienische Stadt Pisa in der Toskana ist bekannt für ihren berühmten Turm. Dürfen Touristen ihn heute noch betreten?
Und wie lang bleibt er noch stehen? G
ibt es noch einen schieferen Turm als den in Pisa?

Haben Sie Lust auf eine kurze virtuelle Reise? Gönnen Sie sich fünf Leseminuten zu einem sehr bekannten Bauwerk mit interessanten Hintergrundinformationen.

Der schiefe Turm von Pisa in einer künstlerischen Darstellung
Der schiefe Turm von Pisa in einer künstlerischen Darstellung

Komm mal mit nach Italien …

Der Tourismus boomt weltweit. Sehenswürdigkeiten locken die Besucher besonders in Städte mit außergewöhnlichen Attraktionen.
Italien hat ein reiches Erbe an architektonischen Schätzen vorzuweisen. Das Kolosseum in Rom und die Rialto-Brücke in Venedig stehen in der Publikumsgunst weit vorn. Der schiefe Turm von Pisa ist jedem Bürger ein Begriff du man fragt sich manchmal, wie lange das Bauwerk wohl noch bestehen wird.


Wo liegt Pisa? 

Die historisch interessante Stadt ist in der Toskana gelegen. Bei einem Besuch in Florenz bietet sich Pisa dem Reisenden für einen Abstecher an.



Der Turm von Pisa - Architektur und Geschichte

Erbaut wurde der Turm um das Jahr 1100.
Es dauerte allerdings fast dreihundert Jahre, bis der Turm fertiggestellt wurde (*). Ursprünglich sollte das Bauwerk mehr als 100 Meter hoch werden. Schon früh zeigte sich ein instabiler Untergrund an. Daher wurde letztendlich die Gesamthöhe auf 55 Meter reduziert.

Der kreisrundeTurm sollte als Glockenturm fungieren. Sieben mächtige Glocken sollten nach dem Willen der Planer ihre Funktion aufnehmen.  Wegen der drohenden Einsturzgefahr durften diese jedoch anfangs nicht geläutet werden (*).

Das Bauwerk steht übrigens nicht allein. Er gehört zu einem Komplex, der eine Kathedrale und einige Nebengebäude umfasst.


Ist eine Besichtigung heute möglich?

 Über eine lange Zeit war der Besuch uneingeschränkt möglich. Später zeigte sich eine zunehmende Schieflage. Bereits in den 1990er Jahren wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen unternommen. Danach wurde der öffentliche Zugang zum Turm gesperrt. Im Jahr 2001 wurde das Gebäude weiter stabilisiert und für den Besucherverkehr wieder freigegeben (*). 

Allerdings sind mitunter auch Einschränkungen vorgegeben worden (*), zum Beispiel:
Zutritt für maximal 40 Besucher pro Gruppe

Das Betreten nur in Abständen von 30 Minuten erlaubt

Die Verweildauer pro Gruppe bei maximal 30 Minuten.

 

 

Ein Verfalldatum des einträglichen Monumentes ist in der Öffentlichkeit nicht bekannt.


Schiefe Türme in großer Zahl

Der schiefe Turm von Pisa ist schlagwortartig in dieser Wortkombination bekannt. Allerdings gibt es in Europa zahlreiche Türme mit einem ungewöhnlichen Neigungswinkel. Für Deutschland und Österreich werden etwa 20 Bauwerke mit ähnlichen Schieflagen aufgeführt (*).
Der Turm der Midlumer Kirche in Friesland weist eine Neigung von fast sieben Grad auf. Der schiefe Turm von Pisa wird mit einer Neigung von annähernd vier Grad angegeben. Auch die Türme in Dausenau bei Bad Ems und der Metzgerturm in Ulm bieten dem Reisenden eine interessante optische Perspektive.

Der Metzgerturm von Ulm
Der Metzgerturm von Ulm

Selbst der Westturm von königlichen Westminster Palast in London weist eine geringe Neigung aus. 

Westminster
Westminster

Der schiefe Turm von Soest

Eine Besonderheit findet der interessierte Besucher im heimischen Soest. Dort wurde die ansonsten gerade stehende St. Thomae Kirche mit einer schiefen Turmhaube errichtet – absichtlich. Die verschiedenen Erklärungen sind interessant zu lesen (*):

1.    Die Erbauer verneigte sich um Anno 1700 symbolisch vor den Kölner Domherren.

2.    Das Dachgebälk wies Schäden auf und musste auf diese Weise abgestützt werden.

3.    Die Turmhaube wurde bewusst gegen die starken Westwinde gerichtet, um ihr ausreichende Stabilität zu verleihen.

 


Fazit: Eine kurze virtuelle Reise vom Rundturm in Italien aus dem Jahr 1100 zur Sturmhaube im westfälischen Soest kann durchaus interessant sein. Reisen bildet.

Anzeige

Anzeige