Der Kaiser von China, das Goldene Zeitalter und der Jadeschmuck

Er sitzt da wie der Kaiser von China. Damit will man ausdrücken, dass ein Mensch besonders erhaben wirkt, oder auch aufgeblasen. Es kommt auf den Standpunkt des Betrachters an. Der Kaiser von China ist in unserem Wortschatz immer noch lebendig. 

Es war kein Mensch. In seinen Anfängen galt dieser Herrscher als Gott oder als Halbgott, jedenfalls als übermenschlich. Dies hing zusammen mit der chinesischen Auffassung von der Erschaffung der Welt. Ein anderes Weltbild, eine andere Kultur, andere Geschichten zum lesen – das lockt.
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Update Oktober 2017. Klangsteine aus Jade

Den Text zum Update finden Sie weiter unten im Artikel.


Unser alter Kaiser Wilhelm

Die Beschäftigung mit fremden Kulturen kann für einen neugierigen Geist unwahrscheinlich interessant sein.

 

Bei uns hat der erste Weltkrieg den Kaiser Wilhelm und einige andere gekrönte Häupter aus dem Amt gefegt. In China geschah dies ebenfalls um diese Zeit, im Jahr 1912 (*). In diesem Jahr musste der letzte Kaiser von China nach einer Revolution abdanken.
Seine Vorgänger reichen circa bis auf das Jahr 200 v.Chr. zurück. Das Besondere daran ist der Umstand, dass die ersten Kaiser als übermenschliche Wesen oder als Halbgötter angesehen wurden. Da kommen unsere Wilhelms, Friedrichs und andere nicht mit. 

Warum sollten die Begründer des chinesischen Kaiserreichs gottähnliche Gene tragen?
Man stößt auf eine Urkaiser von China. Zu diesem „Menschen“ oder Wesen existieren scheinbar keine historisch verbrieften Dokumente. Er reicht zurück in das Zeitalter der Mythen.

Es wird allerdings von einer Dreiheit des Kaisers berichtet. Jeder einzelne Aspekt steht für den Himmel, die Erde und den Menschen. Mancher Leser erinnert sich an die abendländische Trinität in den Hauptreligionen. Es gibt offenbar geisteswissenschaftliche Verwandtschaften über die Kulturen hinaus.

Diesen drei „Erhabenen“ folgten fünf weitere Kaiser. Jeder dieser Potentaten soll mindestens 10.000 Jahre regiert haben. Man erinnert sich, auch Moses, Methusalem  und andere biblische Gestalten werden mit Lebensspannen um die 800 Jahre reported.
Wie konnte ein Mensch, theoretisch, damals so alt werden? Es herrschte das „Goldene Zeitalter“ auf der Erde. Was ist das nun wieder?

 

Der Mount Rushmore in einer chinesischen Version
Der Mount Rushmore in einer chinesischen Version

In the stars

Das Goldene Zeitalter. Es handelt sich um einen Ausdruck aus der Literatur der Antike (*). In Urzeiten sollen die Menschen in einem Zustand voller Frieden und Glück einträchtig miteinander gelebt haben. Es gab auch keine anstrengende Arbeit und ähnlichen Stress. Alles war in Butter. Das Paradies lässt grüßen.

Was ist dann passiert? Degeneration. Die Menschen hatten ihre Tugendhaftigkeit, ihre guten Charaktereigenschaften verloren. Warum dies, warum sind sie nicht einfach nett und freundlich geblieben? Die Sterne waren`s. Dort oben herrscht ein beständiger Wandel, und dieser wirkt sich auf das menschliche Gemüt aus. Da der Wandel aber zyklisch abläuft besteht die gute Aussicht, dass sich alles eines Tages wieder zum Guten wenden wird. Never give up!
Soweit zum Thema „Goldenes Zeitalter“ an dieser Stelle.


Das „Gesicht“ in der chinesischen Kultur

Zurück zum Kaiser von China. Die drei Urkaiser und ihre fünf mystischen Nachfolger regieren also im Goldenen Zeitalter in China.

Dieser Regenten der Vorzeit gelten als die Begründer der chinesischen Kultur (*). Von den zahlreichen Einträgen zu diesem Thema ist mir ein Begriff besonders aufgefallen. „Das Gesicht wahren“. Diese Redewendung findet man im europäischen Kulturkreis in dieser Form nicht. Was bedeutet der Ausdruck? 

Das Gesicht in dieser Form würde man bei uns „den guten Ruf“ nennen. Im Lexikon werden einige Beispiele genannt (*):
Wer seinen Job nicht gut macht, der hat sein Gesicht verloren. Also strengt man sich an.
Kritik wird nicht öffentlich ausgedrückt. Man nimmt den Schuldigen beiseite. Wer öffentlich gemaßregelt wird, der verliert sein An-Sehen. Aber, und das ist eine sehr interessanter kultureller Beiwert, auch der öffentliche Kritikgeber verliert sein Renommee. Bei uns wird „einer in den Senkel gestellt“, und einige Umstehende feixen. Im alten China war das Blödsinn, weil man selbst dabei  „das Bummerl“ abbekam.

Es gibt oder gab demnach in China eine Schamkultur (*). Bei uns gibt es jetzt den Ausdruck Fremdschämen. Vielleicht ist das ein Schritt in Richtung auf das neue Goldene Zeitalter. Wer weiß?

Der Jadekaiser

Der Urkaiser von China hat also allgemein gültige Regeln für das Zusammenleben eingesetzt. Der Text verlässt an dieser Stelle das umfangreiche Gebiet der chinesischen Kultur.
Im Zusammenhang mit dem Kaiser von China  ist von einem Jadekaiser zu lesen. Das Wort reizt natürlich ungemein, weil es weitgehend unbekannt ist. Jade, der grüne Stein, und der Kaiser – wie passen die beiden Begriffe zusammen?

Dieser Monarch war kein üblicher Kaiser, sondern eine echte Gottheit (*). Er war auch nicht irgendein Gott im Götterhimmel. Er galt als das höchste Wirkprinzip im Universum. Und der Kaiser von China war sein irdischer Sohn. Daher stammt wohl der Begriff vom „Halbgott“.
Jede Kultur hat ihren Schöpfergott oder ihr entsprechendes Prinzip. Warum wird in China der Jade-Stein damit verbunden?
Jade wirkt nach diesen Vorstellungen wie ein spirituelles Medium. Der Stein kann demnach eine spirituelle Brücke zwischen dem Menschen und den „Göttern“ herstellen. 

Was ist Jade?

Es handelt sich um einen Schmuckstein(*). In Asien gilt er seit Jahrtausenden als Kultstein. Esoteriker sollen ihn den „Stein der Weisen“ nenne. Wie kommt die Weisheit in das Mineral und von dort hinüber zum Menschen?
Vulkane erzeugen Jade, vor allem im sogenannten pazifischen Feuergürtel. Der Stein hat einige mineralogische Besonderheiten. Das bei und bekannte Grün nennt sich Imperial und wird anscheinend durch die Beimengung von Chrom erreicht (*). 

Noch einmal. Wie entsteht die göttliche Wirkung? Es hat etwas mit Symbolen und Riten zu tun. Glauben bedeutet mehr als wissen. Die geheimnisvolle Wirkung lässt sich nicht beschreiben, sondern nur erfahren.  


Klangsteine aus Jade

Hinweise auf die Resonanzwirkung von Jade-Steinen lesen sich interessant (*). In alten Zeiten soll die Kunst der Klangstein-Herstellung zuerst in China aufgekommen sein. Klänge können „magische“ Wirkungen auf die Mitglieder alter Völker gehabt haben. Schamanentrommeln und ähnliche Instrumente wurden offenbar von den Medizinmännern der Vorzeit verwendet, um die Geister anzurufen.

In diesem Zusammenhang kann die rituelle Bedeutung der Jadesteine seinerzeit über den reinen Wert eines Schmucksteines hinausgegangen sein. Dies wäre ein mögliche Sichtweise auf die besondere Stellung des Jadesteines in der asiatischen Kultur.

 

(*) Textquelle: Wikipedia/ Lithophon

Viel Holz.
Was bleibt? Wieder etwas dazugelernt. Chinas Kaiser kamen aus dem Himmel. Das Goldene Zeitalter war eine tolle Zeit; das könnte bald wiederkommen. Und Jade ist ein sonderbarer Stein, der neugierig macht. Was kostet Jadeschmuck?

 

 (*) Textquellen:
Wikipedia/ Kaiser von China, /Chinesische Kultur, /Jade, /Goldenes Zeitalter

 

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