Wahrzeichen der Welt – kuriose und interessante Geschichten

Ein Wahrzeichen prägt das Erscheinungsbild einer Stadt und macht diese unverwechselbar. Lassen Sie sich einladen zu einer kleinen Reise an bemerkenswerte Orte und Plätze …


Ich mache mir ein Bild der Stadt

Reisen bildet und macht Spaß. Bildungsreisen in Verbindung mit einem kürzeren oder längeren Urlaub stellen eine willkommene Ergänzung zu den Badeferien dar.
Wir reisen gern in Städte mit markanten Bauwerken. Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm und das Brandenburger Tor sind unzählige Male in attraktiver Weise für die Touristen beschrieben und ihm vertraut geworden.
Doch was ist an der Golden Gate Bridge in San Francisco „golden“. Und warum bilden vier Tiere die Bremer Stadtmusikanten? Tiere können doch gar nicht musizieren.
Auch Landmarken können ein Land prägen. So ist der Ayers Rock ein bekanntes Wahrzeichen für Australien. Wie kommt ein solch riesiger Stein in eine sonst ebenerdige Landschaft?

 

Es gibt also eine ganze Reihe von Fragen für den interessierten Reisenden, die er manchmal gern beantwortet hätte.
Folgen Sie dem Autor auf einer unterhaltsamen Stippvisite zu interessanten und ungewöhnlichen Wahrzeichen auf unserer Erde. 

Denkmal ist nicht gleich Denkmal

Wahrzeichen sind Erkennungszeichen. Sie charakterisieren eine Stadt oder eine Land in ihrer unverwechselbaren Eigenart. Eine Skulptur auf dem Brunnen vor dem Tore kann  uns ebenso ansprechen wie die Kreidefelsen auf der Insel Rügen.
Die germanische Wortwurzel von „wahr“ beinhaltet dann auch die Bedeutung des Ausdruckes „auf sich aufmerksam machen“ (*).

Auf den ersten Blick denken wir bei Wahrzeichen an berühmte Gebäude oder an Denkmäler. Der vielschichtige Begriff zeigt sich jedoch in mehreren Ausprägungen. Dazu gehören Bauwerke, aber auch Skulpturen und Standbilder, sowie – vielleicht zur allgemeinen Überraschung – Landmarken. Mit diesem Begriff bezeichnen die Geologen auffällige Punkte in der Landschaft.

Für die Leser dieses Artikels hat der Autor kurze Beschreibungen zu je einem Bauwerk (Golden Gate Bridge), einem Standbild (die Bremer Stadtmusikanten) und einer Landmarke (Ayers Rock) zusammengestellt.

 

Über den Hintergrund zum Ayers Rock kommt der Beitrag – in gebotenem Umfang -zurück zu deutschen bzw. österreichischen Naturdenkmälern.

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Die Straßen von San Francisco …

… führen fast immer auch zur Golden Gate Bridge.
Der ehemalige Hippie-Sänger Scott McKenzie hat diese Stadt mit dem Lied „(If You` re Going To) San Francisco“ unvergesslich gemacht. Die Hippie-Zeit ist vergangen – die Golden Gate Bridge ist geblieben.
Allerdings ist sie in rot-brauner Farbe angestrichen. Wir nehmen das Adjektiv „Golden“ als gegeben hin. Wer hat diesem formschönen Bauwerk den glanzvollen Beinamen gegeben?

John Fremont war es, einer der frühen Entdecker des amerikanischen Westens (*).
Die Story liest sich, in der Kürze, folgendermaßen: Um 1850 gab es in Kalifornien einen Goldrausch. Die Einfahrt zur Bucht von San Francisco, in der viele Goldsucher einfuhren, erhielt von John Fremont den Eigennamen Golden Gate (Goldenes Tor).
Die Erbauer der Brücke haben diese Bezeichnung später als Grundlage für die Namensgebung der Brücke verwendet.

 

Somit erinnert die Golden Gate Bridge an goldene Zeiten.


Die Bremer Stadtmusikanten

Auch Standbilder und Skulpturen können Wahrzeichen sein. Vor dem Bremer Rathaus bestaunen Touristen aus aller Welt dieses außergewöhnliche Kunstwerk. Es wurde im Jahr 1953 im Hinblick auf die Erwartung eines zunehmenden Städtetourismus der Nachkriegszeit erstellt (*).

 

Die Darstellung geht auf ein Märchen der Gebrüder Grimm zurück, das diese um 1800 verfasst haben.

Vier Tiere (Esel, Hund, Katze und Hahn) sind alt geworden und werden von einem Bauern auf dessen Hof nicht mehr geduldet. Sie beschließen Musiker in Bremen zu werden. Auf dem Weg dorthin verjagen sie eine Gruppe von Räubern aus einem Haus und quartieren sich selbst dort ein.
Manche Literaten deuten diese Fabel als die ermutigende Geschichte von neuem Aufbruch, vom Vorteil des Zusammenhaltens und der Chance auf ein neues Leben. Die Geschichte hat also einen optimistischen Grundtenor, und sie bietet dem Zuhörer in der Touristengruppe eine Gelegenheit zum Nachdenken.

Im Jahr 1953 war der zweite Weltkrieg erst wenige Jahre vorüber. Zerstörung und Vertreibung waren noch frisch im Gedächtnis der Menschen dieser Zeit erhalten geblieben. Mit großem Einsatz schafften sie sich ein neues Leben.
Die Bremer Stadtmusikanten als ein Denkanstoß  - denk-mal.


Ayers Rock

Es wählen vielleicht nicht sehr viele Reisende aus Deutschland die zentral gelegene Wüste des Fünften Kontinents als Reiseziel. Dieser Berg hat aber eine reizvolle Geschichte, die auch uns in Deutschland berühren kann.

 

Henry Ayer war um 1830 australischer Premierminister. Ihm zu Ehren hatte ein australischer Naturforscher, der die Anhöhe für die Europäer zum ersten Mal „entdeckt“ hatte, dieses Monument benannt (*).

Warum scheint der Ayers Rock in Rot?

Der Berg besteht aus einer Sandsteinvariante. In Abhängigkeit von Sonnenstand, Wolkenbildung und Wetterlage erscheint der natürliche Rot-Ton in verschiedenen Varianten.


Warum liegt er allein in einer ausgedehnten Ebene?

Es handelt sich um einen „Inselberg“ (*). Geologen bezeichnen die Art, in der Ayers Rock sich gebildet hat, als Schildinselberge. Ehemals bildete diese Erhöhung den Teil einer Berggruppe von verschiedener Gesteinsdichte. Das hochragende, sogenannte anstehende Gestein, bildet einen festen Zusammenhang mit dem Untergrund. Das restliche, lose Gestein wurde im Lauf von Jahrmillionen weggespült.
Der ganze Berg ist Teil eines geologischen Schichtenstapels, der sich bis zu – man staune - sechs Kilometern in den Untergrund erstreckt.

 

Für die Ureinwohner Australiens ist dies ein heiliger Berg, den sie Uluru nennen. Was ist ein heiliger Berg? Haben wir einen ähnlichen heiligen Berg auch bei uns in Deutschland?

Back to the roots - nach Deutschland und Österreich

Und ob wir einen heiligen Berg haben - sogar mehrere. Wir kennen den Donnersberg in der Pfalz, den Magdalensberg in Kärnten – und das Kloster Andechs liegt sogar auf einer Anhöhe mit dem Namen „Heiliger Berg“.
Heilige Berge sind immer Orte religiöser Verehrung. Wir krönen sie in unserem Kulturkreis auch gern mit einem „Gipfelkreuz“.

Vielfalt und Nähe

Landmarken stellen also auch Wahrzeichen dar. Die UNESCO hat über 1000 Denkmäler in der ganzen Welt in die Liste des Welterbes aufgenommen. Davon sind etwa 200 als Naturdenkmäler aufgeführt (*).

 

Der kurze Ausflug zu den vorgestellten Wahrzeichen führte den Leser von der Golden Gate Bridge über die Bremer Stadtmusikanten hinüber zum Ayers Rock – und wieder zurück in die nähere Heimat.
Der Auszug aus der Vielfalt vermittelt uns im Endeffekt eine stehende Wahrheit, die wir an dieser Stelle von den Chinesen „entleihen“: Die Welt ist überall gleich schön.
Und manchmal liegt das Gute auch so nah.

 

(Wird fortgesetzt)