Der Ingwer macht neugierig.

Mundhygiene wird in diesen Zeiten groß geschrieben. Ein ayurvedisches Kochbuch empfahl, Ingwer mit heißem Wasser zu trinken. Was ist von dieser Empfehlung zu halten? Rolf verfolgte die Spuren des Ingwers in einem Lexikon. Hier ist die Story.

Bildquelle: havefun/ https://www.frage-antwort-storytelling.de/storytelling/ingwer-neugierig/


In einem ayurvedischen Kochbuch hatte Rolf gelesen, dass Ingwer sehr gesund sein sollte. Das kann nun jeder halten, wie er will. Rolf kaufte sich also eine Ingwerknolle im Supermarkt. Zuhause schnitt er den Ingwer in kleine Teile, schälte ihn, und trank ihn, mit heißem Wasser übergossen, als Getränk.
Dann schaute er sich die Pflanze genauer an. Warum hat der Ingwer diese seltsam verwusselte Form? Eine Bohne ist gerade gewachsen. Eine Kartoffel ist eben ein bisschen ellipsenförmig. Der Ingwer aber hat diese Tropfenform, und darüber und darunter setzt er eine weitere ungerade Form auf. Welchen biologischen Vorteil mag dies der Pflanze wohl bringen?
Und dann dieser Name. „ngw“ ist für die deutsche Sprache eine eher ungewöhnliche Konsonantenbildung. 

 

Rolf schaute im Lexikon nach. Aha, die Knolle heißt Wurzelstock (*). Dieser Teil des Ingwers lebt unterirdisch. Darüber bildet er auch grüne Blätter aus, die das Sonnenlicht einfangen. Hat die Kartoffel auch Sonnensegel? Rolf schaute kurz nach, weil ihm dieser Vergleich das Verstehen erleichtern könnte.
Oh ja. Die Blätter der Kartoffel werden bis zu einem Meter groß. Rolf hatte bisher noch nie auf Kartoffelpflanzen mit einem Gardemaß von einem Meter geachtet. Das musste er eines Tages nachholen. 

Zurück zum Ingwer. Auch diese „krautige Pflanze“ schafft Wuchshöhen von gut einem Meter. Die Kartoffel ist eine Nutzpflanze. Fällt der Ingwer in die gleiche Kategorie? Scheinbar nicht. Wikipedia schreibt dem Ingwer eine gewisse Wirkung als Arzneipflanze zu. Das kann ein Leser nun glauben oder nicht.

Also – der Ingwer besteht aus drei Bauteilen. Die Stängel werden circa einen Meter hoch. Daran wachsen Laubblätter. Die Knolle wächst unter der Erde und wird als ein „Rhizom“ bezeichnet. Wer ist denn auf diese komische Bezeichnung gekommen? Gibt es dafür auch einen deutschen Begriff?

Rhizom ist Griechisch und heißt  Wurzel. Und dafür wird in der Botanik nicht einfach eine längliche Wurzel bezeichnet. Vielmehr ist dies ein „verzweigtes Sprossenachssystem“ (*). Schau an, dachte sich Rolf. Der Ingwer ist ein Ingenieur. Er denkt sich gern etwas komplizierte Konstruktionen aus. Wie kommt der Ingwer auf die intellektuelle Leistung, mehrwinklige Achsen auszubilden anstelle der sonst üblichen geraden Wurzelstränge?

Was bringt ein Rhizom an Vorteilen? Stärke, Konsistenz. Diese Sprossachse (*) ist sehr stabil. Sie wird als ein Organ bezeichnet (*). Klar, dachte sich Rolf. Der Ingwer hat ganz schön Muckis. Im Vergleich zu den Wurzeln eines Salatblattes hat der Ingwer einen ausgeprägten Bizeps. Und das Rhizom dient als Lage- und Transportstätte. Alles ist irgendwie bewusst ausgebildet und interagiert auf eine smarte Weise.

Genug vom Rhizom. Was ist am Ingwer so gesund?
In Asien wird er als Hustensaft verwendet (*). Dazu  dient er als scharfes Gewürz. Er wird gegen Bakterien eingesetzt und so weiter.
Ingwertee und heißes Ingwerwasser fördern demnach die Speichelbildung (*). Also dient der Ingwer auch als Mundhygiene. Ob das nun alles stimmt, das wissen nur die Lebensmittelchemiker.
Rolf setzte zu einem Schluck von seinem heißen Ingwerwasser an. Den Artikel hatte er zu Corona-Zeiten geschrieben. Ingwer und Mundhygiene – das passte, aber ….

Halt. Einmal musste Rolf noch nachsehen. Der zusammengesetzte Suchbegriff „ingwer mundhygiene“ brachte am Erhebungstag auf Google knapp 100.000 Einträge hervor. Auf den ersten Blick wurden Zahnfleischprobleme und schlechter Atem als Anwendungsgebiete angeführt. Frischer Atem las sich gut.

Darauf einen Schluck Ingwerwasser.

 

 

Textquellen: Wikipedia/ Ingwer, /Rhizom, /Sprossachse

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