CIMON – der lustige Roboter für die Weltraumstation ISS

Künstliche Intelligenz ante portas

Die Geschichte von dem Kugelmännchen im Weltraum ist wirklich süß. CIMON, dieser lustige Kerl, turnt also dort oben im Weltraum herum und unterstützt unsere Astronauten bei der Arbeit.
Wir Menschen sind relativ doof. Und weil das so ist, bekommen wir eine künstliche Intelligenz als Helferlein zugeteilt. Ein Haufen Silizium weiß wohl bald mehr als der gescheiteste Musterschüler. Das darf doch nicht wahr sein – oder? 

Bildquelle: havefun/ https://www.frage-antwort-storytelling.de/storytelling/roboter-cimon-ki/


Algorithmus. Nichts als Vorschriften.

Schach, Go, Quizfragen – jetzt die Astronauten. Überall Roboter. Wie konnte es soweit kommen? KI ist die Antwort. Was ist – Intelligenz? Vielleicht muss man erst einmal die Programmierer des CIMON Roboters fragen.
Der CIMON soll als Herzstück eine Suchmaschine in sich tragen (*). Eine Suchmaschine beantwortet Fragen. Wie heißt die Hauptstadt von Uruguay? Eintippen und die Antwort kommt heraus. Welche Police habe ich bei Ihrer Versicherung abgeschlossen? Diese und jene. Mitarbeiter einer japanischen Versicherungsgesellschaft sollen von einem derartigen System ersetzt worden sein (*). Ob das wohl stimmt?

Ein solches System ist aus klugen Einzelschritten aufgebaut, sogenannten Algorithmen, so liest der interessierte Bürger (*). Erst fängt ein solches Programm ganz langsam an. Dann pflügen sich die Anweisungen durch immer komplizierter erscheinende Verästelungen von Wenn- oder Wenn-Nicht-Abfragen.
Der Mensch neigt dazu, ihm unwichtig erscheinende Informationen in das Langzeitgedächtnis abzuschieben. Dann muss er erst wieder nachschlagen „wie das noch hieß“. Computer werden vernetzt. Dutzende von Systemen gleichen ihre Speicherinhalte ständig ab. Da geht nichts verloren. Das lokale Netz vergisst auch nie.

In dieser Form kann ein Durchschnittsbürger sich die Unterschiede von KI und NI vereinfacht vorstellen. Und jetzt? Wohin mit uns, wenn die Computer die ganze Denkarbeit übernehmen? Sie erschaffen sogar schon ihre eigenen Roboter, so liest man. Dann übernehmen die Ableger oder die Produkte der KI auch noch die Handarbeit. Noch einmal. Was machen wir den ganzen Tag?
Wir könnten Filme drehen, wir machen Unterhaltung. Aber das machen die intelligenten „Burschen“ auch schon (*). 

Einst hatten Jungs drei Traumberufe: Lokführer, Feuerwehrmann und Astronaut. Für die zukünftigen Jungs bleibt bald nicht mehr viel zu tun. Bleibt das Programmieren noch als resort of last hope? Das Silizium System lächelt.

Noch `n Gedanke

Halt, da war noch etwas - natürliche Intelligenz. Haben wir vielleicht doch noch die Nase vorn?
Intelligenz soll aus dem Lateinischen kommen und „auswählen“ bedeuten (*). Ein Mensch legt ein blaues und ein weißes Hemd vor sich auf die Kommode und überlegt, welches er heute anziehen will. Und da ist noch mehr … unsere kognitive Fähigkeit. 

Was bedeutet kognitiv? Es handelt sich um die Fähigkeit, Informationen umzuformen (*). Unsere klugen Vorfahren hatten eine Information aufgenommen und erkannt, dass man daraus etwas machen kann. Intelligenz wird nämlich als „kognitive Leistungsfähigkeit“ bezeichnet (*).

Für den Alltag liest sich das alles zu kompliziert. Der gelegentliche Leser zum Thema KI im Weltraum und auf Erden will jetzt nicht noch Psychologie studieren, um seine berufliche Zukunft besser zu verstehen. Wo liegt der Hase im Pfeffer beim Thema KI gegenüber der natürlichen Intelligenz des Menschen?


Drei Ansatzpunkte bieten sich an.

  1. Papa und Mama. Intelligenz beim Menschen ist offenbar angeboren und hat auch sehr viel mit dem sozialen Umfeld zu tun (*). Nun haben programmierte Roboter keine Gene und auch kein soziales Umfeld. Möglicherweise sind sie gar nicht intelligent, sondern nur ausführende Schaltungen.
  2. Graue Masse. Künstliche Intelligenz bildet die Denkvorgänge in menschlichen Gehirnen nach. Alternative Ja-Nein Situationen werden untersucht. Neuronale Netze werden imitiert. Das Gedächtnis wird in einem KI-System ebenfalls simuliert. Aber - unser Gehirn ist zur Anpassung fähig. Plastizität zeichnet unser Denkorgan aus, und zwar in den Synapsen als auch in ganzen Hirnregionen (*). Das macht uns im Moment keine Platine nach. Vielleicht hat die Evolution das Thema KI schon vorausgesehen, und sie hat uns einen Vorsprung gegenüber künstlichen Algorithmen gegeben.
  3. Philosophisches. Ein System ohne Selbst-Bewusstsein und ohne Gefühle bleibt immer ein Werkzeug in der Hand bewusster menschlicher Wesen, so heißt es. Man nennt es auch einen „philosophischen Zombie“ (*). Diese Faktoren erheben den Menschen klar über die Maschine: das Bewusstsein und die Emotionen.

Fazit.

Also, CIMON kann weiterhin im Weltraum herumturnen. Er ist schließlich nur eine programmierte Marionette. Ein digitales Helferlein.
Der Text lässt es erst einmal dabei bewenden. Was tun gegen das mulmige Gefühl?

 

(Fortsetzung folgt).

(*) Textquellen: Wikipedia/ Watson KI, /Intelligenz, /Kognition, /neuronale Plastizität, /Philosophischer Zombie

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