Der Polarstern – daran kannst du dich orientieren.

Hobbyschreiber sind von Natur aus neugierig. Rolf hat gestern einen Artikel zum Thema „Raumsonde Voyager“ verfasst. Heute geht er in die Stadtbücherei. Und was sieht er als erstes? Eine Zeitschrift über Astronomie.

Der Zufall ist oft ein seltsamer Begleiter. Beim Durchblättern des Magazins fällt der Blick auf den Namen Polaris. Polaris, war das nicht der Name einer Rakete und einer U-Bootklasse? Wie kommt ein Stern zu der Bezeichnung von modernen Waffen? Und welche Geschichte steht wohl hinter diesem Stern? Mal sehen …

 

Entdecken Sie in einigen Leseminuten eine für Nicht-Astronomen neue Welt …

Updates

Oktober 2018. Was ist ein „Wandering Star“?

September 2018. Frau Venus aus Tenochtitlan.

September 2018. Mit Elvis zu den Plejaden. 

Die Texte zu den Updates finden Sie am Ende des Artikels.

Dieses Bild zeigt einen Sterngucker. Der Stargazer schaut hoffnungsvoll auf den Polarstern hinauf. You`ll never walk alone. Dieser Stern schafft Vertrauen.


Im ganz hohen Norden

Wieder daheim. Wikipedia weiß fast alles. Der Polarstern ist`s. Das hätte man sich auch vorher fast denken können. Polaris ist der scheinbar hellste Stern am Nordpol – des Himmels (*). Der Himmel hat also auch einen Nordpol. Das kann man hinnehmen. Aber warum ist Polaris dann der scheinbar hellste Stern in dieser Himmelsphäre? Kann man die Antwort ohne große Komplikationen bekommen?

Der Polarstern kann mit bloßem Auge erkannt werden. Mal schauen, da oben am Abendhimmel ist etwas sehr hell. Ob das der Polarstern ist? Im Magazin tauchte eine Menge an Werbung für Fernrohre auf. Diese benötigt ein Erdenmensch wohl auch, wenn er mehr über die Sterne dort oben erfahren will.

Wilhelm Herschel hatte ein Fernrohr. Der Name kommt bekannt vor. Herr Herschel hatte um das Jahr 1800 den Stern für das Abendland entdeckt. Das erscheint reichlich spät, denn andere Kulturen kannten den Doppel-Stern schon viel früher. Aber möglicherweise bezieht sich Herschels Entdeckung auf die doppelte Natur des Polaris.

You never walk alone

Polaris ist nie allein. Es handelt sich um einen Doppelstern. Dieser Umstand war unter Astronomen anscheinend sehr unklar. Erst im Jahr 2006 wurde die Doppersternigkeit durch das Hubbel-Teleskop endgültig bestätigt (*). Da staunt der Laie. So lange haben wir gebraucht, um einen Doppelstern eindeutig zu identifizieren (*). Die TV-Serie Navy CIS könnte in Stargate CIS oder ähnlich umgetauft werden und Rätsel am Firmament lösen. Spaß muss sein.

Der Polarstern diente Seefahrern alter Zeiten als Orientierungshilfe. Allerdings funktioniert die Anzeige nur für die Seeleute auf der Nordhalbkugel. Südlich vom Äquator ist von Polaris nichts zu sehen. Dort nehmen die Seebären andere Gestirne als Orientierungspunkt. Das hat ein Festlandbewohner vorher auch nicht unbedingt gewusst.



Alles dreht sich

Rechts neben Polaris werden zwei Sterne von den Astronomen benutzt, um den Polarstern ausfindig zu machen. Diese Nachbarn sind dann noch heller als Polaris selber (*).Wo muss man nun hingucken, wenn man zum ersten Mal den Polarstern sucht? Wahrscheinlich liest man vorher kurz in einem Magazin für Astronomie nach.

Nichts ist für ewig, auch die Rolle von Polaris nicht. Im Jahr 2102 übernimmt die Wega seine Rolle (*). Dies hängt mit der Taumelbewegung der Erde im Verhältnis zu den Himmelspolen zusammen. Wer sich dafür interessiert, der findet unter den Begriffen Präzession und Ekliptik ein fruchtbares Feld für die geistige Nahrung.

So, der kleine Ausflug war ganz interessant. Ob Rolf sich jetzt ein Fernglas holt? 

Die Kartografie des Himmels als Puzzle.
Die Kartografie des Himmels als Puzzle.

Vom Himmel hoch

Ernsthaft, was bleibt? Der Himmel ist schwierig für einen Menschen, der sich damit so gut wie nie damit beschäftigt hat. Die alten Völker haben wie damisch die Sterne beobachtet. Wahrscheinlich ist von oben oft kataklymes Unheil heruntergekommen. Schließlich wollten unsere Vorfahren früh genug wissen wollten, wann sie sich wieder unter die Erde flüchten müssen. Aber dank Voyager haben wir bald einen Exoplaneten mit habitabiler Zone als Backup.   

Update September 2018. Mit Elvis zu den Plejaden >> weiter unten.


(*) Textquelle:
Wikipedia/ Polaris
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Update September 2018. Mit Elvis zu den Plejaden

Rolf hatte früher hin und wieder gern Lieder von Elvis Presley gehört. Youtube weiß das, und deshalb stellt das Portal ihm ab und zu einen Titel von Elvis in der Seitenleiste vor.

Flaming Star ist der Titelsong zu einem Westernfilm aus dem Jahr 1960. Rolf kennt das Lied; er hat es schon oft gehört.
"Flammender Stern" ist schon ein seltsamer Titel. Eine Flamme gehört zum Streichholz, aber nicht zu einem Stern am Himmel. Welche Geschichte mag sich wohl hinter dieser geheimnisvollen Bezeichnung verbergen?

Der Suchbegriff „flaming star“ allein bringt hauptsächlich Kaufempfehlungen für das Lied hervor. „flammender stern bedeutung“ ist dann ein Haupttreffer. AE Aurigae wird als ein flammender Stern am Himmel bezeichnet. Was ist das?
Laut Wikipedia handelt es sich um einen diffusen Nebel (*). Gas und Staub kennzeichnen diese Objekte am Firmament. Und – sie sind Geburtsstätten für junge Sterne. Oha, denkt Rolf. Er denkt kurz zurück an den Liedtext. Elvis bittet den Stern, jetzt noch nicht aufzugehen. Wahrscheinlich ist das Leben des Sternenkindes dann rasch zu Ende. Der Text ergibt im Zusammenhang mit der Geburtswiege keinen Sinn. Rolf liest weiter.

Der Orionnebel ist auch in Laienkreisen ein bekannter Nebel (*). Das Raumschiff Orion kommt Rolf in den Sinn. Außerdem sind die Pyramiden von Gizeh nach dem Orion ausgerichtet, oder auch nicht, je nach Sichtweise der beteiligten Forscher.
Der Orion sieht im Zusammenhang mit dem Elvis Song interessant aus. Was gibt es über dieses Himmelsobjekt zu erfahren?

  • Er ist gut sichtbar.
  • Er ist ebenfalls einen Sternenwiege. Kommen wir vom Orion? Oder kommen die Erbauer der Pyramiden vom Orion? 
  • Der Orionnebel sendet scheinbar seltsame grüne Spektralfarben aus (*). Von einem Stern, der grün leuchtet, hat Rolf auch noch nie gehört. Der flammende Stern wird immer geheimnisvoller.
  • Der gesamte Bereich tanzte über Jahrzehnte einen Schleiertanz für die Astronomen.

 Es folgen im Lexikon Artikel eine Menge an astronomischen Fachbegriffen, die Rolf nicht einordnen kann. Er springt zum Bereich Mythologie.

Orion – der Promi Stern

Orion ist eine Gestalt aus der griechischen Sagenwelt mit einer diffusen Geschichte (*). Sein Vater war angeblich Poseidon, der Gott des Sternen-Meeres. Das passt, so findet Rolf. Orion hatte allerlei dumme Sachen angestellt. Er wurde deshalb an den Himmel verbannt. Na gut, dort oben tummeln sich ohnehin allerlei griechische Götter und Helden. Da hat Orion wenigstens ausreichend Gesellschaft. 

Orion landete in einem Himmelsbereich, der Plejaden genannt wird.
Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von recht bekannten Sternen. Sieben davon sind besonders gut zu erkennen. Die Himmelsscheibe von Nebra soll diese sieben Sterne zeigen. Die Zahl Sieben soll alten Völkern heilig gewesen sein, weil mit dem Erschienen der sieben Plejaden der Frühling zurückkam. Auf einem berühmten sumerischen Rollsiegel sind ebenfalls sieben Sterne zu sehen. In sumerischen Erzählungen werden die Plejaden auch als „Stern des Enki“ bezeichnet. Und der Gott Enki – hat die Menschen erschaffen (*).
Toll, denkt sich Rolf, wie man von Elvis zu dieser Geschichte kommen kann. 

... alles lateral

Leider hat der Exkurs in die Sagenwelt nicht zur Klärung beigetragen. Die Ausgangsfrage lautete: Warum singt Elvis Presley ein Cowboylied über einen flammenden Stern?  Man weiß es nicht. Möglicherweise hatte der Texter eine mythische Ader. Möglicherweise ist auch alles Zufall. Der ursprüngliche Titel der Films basierte wohl auf der Geschichte von der Lanze eines Indianerhäuptlings.
Dann fällt Rolf noch die Version vom "Black Star" ein. Flaming Star hatte nämlich vorher den Titel Black Star erhalten. Was sagt Google zum Sucheintrag „black star“? Unsere Astronomen bezeichnen damit einen „Schwarzen Zwerg“. Rolf verzichtet an dieser Stelle darauf  weiterzulesen.  
Jedenfalls hat der erfrischende Ausflug in die Welt des lateralen Denkens wieder einmal Spaß gemacht.

Die Sterne haben auch für Rolf eine gewisse Anziehungskraft entwickelt. Wer sich einmal mit ihnen beschäftigt, der kehrt anscheinend immer wieder gern zu diesem Thema zurück.

  

(*) Textquellen: Wikipedia/ Orionnebel, ./Plejaden, /Enki


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Update September 2018. Frau Venus aus Tenochtitlan

Rolf schnüffelt gern auch in sehr verschiedenen Rubriken im Internet. Eine kurze Unterzeile auf einem Youtube Video behauptet, dass Tenochtitlan erst zu zehn Prozent ausgegraben sei.
Tenochtitlan und seine Pyramiden – das Thema liegt heute auf seiner Linie. Wikipedia weiß allerhand über diese Ruinenstadt zu erzählen. Azteken, die Sonnenpyramide und die Mondpyramide werden beschrieben. Und der gefiederte Schlangengott wird als Abendstern interpretiert.
Moment mal, Abendstern. Polarstern, flammender Stern, Abendstern – das passt thematisch zusammen.
Und der Abendstern ist – die Venus. 

Exkursion zur Venus

  • Wo liegt die Venus am Sternenhimmel? Rolf hat keine Ahnung. Er hat sich für Sternenkarten bisher nie interessiert.
    Die Venus liegt im inneren Kreis der Planetenbahnen um die Sonne, und zwar an zweiter Stelle. 
  • Ist es dort sehr heiß? Anscheinend nicht, denn das Lexikon bezeichnet diesen Planeten als erdähnlich.
    Aha, diese Informationen haben anscheinend schon die Filmautoren der 50er Jahr gelesen. Und flugs haben sie ein Invasion von der Venus inszeniert. Wie hieß der Film? "Invasion von der Wega", so lautete der Titel. Das war nichts.
  • Was ergibt die Suchanfrage  „venus science fiction“? Eine Menge alter Filme aus den 1930er bis 1940er Jahren. Aktuell ist kein Blockbuster verzeichnet. Die Venus ist nicht aktuell.

Warum aber wird ein uralter Tempelbezirk in Mittelamerika mit dem Abendstern in Verbindung gebracht. Und - was ist der Abendstern?

Fakten zur Venus

Die Venus kommt der Erde von allen sieben Planeten in bestimmten Konstellationen am nächsten (*). Sie ist auch in etwa so groß wie die Erde. Kann man da einmal hinüberspringen und eine Kolonie gründen?

Die ersten Informationen im Lexikon sprechen eher dagegen (*). Es gibt keine Atemluft und der Oberflächendruck ist riesig. Dort brauchen die Astronauten wohl besonders widerstandsfähige Raumanzüge. Wieso wird dieser Planet dann als erdähnlich bezeichnet? Wahrscheinlich hat Rolf eine Information falsch verstanden.

Die erste Aussage lag also knapp daneben. Es ist auf der Venus zu heiß. Das Wasser verdampft. Ein erdähnliches Leben ist dort nicht möglich. Also reisen wir doch lieber zum Mars.

Warum haben die Vorgänger der Azteken dann einen Pyramidengott nach diesem Stern benannt? Vielleicht wegen der guten Sichtbarkeit. Schon von den Sumerern wird berichtet, dass sie ihre Fruchtbarkeitsgöttin Inanna nach diesem Stern benannt hätten. Sie war eine uralte Liebesgöttin, lange bevor die Römer sie Venus nannten. Gut und schön – wo bleibt der Abendstern der Azteken?

Der Letzte wird der Erste sein

Die Venus wird Abendstern genannt, weil sie in den Abend- und Nachtstunden der hellste sichtbare Stern am Himmel ist. Einige Monate später hat der Planet seine Position zur Sonne derart verändert, dass er am Morgen als erster Stern sichtbar wir. Dann mutiert die Venus zum Morgenstern.
Abendstern heißt im Griechischen Hesperos, und der Morgenstern wurde auf den Namen Phosphoros getauft (*). Die Römer nannten den Morgenstern dann in ihrer Sprache den Lucifer. Da schau einer an. 

Rolf kommt heute mit den Bezügen zum mittelamerikanischen Pyramidengott nicht weiter. Aber die Uramerikaner waren schlaue Kerlchen. Einen Maya Kalender und Mondpyramiden zu ersinnen erfordert einiges an Gehirnschmalz. Der Abendstern auf der Pyramide von Tenochtitlan hat bestimmt etwas Besonderes zu bedeuten. Rolf kommt schon noch darauf.

Zwischendurch findet er dieses tolle Video >>

 

(wird fortgesetzt).

 

(*) Textquellen: Wikipedia/ Tenochtitlan, /Venus

Graf Zeppelin auf der Venus



Oktober 2018. Was ist ein „Wandering Star“?

Die Werke der Musen sind voll mit Titeln über die Sterne und ihre Bedeutung.
Der amerikanische Schauspieler Lee Marvin hatte im Jahr 1969 einen sehr großen Erfolg mit einem Lied, das diesen Titel trug.
Was bedeutet der "Wandering Star" in der deutschen Übersetzung? Einen Wandelstern gibt es bei Wikipedia nicht. Stattdessen wir der Ausdruck Wandelgestirn angeboten (*).
Und dazu gehören: Sonne, Monde und alle Planeten. Also alles, was sich dort oben bewegt. Außerdem werden Asteroiden und Kometen dazugezählt.
Das Gegenteil wird als Fixstern bezeichnet.

 

(*) Textquelle: Wikipedia/ Wandelgestirn