Bennu aus der Asche

Es ist wieder einmal so weit. In circa 100 Jahren rast ein Gesteinsbrocken auf die Erde und löscht die Nachfahren der Saurier aus. Natürlich macht man sich Sorgen. Was kann passieren? Gegen Unwissenheit hilft Information. Also liest man nach.


Alarm im Weltall

Das Geschoß aus dem All heißt Bennu und soll etwa 500 Meter lang sein. Die schiere Länge liest sich nicht sehr beeindruckend. Aber der Brocken soll zig-Tonnen Eigengewicht auf die Waage und im Extremfall allerlei Zerstörung mit sich bringen. Allerdings haben wir noch ein bisschen Zeit – etwas mehr als 100 Jahre.  Apokalypse später.

Kurze Fragen und erste Antworten zu Bennu

Aus der Schreckensmeldung der Internet Nachrichten erheben sich für den nachdenklichen Erdenbürger spontan mindestens drei Fragen.

  1. Warum erfahren wir erst jetzt von dieser galaktischen Bedrohung?
  2. Warum trägt das Biest den Namen „Bennu“?
  3. Was tut die NASA dagegen?

 

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Update März 2018. Zigarrenförmige Boten und Einmalbesucher.
Den Text zum Update finden Sie am Ende des Artikels.


Was ist ein Asteroid?

Es handelt sich um einen kleinen Körper aus dem All.
Die Astronomen unterscheiden in diesem Bereich laut Wikipedia (*) mindestens drei Klassen:

  • Asteroiden. Sie können mehrere hundert Meter groß sein.
  • Meteoriten. Sie sind oft nur einige Millimeter groß. Sie können aber auch bis zu einige Meter an Größe haben.
  • Zwergplaneten. Diese können schon einige tausend Kilometer messen.

Die Verwendung der Begriffe kann den unerfahrenen Leser schon etwas verwirren. Es existieren außerdem noch Ausdrücke wie Kleinplaneten, Planetoiden und Kleinkörper.

Asteroiden sind also auch schon einmal ein paar Hundert Meter groß.
In unserer Nachbarschaft haben die Astronomie bisher ungefähr 700.000 Asteroiden ausgemacht (*). Der Leser erschrickt. Bei einer so großen Zahl kann doch fast jeden Tag zu einem Crash kommen, oder nicht?

 

Das ist aber noch nicht alles. Es sind bisher nicht alle Asteroiden entdeckt worden. Möglicherweise kreisen Millionen von diesen zügellosen Gesteinsbrocken zwischen den Planeten unseres Sonnensystems (*).

Pause. Damit hat der biedere Durchschnittsbürger nicht gerechnet. Wie geht es nun weiter? Wer tut was gegen die Bedrohung aus dem All?



Der Google Suchbegriff „asteroid bennu“ führt den Hobbyastronomen unter anderem zu einer weiteren Webseite von Wikipedia und dann – zur NASA. 

Bennu kann eines Tages die Erdbahn kreuzen (*). Der Bursche ist gefährlich. Bis dahin sind noch 100 Jahre Plus Zeit für Gegenmaßnahmen. Die US-Weltraumbehörde hatte bereits im Jahr 2016 eine Raumsonde gestartet. Diese wurde auf den schönen Namen OSIRIS-REx getauft. Die alten Ägypter und ihre Mythen kommen später bei der Untersuchung des Namens von Bennu noch einmal zu Worte. 

Ende 2018 wird die Sonde sich dem Asteroiden nähern und ihn vermessen. Später soll Osiris-Rex auf Bennu landen. Man wird Bodenproben nehmen und im Jahr 2023 diese mit einer speziellen Kapsel auf der Erde abwerfen. Außerdem soll der himmlische Kleinkörper eine Schups bekommen, damit er aus der vorberechneten Bahn fliegt. Es gibt dazu Hunderte von Einzelheiten im Netz, auf die dieser Text nicht weiter eingeht.



Die Kavallerie von der NASA

Wir landen auf einem Asteroiden. Das hört sich nun wieder sehr toll an. Wir haben seit der Mondlandung offenbar allerhand dazugelernt. Es gab vor einigen Jahren einen Film mit Bruce Willis mit dem Titel „Armageddon“. Man kennt sich aus.

Die NASA hat auf ihrer Homepage eine Unterseite zum Thema Osiris-Rex eingebaut. Die Fotos und die Texte – es sieht alles sehr imponierend aus. Und es sind auch Videos dabei. Über eine Abschussvorrichtung ist dort auf den ersten Blick nichts zu lesen.
Wo auf Terra steht denn nun die Laserkanone? Dazu muss der Leser einfach in den News am Ball bleiben. 



Bennu und der Vogel aus der Asche

Der Name sagt einem Leser auf den ersten Blick möglicherweise nichts. Benu, mit einem „n“, soll eine altägyptischer Gottheit sein (*). Er wird als eine Art Reiher dargestellt. Diese Vögel sind im Winter offenbar weitergewandert. Im Frühling kamen sie dann nach Ägypten zurück. Daher steht der Benu Vogel für die Wiedergeburt.

Die gedankliche Verbindung zu einem möglicherweise zerstörenden Asteroiden erschließt sich nicht sofort. In der ägyptischen Astrologie vertritt Bennu den Planeten Venus (*). Außerdem beherbergt er die Seele des Gottes Osiris. Osiris ist der Herr des Jenseits.
Oje, kann man denken. Da haben sich die Leute von der NASA ja einen schönen Namen für den Gesteinsbrocken ausgedacht. Nur, wenn der Himmelkörper unseren Heimatplaneten zerstören kann, wieso trägt er dann den symbolischen Namen für eine Wiedergeburt?

Die alten Griechen haben die Geschichte von Benu in ihren Kulturkreis übernommen. Dort heißt der Benu nun Phoenix. Dieser Name ist uns wieder mehr geläufig. Phoenix aus der Asche, die Erneuerung von – was?

 

Phoenix steht für den Ausweg aus einer schier ausweglosen Situation (*). Jetzt schließt sich der Kreis wieder einigermaßen. Ein Asteroid bedroht die Erde. Wir benennen ihn wie den Phönix. Wir vermessen ihn und lenken ihn dann von seiner todbringen Bahn ab, oder wir lassen es krachen wie im Science-Fiction Film. Im Film  haben wir bisher immer gewonnen.



Irgendwie werden unsere Sternenkrieger diesen Felsbrocken aus der Bahn kicken. Und dann ist wieder Ruhe in dieser Angelegenheit.

Das Leben geht weiter. Was gibt es sonst noch in den Internet News?

Update > s. weiter unten.

 

(*) Textquellen:
Wikipedia/ Asteroid, (101955) Bennu, /Benu, /Phönix
Ähnliche Text auf dieser Webseite:
Die Apokalypse ist ein Fake

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Update März 2018. Zigarrenförmige Boten und Einmalbesucher

Von den zahlreichen Asteroiden in unserer Galaxie sind zweit weitere namentlich hervorgetreten.

Der zigarrenförmige Bote Oumuamua besuchte unser Sonnensystem im Jahr 2017. Wegen seiner scheinbar langgestreckten Form geisterte das Objekt auch als Kandidat für ein extraterrestrisches Raumschiff durch die Presse.

 

Der hawaiianische Name mit der Bedeutung "der Bote" wurde gewählt, weil der Asteroid aus einem System außerhalb unserer Michstraße stammte. Mit knapp 200 Metern Länge rangierte er von der Größe her knapp unterhalb der Klasse des Bennu. Der Vorbeiflug an der Erde fand in sicherer Entfernung statt.
Allerdings warfen seine Bahnbewegungen und seine physikalischen Eigenschaften bei den Astronomen eine Reihe von Fragestellungen auf. Oumuamua zeichnet sich durch eine rötliche Färbung aus, während andere Asteroiden eher dunkel und grau erscheinen.
Bei der Farbgebung soll es sich um den Glanz organischer Stoffe handeln. Da fragt sich der Leser, welche Organismen sich dort wohl angesiedelt haben.

Im gleichen Artikel zu Oumuamua wird er Asteroid Bowell erwähnt (*). Dieser ist mit einem angenommenen Durchmesser von mehreren Kilometern ein ganz anderes Kaliber. Bowell ist ein „nichtperiodischer“ Asteroid, der unser Sonnensystem verlassen inzwischen hat. Da muss sich die Menschheit  keine Sorgen mehr machen.

 

 

(*) Textquellen: Wikipedia/ Oumuamua, / Bowell