Der Strahlemann im Heiligenschein

Aber Halo.

Tagsüber im Museum. Heute sind Ikonen und andere Heiligenbilder ausgestellt. Rolf schaut sich einige alte Gemälde interessiert an. 

Heilige sehen immer besonders chic aus mit ihrem Heiligenschein. Der englische Begriff dazu lautet halo. Das Wort soll sich von dem griechischen Wort für Sonnenscheibe ableiten.
Warum werden außergewöhnliche Menschen auf alten Bildern oft mit diesem Attribut dargestellt? Mal sehen …



Das digitale Lexikon (*) ist bei diesem Begriff leider wenig hilfreich. Immerhin überrascht die Information, dass der Heiligenschein auch Nimbus genannt wird. Und dies bedeutet, aus dem Lateinischen übersetzt: die Wolke. Eine Wolke, die sich rund um den Kopf zieht wirkt wenig spektakulär. Da macht der Ausdruck „Glorienschein“ schon eher etwas her (*). Gloria, Victoria.

Nur, mehr als ein Wortspiel bleibt aus diesen Informationsfetzen auch nicht. Was bedeutet nun diese Umrandung am Kopf der Heiligenfiguren. Ist es vielleicht die Allegorie einer Spiralgalaxie?

Warum dieser Exkurs ins Astronomische? Wenn nichts mehr im Standardwissen  weiterbringt, dann denkt der Mensch auch schon einmal lateral. Er zapft benachbarte Hirnregionen an um zu sehen, ob sich dort im Laufe des Lebens etwas Verwertbares abgelagert hat.



Heilige Stargates

Neben dem Glorienschein hat sich der menschliche Geist auch noch die Aureole und die Mandorla erfunden. Die Aureole umrahmt das Antlitz der Person komplett in einer kreisförmigen Art (*).
Science Fiction Fans können auf die Idee kommen, Heilige als Abgesandte ferner Welten zu verstehen. Und die Aureole ist das Stargate. Die Annunaki wurden halt im Moment des Austritts aus dem jeweiligen Stargate künstlerisch im Bild festgehalten. Das wäre ein Ansatz.

Die Mandorla zeigt den gleichen Umstand, jedoch in mandelförmiger Ausprägung (*). Warum die Mandelform? Der Urgrund dieser Wortwahl erschließt sich nicht spontan. Es wird auch von Ellipsen und rautenförmige Erscheinungsformen berichtet.  Vielleicht hilft ein mutiger Gedankenschritt zur Blume des Lebens in der „heiligen Geometrie“. Allerdings entfernt man sich dabei eventuell zu weit vom Text zum Thema Heiligenschein. 



Sonne, Mond und Berge

Die Sonne schafft rund um den Kopf eines Menschen einen Strahlenkranz, wenn dieser direkt vor der Sonnenscheibe steht. Möglicherweise wurden alte Helden in dieser Form zu Heiligen stilisiert. Die Kraft der Sonne hat dem Edlen einige besonders gute Gedanken zugespielt. Er wird jetzt zum Heiligen erklärt, und die Sonne wird symbolisch rund um den Kopf im Bild dargestellt. Das wäre ein Erklärungsansatz für einen Menschen von heute. 

Man liest von einem Taborlicht. Tabor – nie gehört? Dies ist der Name eines Berges in religiösen Schriften aus Kulturen des vorderen Orients (*). Einige der Jünger des Christus sollen den Religionsgründer in einer derartigen Erscheinung auf diesem Berg wahrgenommen haben. Diese Herleitung könnte wieder zur Idee eines Lesers  aus der heutigen Zeit passen. 



Das Lebenslicht - alles Bio?

Sind Biophotonen ein Hilfsmittel, um den gedanklichen Ursprung des Heiligenscheins zu ergründen?
Dieser Ausdruck wird scheinbar eher in esoterischen Kreisen verwendet. Die etablierte Wissenschaft, so liest man, verwendet den Begriff der Biolumineszenz (*). 

Übersetzt bedeutet dieser Ausdruck: das Lebenslicht. Da bei kann ein Leser wieder wacher werden. Heiligenschein und Lebenslicht, das könnte passen. Haben Heilige vielleicht eine besondere Ausstrahlung, die von Außenstehenden als „ein Leuchten“ wahrgenommen wurde?

Leider sind es eher Einzeller oder Bakterien, die ein ausreichend starkes Leuchten produzieren können (*). Mehrzeller wie wir Menschen leuchten offenbar nur sekundär, also nicht ganz so stark, dass es für einen Heiligenschein reicht. 

Es ist zum Haare raufen. Ein Geheimnis des Heiligenscheins lässt sich momentan nicht ergründen. Es bleibt also nur der künstlerische Aspekt der allegorischen Darstellung.   Beim nächsten Besuch im Museum hat man zu den Heiligenbildern immerhin etwas mehr zu erzählen.



(*) Textquellen:
Wikipedia/ Heiligenschein, /Mandorla, /Taborlicht, /Biolumineszenz.

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