Die "Obelisken" von Swinemünde

Swinemünde ist ein schöner Urlaubsort an der Ostsee. Auf den Giebeln der alten Bürgerhäuser entdeckt der interessierte Spaziergänger zahlreiche Arten von Ornamenten – zum Beispiel Obelisken.

Obelisken - diese Bauwerke kennt man aus Ägypten. Warum haben die Bauherren in Swinemünde Obelisken als Giebelschmuck für die Häuser verwendet? Mal sehen, ob sich dieses Rätsel lösen lässt. Hier geht es zum Text >>


Eine sehr große Überraschung

Der größte Obelisk der Welt soll auf dem Petersplatz in Dom stehen. Was hat der Papst mit ägyptischen Obelisken zu tun? Ein weiteres beachtliches Exemplar ist in Washington zu besichtigen.  Jetzt fragt sich der Beobachter, ob diese Bauwerke vielleicht einen besonderen Symbolcharakter haben.  Je mehr der neugierige Flammarion sucht, desto mehr Städte mit riesenhaften Obelisken erscheinen auf seinem Bildschirm.

 

Was ist ein Obelisk?

Der Bratspieß

Obelisk soll eine gemischte Wortbildung aus dem Griechischen und dem Lateinischen sein und „Bratspieß“ bedeuten. Diese Herleitung lehne ich als Autor schon beim ersten Blick in das Lexikon ab(*). Ich habe ähnliche Sprachverwirrungen bei der Suche nach der Bedeutung der Sphinx erfahren. Aus dem Griechischen kam ich letztlich zu einem ägyptischen Ausdruck, der sich vollkommen anders liest.

Wenn Obelisk nicht „Bratspieß“ bedeutet, was ist dann der Sinngehalt des Wortes? „Tehen-Pfeiler“ wird als Alternative genannt. Die Bedeutung des Ausdruckes tehen erschließt sich mir im Moment noch nicht.


Als Obelisk wird eine hochaufragende Säule mit einem pyramidenähnlichen Aufsatz verstanden (*). Die Verwandtschaft zur Pyramide passt wieder zum Bauwerk, so kann der unbedarfte Leser an dieser Stelle denken.

Eine Brücke ist es, sagt die Legende. Sie verbindet den Erdenmenschen mit seinem Himmlischen Schöpfer (*). Dies ist ein schönes Bild. Es erinnert an die Regenbogenbrücke aus der nordischen Dichtung.


Die besondere Form des Pfeilers soll von den Strahlen der Sonne inspiriert worden sein. Diese Herleitung kann schon wieder als starker Tobak erscheinen. Brücke, Sonnenstrahlen, ein x-Meter hoher Stein wird aufgerichtet – ein Leser muss sich nicht jede fremde Herleitung zu eigen machen.

Es folgt im Lexikon eine umfangreiche Darstellung der altägyptischen Götterwelt (*). Diese soll an dieser Stelle nicht unbedingt untersucht werden, weil der Artikel aus einer architektonischen Besonderheit entstanden ist.

Im Zusammenhang mit der Architektur fallen zwei Fakten besonders ins Auge. 

  • Monolith
  • Vergoldete Spitze und glatte Pfeilerfläche

Altägyptische Obelisken waren immer Monolithen (*). Sie können bis zu 250 Tonnen wiegen. An dieser Stelle fragt sich mancher Leser, wie die alten Völker diese Gewichte bewegt haben sollen. Eine ähnliche Fragestellung verfolgt die Freunde der Pyramidenkunst auch seit vielen Jahren.

 

Ein Blick noch auf den Petersplatz in Rom. Warum haben die alten Römer oder ihre Nachfahren einen derart riesigen Steinpfeiler aus Ägypten in ihre Hauptstadt transportiert?


Die vergoldete Spitze

Die Obeliskenspitze. Ob aus Gold oder aus Messing, das Lesen im Internet schärft den Verstand für solche historischen Artefakte.
Andere Gegenstände wurden im Altertum mit Oreichalkos veredelt.
Und die glatte Außenfront der ursprünglichen Pfeiler erinnert stark an die meist schmucklosen Innenseiten der Pyramiden.
Gegenstände mit einer profanen Nutzung sind in der Regel frei von Ornamenten. Hatten die ursprünglichen Obelisken im alten Ägypten einen praktischen Nutzen?

 

In Paris gibt es einen Obelisken mit einer vergoldeten Spitze. Auf diesem Video ist er zu sehen. 

Die Geschichten um die Obelisken erscheinen rätselhaft. Für einen interessierten Leser kann daraus der Wunsch entstehen, im Laufe der Zeit mehr über dieses imponierende Bauwerk zu erfahren.

Rom, die goldenen Spitzen, ein möglicher sachlicher Gebrauchswert. Es bleiben einige offene Fragen.

 

(wird fortgesetzt). 


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