Wo ist der Minimalismus geblieben?

Aber hallo, wo ist denn dieser einfache Lifestyle geblieben, der kürzlich noch in Mode war?
Man sieht ein sehr einfach gehaltenes Bild im Internet und denkt: das sieht aus wie Minimalismus. Aber im Alltag begegnet einem Durchschnittsbürger der Begriff kaum noch. Oder man kriegt es selbst nicht mit. 
Hobbyschreiber sind neugierig. Ist der Minimalismus verschwunden? Ein Spurensuche >>



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Die Texte zu den Updates finden Sie am Ende des Artikels.


Wer suchet …

Google kennt den Begriff noch. Auf die Anfrage „minimalismus“ antwortet die Suchmaschine mit mehr als sechs Millionen Sucheinträgen. Das lässt hoffen für die weitere Suche nach mehr Input zu diesem Begriff.

Wikipedia kennt gleich fünf Minimalismen (*). Kunst, Architektur, Music mit c, die Linguistik und das Einfache Leben mit großem E

Vorher geht noch ein Blick auf Google Trends. Das sieht nicht so toll aus. Die verwandten Themen machen auf den ersten Blick nicht allzu viel Sinn. Und der Unterbegriff „minimalismus lebensstil“ ist eine einzige Enttäuschung. Überall stehen Leerstellen für diesen Suchbegriff in der grafischen Zeitreihe der letzten zwölf Monate. Die Kunst wird ein bisschen gefragt, aber ansonsten enthält die Suche an diesem Tag nicht genügend Daten.

Also, lassen wir es krachen. Minimalismus läuft nicht. Eine weitere Recherche erscheint wie reine Zeitverschwendung.



Stop den Beat

Da war noch etwas. Kürzlich war ein Artikel im Internet über Schäferromane und die Sehnsucht der Vorfahren nach dem einfachen Leben. Einfach ist gut. KISS als Kürzel für das Motto „halte den Ball flach“ hatte seinerzeit auch einen gewissen Charme. Noch ein Versuch.

Praktizierter Minimalismus beginnt mit Ordnung. Der Satz kann überraschen. Wikipedia führt über eine lange Reihe von sozialwissenschaftlichen Begriffen (*) zu diesem genannten Startpunkt.



Vor der Erkenntnis zur Umkehr muss der Minimalist nämlich (*): 

  • Seinen Lebensstil definieren.
  • Die Gesellschaft als konsumorientiert empfinden.
  • Dieselbe als Überflussgesellschaft erkannt haben.
  • Alltagszwänge in sich spüren und
  • Sein Leben nicht selbstbestimmt und erfüllt wahrnehmen.

Das liest sich alles sehr kompliziert. Wie macht man die Sache einfacher?


Gezieltes Einkaufen

Mit dem Machbaren beginnen. Das hört sich vernünftig an. Also geht der Minimalist mit einem vorbereiteten Einkaufszettel in den Supermarkt. Nach Möglichkeit vermeidet er die Fallen der geheimen Marketingverführer. OK, damit kann man leben. Ab sofort gilt der Einkaufszettel als verbindliche Checkliste beim Shoppen.

Reizüberflutung reduzieren.

Heute bleibt der Fernseher kalt - und der Neuminimalist wird auch nicht andauernd auf das Smartphone starren.
Pausen einlegen, Rückzugsorte aufsuchen, ein Baumbad nehmen – alles schon gehört. Der Minimalist setzt diese Empfehlungen ab sofort um. 



Elf Freunde sollt ihr sein.

Der Wikipedia Artikel zitiert amerikanische Forscher auf diesem Gebiet (*). Und diese Herren zählen die aktiven Minimalisten zu einer Subkultur. Was ist eine Subkultur?

Als Subkultur wird von den Soziologen als eine Teilgruppe der Gesellschaft bezeichnet (*). Gehören Minimalisten zur schweigenden Mehrheit? Eher nicht. Das Netz sagt, dass der Konsumverhalten der Deutschen momentan ungebrochen hoch sei. Minimalisten mit dem Einkaufszettel in der Hand und dem ausgeschalteten Smartphone im Jackett sind dann in der Minderheit.

Aber wen stört die soziologische Einordnung, wenn sich das Leben subjektiv erfüllter anfühlt. Man muss ja nicht alles auf den Müll werfen. Neben der Disziplin mit dem Einkaufszettel kann man für den Start noch ein paar Spaziergänge zu privaten Rückzugsorten einplanen.
Ein bisschen raus aus dem Getümmel. Mehr Achtsamkeit und so. Nachdenken, wo sich weitere Ansatzpunkte zur schrittweisen Vereinfachung finden.
Nicht übertreiben, auch nicht mit diesem Minimalismus.

 (*) Textquellen:
Wikipedia/ Minimalismus, /Einfaches Leben/, /Subkultur

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Diese Bank kann an die Idee vom Minimalismus erinnern.
Sie steht in einem Kurpark einem kleineren Kurort. Viele ältere Leute gehen dort spazieren und wollen sich zwischendurch ausruhen. Dafür steht diese Bank bereit. Sie ist einfach, schlicht , kein großes Brimborium – ein Platz zum Ausruhen. Hier wird die Zweckdienlichkeit auf den Punkt gebracht.



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Die Leute von der NASA sind die Weltmeister im Minimalismus. Wenn man sich einmal den Mars Rover anschaut, dann merkt man dies sofort.
Da sieht man keinen Spoiler oder Alufelgen oder Weißwandreifen. Dort oben fährt ein technisches Gerät auf Rädern zu Forschungszwecken umher. Für den Transport muss das Gewicht des Rovers eben – minimal sein.
Äußere Zwänge fördern den Minimalismus auf natürliche Weise.

Dieses Foto zeigt den Mars Rover in der Version "Moonlight" eines PC Grafikprogrammes.