Jüngere Dryaszeit - nach mir die Sintflut?

Vom Himmel hoch

Rolf tänzelt schon eine Weile um diese Youtube Videos herum.
Ein Meteoriteneinschlag. Die Pole schmelzen. Die Sintflut rast um die Erde. Und dieses Ereignis soll einer unbekannten, weltweiten Hochkultur den Untergang gebracht haben. Die Pyramidenbauer, you know?

Die ganze Story ist einerseits sehr interessant, andererseits auch komplex. Rolf könnte den Eiertanz um das Thema fortsetzen.
Aber er sitzt recht oft am Laptop, und wahrscheinlich werden ähnliche Videos zu diesem Thema noch unzählige Male in irgendeiner Version auftauchen.

Also, heute ist der Tag. Wie war das mit dem Meteoriten, der Sintflut und den Erbauern der Pyramiden?


On the rocks

Das Suchwort „dryas“ bringt es am Erhebungstag bei Google auf kapitale zwei Millionen Sucheinträge. Daran kann Rolf sehen, was er bisher alles nicht gewusst hat. Langsam tastet er sich an das Thema heran. Es ist von einem oder einer jüngeren Dryas-Zeit die Rade. Möglicherweise gab es also auch eine Dryas Senior.

Wikipedia eignet sich für einen ersten Überblick zu einem neuen Thema meistens recht gut.

Die geheimnisvolle Bezeichnung geht wohl auf eine Pflanze zurück, die zu jener Zeit in Europa sehr verbreitet war (*). Na ja, denkt sich Rolf, der beliebte Begriff Jurassic soll auch auf den Fundort von Saurierknochen im Jura in der Schweiz gebildet worden sein. Diesmal ist also eine Pflanze der Namensgeber.

Im Dryas wurde es plötzlich sehr kalt. Allerdings sind die Begriffe rund um die Eiszeit für den Laien recht unübersichtlich. Man liest von Zwischeneiszeiten und ähnlichen Unterteilungen. Der Dryas war jedenfalls ein Kälterückfall. Vorher war es also wärmer.

Das Thema Grönland ist zurzeit in den Medien aktuell. Bei den Klimaforschern ist das grönländische Eis schon länger beliebt wegen der Aussagen, die die Forschung aus Bohrungen herauslesen kann.

Zwischen 12.500 und 11.500 vor unserer Zeitrechnung wurde es auf der Erde sehr schnell sehr viel kälter als davor. Gletscher wurden gebildet, Nadelwälder verschwanden auf der Nordhalbkugel. In Europa bildete sich die Tundra, eine karge Steppenlandschaft.

Die kanadische Seenplatte

Was war passiert Anno 12.500 v. Chr.?

Möglicherweise ist über dem heutigen Kanada ein Meteorit niedergegangen. Dieses Ereignis soll im Gebiet der Hudson Bay seinen Schwerpunkt gehabt haben (*). Ein Blick auf die Karte kann vage Vermutungen bestätigen. Dort oben gibt es verhältnismäßig viele Seen. Weiter südlich erscheint das Gebiet recht kompakt.

Der Einschlag soll das Wasser aus der Region in den Nordatlantik herausgedrückt haben. Dort wurde es folglich sehr viel kälter. Die oben genannten Begleiterscheinungen des Jüngeren Dryas werden entsprechend erklärt.

 

Wo ein Dryas Protagonist die Bühne betritt, da ist der Antagonist nicht weit. Es ging hin und her in der wissenschaftlichen Diskussion. Die Laien im Zuschauerraum wurden durch ein Steinbild im türkischen Göbekli Tepe zusätzlich pro Meteorit sensibilisiert. Dort soll der herankommende Meteorit abgebildet sein.


Alles in Deckung

Was hat diese Erkenntnis des herannahenden Meteoriten den geschätzten Vorfahren gebracht? Sie haben einen Teil der menschlichen DNA gerettet. Wenn unsere kulturellen Vorfahren Pyramiden und andere beeindruckende Steinbauten errichten konnten, dann konnten sie auch den Himmel beobachten. Zahlreiche bekannte Bauwerke der alten Völker sollen nach den Gestirnen ausgerichtet sein.

Die schlauen Vormenschen sehen also das Unheil aus dem All nahen. Weg können sie nicht, denn die Vimanas sind für den Orbit nicht tauglich. Also gehen sie unter die Erde. Göbelki Tele, die Alpen mit ihrem Höhlensystem, die Tunnel von Gizeh – you name it. Überall haben unsere fleißigen Vorväter gebuddelt, um möglichst viele Bewohner von Terra zu retten. Durch die Ley Linien wurde das unterirdische Straßennetz verbunden, damit man nicht so allein war.

So könnte es gewesen sein. Andere sehen das anders. Aber Rolf hat eine Story: er kann sich eine Weltsicht zu diesem Thema aufbauen. Dryas sei Dank.

Minimalismus ist King

Dryas. Was kann diese Pflanze denn Besonderes, das sie eine solches Horrorszenario überlebt hat?

Es ist eine Rose. Sie trägt den Namen: Weiße Silberwurz (*). Jetzt kommt ein neuer Ausdruck: arkto-alpine Art (*). Und sie siedelt sich gern zirkumpolar an. Wow.

Was dem Wirtschaftsfachmann der konjunkturelle Frühindikator, das ist dem Klimaforscher der Klima-Indikator. Die Weiße Silberwurz ist also von dieser Art. Gibt es sie noch heute? Ja, in den Alpen, in Sibirien und in einigen anderen Ländern rund um den Globus wächst sie weiterhin. Sie wird als genügsam beschrieben. So übersteht man halt auch kosmische Katastrophen.

 

(*) Textquellen: Wikipedia/ Jüngerer Dryas, /Weiße Silberwurz

P.S. Hat dieser Meteor im Jüngeren Dryas auch die Sintflut ausgelöst? Mal sehen (wird fortgesetzt)


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