I Ging – ein Buch mit sieben Siegeln?

„How Can I Be Sure“ ist ein Song der Gruppe „Young Rascals“ aus dem Jahr 1967. Es geht um das Gefühl der Geborgenheit in einer Welt, die sich ständig verändert.

Das Lied war Rolf eingefallen, als er ein Video zum Thema "I Ging" auf Youtube ansah. I Ging soll übersetzt bedeuten: „Das Buch der Wandlungen“. OK, dachte sich Rolf, was haben die Chinesischen Weisheitslehren mit einem amerikanischen Pop-Song zu tun?

Mal sehen – es konnte ja interessant werden …

 

Eien Spirale steht für Veränderung. Das Buch I Ging gibt Hilfestellung bei der Bewältigung des Lebens in einer Welt, die sich ständig verändert.
Was gibt Sicherheit in einer Welt der ständigen Veränderung. Das Buch I Ging hat Vorschläge dazu.

Bildquelle: havefun/ https://www.frage-antwort-storytelling.de/storytelling/i-ging-7-siegel/


Hexa Hexerei?

Heute wird das Wort anders geschrieben, aber das war Rolf egal Er bleibt bei I Ging. Es handelt sich um eine Sammlung von Schriftzeichen (*). Sechs waagerechte Linien bilden einen Ausdruck. Die Linien können wechselweise durchgezogen oder unterbrochen sein. Ein Code also, dachte sich Rolf.
Es gibt 64 Gruppen aus diesen 6-stelligen Zeichen. Die Anzahl erinnerte Rolf an den ASCII Code. Dieser besteht aus 128 Zeichen, also zwei Mal 64. Gab es da einen Zusammenhang über die Kulturen hinaus? Wer weiß. Rolf blieb beim Thema.
In der Urform soll das I Ging aus zwei Büchern bestanden haben. Das erste Buch umfasste 30 Zeichen. Das zweite Buch den Rest. Warum wurde das I Ging nicht in zwei gleichstarke Sammlungen von je 32 Zeichen unterteilt? Da ging es schon los mit den einfachen, aber zurzeit unbeantworteten Fragen.

Was steht denn drin, im I Ging?

Ein Orakel war es in seiner Urform. Zauber? Nein, ein Orakel ist eine Ahnung, eine unmittelbare Einsicht in die Dinge, die da auf einen Menschen zukommen. Lottofee? Rolf bemüht sich, ernst zu bleiben

Die ersten Hellseher verwendeten ein Schafgarbenorakel, so sagt Wikipedia (*). Die Schafgarbe ist eine Heilpflanze. Ein Gesichtsdampfbad macht einen schönen Teint. Rolf merkt sich diesen Hinweis.
Außerdem hilft die Schafgarbe scheinbar auch bei der Verdauung. Jetzt wurde Rolf aufmerksam. Der Darm als gedachtes Urgehirn bestimmt das Bauchgefühl, die Intuition. Hier vermutete Rolf einen Zusammenhang zum Orakel.

Wenn der chinesische Zukunftsdeuter die sechsteiligen Zeichen aussprach, denn wurde daraus ein Spruch, ein Zauberspruch.
Rolf dachte an die vedischen Rezitationen und an die yogischen Mantras. Das hörte sich ähnlich an wie die chinesischen I Ging Sprüche. Auch Hinweise auf Aussagen wie Klangwelten und andere philosophische Positionen fielen ihm ein. Mal weiterlesen.

Vogelschau und Hexagramm

Neben der Schafgarbe wurden im alten China offenbar auch Orakelknochen bei der Vorhersage der Zukunft verwendet. Der Schamane erhitzte wohl einen Knochen. Dieser zeigte Risse. Diese sagten dem Kundigen die Ereignisse der Zukunft voraus. So ganz hatte Rolf die logische Verbindung zwischen den Knochenrissen und den Ereignisse nicht verstanden. Aber er kam halt auch aus dem westlichen Weltverständnis. Dort galten andere Einsichten in die Dinge, die die Welt bewegen. Aber, Griechen und vielleicht auch Römer, hatten ebenfalls verschiedene Orakelpraktiken  eingesetzt, so hatte Rolf in der Schule gelernt. Er erinnert sich an das Gedicht über die Kraniche des Ibikus. 

Vögel fliegen und kündigen Ereignisse der Zukunft an. Gibt auch das I Ging darüber Auskunft.
Der Vogelflug in der Schau der alten Römer. Das I Ging der Chinesen. Gibt es Beziehungen?

Bildquelle: havefun/ https://www.frage-antwort-storytelling.de/storytelling/i-ging-7-siegel/


Zurück zum I Ging. Die sechsteiligen Figuren werden auch Hexagramme genannt. Hexa kommt aus dem Griechischen und heißt sechs. Jedes Zeichen hat eine andere Bedeutung. Manche stehen für die Kräfte der Natur. Andere weisen auf Familienverhältnisse hin. Was einer kann und was einer wird lässt sich herauslesen und so weiter. Woher wusste der Schamane, dass das Zeichen Nummer eins für eine bestimmte Naturkraft, Zeichen Nummer fünf aber für die zukünftige Familienplanung stand? Rolf fand keine Antwort. Ihm wurde das Thema jetzt auch langweilig. Es fehlte der Unterbau an Wissen, um den Ausführungen sinnvoll zu folgen.

Rolf fand eine kurze Erklärung für sein Unverständnis bezüglich der Gedankenwelt des I Ging . Im Westen soll der Dualismus unser Weltbild bestimmen. Dualismus wurde im 16. Jahrhundert geboren und soll auch griechische Denker zurückgehen. Wir leben also in einer Welt von oben und unten, Himmel und Erde, Gut und Böse und so weiter. Da oben da leuchten die Sterne, unten hier unten leuchten wir.
Die Chinesen leben in einer Welt der Bewegung. Oben und unten sind durch Kräfte miteinander verbunden. 

Ein Lehrer gibt sein Wissen symbolisch an einen Schüler weiter. Das Buch I Ging hat die Welt und ihre Veränderungen zum Inhalt.
I Ging - das Buch der Wandlung. Wissen bedeutet die Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen.

Bildquelle: havefun/ https://www.frage-antwort-storytelling.de/storytelling/i-ging-7-siegel/


Ein Seufzer und ein Fazit

Orakel und der alberne Gedanke an die Lottofee: Schamanen sehen in erhitzten Tierknochen die Zukunft voraus. Bei uns sind die Schamanen ausgestorben. Und die schafgarbenkundigen Frauen haben wir, bis auf die Hildegard, alle verbrannt. Vom Bauchgefühl und von einem anderen Weltbild wollen wir nichts wissen.

 

China tickt anders.

(*) Textquelle: Wikipedia/ I Ging
Rolf kann sich auf Wikipedia immer gut für einen ersten Überblick informieren. Right or wrong, my Wikipedia.


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