Der Polarstern – daran kannst du dich orientieren.

Hobbyschreiber sind von Natur aus neugierig. Rolf hat gestern einen Artikel zum Thema „Raumsonde Voyager“ verfasst. Heute geht er in die Stadtbücherei. Und was sieht er als Erstes? Eine Zeitschrift über Astronomie.

Der Zufall ist oft ein seltsamer Begleiter. Beim Durchblättern des Magazins fällt der Blick auf den Namen Polaris. Polaris, war das nicht der Name einer Rakete und einer U-Bootklasse? Wie kommt ein Stern zu der Bezeichnung von modernen Waffen? Und welche Geschichte steht wohl hinter diesem Stern? Mal sehen …

 

Entdecken Sie in einigen Leseminuten eine für Nicht-Astronomen neue Welt …


Im ganz hohen Norden

Wieder daheim. Wikipedia weiß fast alles. Der Polarstern ist`s. Das hätte man sich auch vorher fast denken können. Polaris ist der scheinbar hellste Stern am Nordpol – des Himmels (*). Der Himmel hat also auch einen Nordpol. Das kann man hinnehmen. Aber warum ist Polaris dann der scheinbar hellste Stern in dieser Himmelsphäre? Kann man die Antwort ohne große Komplikationen bekommen?

Der Polarstern kann mit bloßem Auge erkannt werden. Mal schauen, da oben am Abendhimmel ist etwas sehr hell. Ob das der Polarstern ist? Im Magazin tauchte eine Menge an Werbung für Fernrohre auf. Diese benötigt ein Erdenmensch wohl auch, wenn er mehr über die Sterne dort oben erfahren will.

Wilhelm Herschel hatte ein Fernrohr. Der Name kommt bekannt vor. Herr Herschel hatte um das Jahr 1800 den Stern für das Abendland entdeckt. Das erscheint reichlich spät, denn andere Kulturen kannten den Doppel-Stern schon viel früher. Aber möglicherweise bezieht sich Herschels Entdeckung die doppelte Natur des Polaris.

You never walk alone

Polaris ist nie allein. Es handelt sich um einen Doppelstern. Dieser Umstand war unter Astronomen anscheinend sehr unklar. Erst im Jahr 2006 wurde die Doppersternigkeit durch das Hubbel-Teleskop endgültig bestätigt (*). Da staunt der Laie. So lange haben wir gebraucht, um einen Doppelstern eindeutig zu identifizieren (*). Die TV-Serie Navy CIS könnte in Stargate CIS oder ähnlich umgetauft werden und Rätsel am Firmament lösen. Spaß muss sein.

Der Polarstern diente Seefahrern alter Zeiten als Orientierungshilfe. Allerdings funktioniert die Anzeige nur für die Seeleute auf der Nordhalbkugel. Südlich vom Äquator ist von Polaris nichts zu sehen. Dort nehmen die Seebären andere Gestirne als Orientierungspunkt. Das hat ein Festlandbewohner vorher auch nicht unbedingt gewusst.


Alles dreht sich

Rechts neben Polaris werden zwei Sterne von den Astronomen benutzt, um den Polarstern ausfindig zu machen. Diese Nachbarn sind dann noch heller als Polaris selber (*).Wo muss man nun hingucken, wenn man zum ersten Mal den Polarstern sucht? Wahrscheinlich liest man vorher kurz in einem Magazin für Astronomie nach.

Nichts ist für ewig, auch die Rolle von Polaris nicht. Im Jahr 2102 übernimmt die Wega seine Rolle (*). Dies hängt mit der Taumelbewegung der Erde im Verhältnis zu den Himmelspolen zusammen. Wer sich dafür interessiert, der findet unter den Begriffen Präzession und Ekliptik ein fruchtbares Feld für die geistige Nahrung.

 

So, der kleine Ausflug war ganz interessant. Ob man sich jetzt ein Fernglas holt? 

Die Kartografie des Himmels als Puzzle.
Die Kartografie des Himmels als Puzzle.

Vom Himmel hoch

Ernsthaft, was bleibt? Der Himmel ist schwierig für einen Menschen, der sich damit so gut wie nie damit beschäftigt hat. Die alten Völker haben wie damisch die Sterne beobachtet. Wahrscheinlich ist von oben oft kataklymes Unheil heruntergekommen. Schließlich wollten unsere Vorfahren früh genug wissen wollten, wann sie sich wieder unter die Erde flüchten müssen. Aber dank Voyager haben wir bald einen Exoplaneten mit habitabiler Zone als Backup.   

 

(*) Textquelle:
Wikipedia/ Polaris
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