Was ist "der Stein der Weisen"?

Wo kann man den Stein der Weisen kaufen und was kostet ein Stück?
Der Stein der Weisen – tausend Mal gehört und nie verstanden. Heute sehen wir nach.

Den Stein der Weisen kann man im Kernkraftwerk kaufen. Allerdings ist die Herstellung von einem Pfund Gold teuer als wenn man ein ganzes Goldbergwerk aufkaufen würde. Transmutation, die Umwandlung eines Elementes in ein anderes, ist das Thema (*)


In alten Zeiten

Die alten Weisen waren auch nicht dumm. Sie sind auch nicht hinter einer Fata Morgana hergelaufen. Deshalb gaben sie dem ominösen Stein gleich zwei Bedeutungen.

Nach außen hin sollte in solcher mineralischer Tausendsassa schon Gold erzeugen.
Nach innen hin, inwendig, stand er für die Umwandlung einer rauen Seele in ein erleuchtetes Wesen (*). Da staunt der Laie.

Gleich einmal von vorn.
Alchemisten waren die Vorfahren der heutigen Wissenschaftler auf den Gebieten Chemie, Physik und Mineralogie. Das hört nicht jeder Forscher gern, aber in diesem Text soll dies einmal so stehen bleiben. In früheren Zeiten hatten die Menschen halt ein anderes Verhältnis zur Natur. Damals spielte die Seele eine größere Rolle als heute. Mit dem Satz „Ich denke, also bin ich“ hatte René Descartes die Seele, die Alchemie und ähnliches Gedankengut in die Schmuddelecke des menschlichen Strebens verbannt.

Steinchen, verwechsle dich

In den Zeiten vor Descartes versuchten die Forscher ihrer Zeit ein Mittel und einen Weg zu finden, um „unedle“ Stoffe in edle Substanzen zu verwandeln. Was bedeutet unedel bzw. das Gegenteil?

Edel sind die vier Grundelemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Metalle kommen aus der Erde. Sie gehören also zu den vier Grundelementen.
Unter Verwendung von
Quecksilber, Schwefel und Salz als Veredelungsmittel sollte das Gold hergestellt werden, das edelste aller Metalle
Silber, Platin und Palladium gehören ebenfalls zu den Edelmetallen, aber Gold ist top.

Wer hat dies so festgelegt? Ein sagenhafter Gelehrter aus dem alten Ägypten namens Hermes Trismegistos. Die Definition fand vor etwa 2.500 Jahren statt (*) Der Herr hatte bestimmt einen anderen Namen, den Hermes T. hört sich ganz unägyptisch an. Man liest trotzdem weiter, damit die Akte „Was ist der Stein des Weisen“ endlich einmal geschlossen wird.

Hermes, der Ägypter, und viele Menschen mit ihm glaubten an ein gestaltloses Sein. Dieses Sein hatte die Macht, um die Welt zu erschaffen. Alle Produkte des Welterschaffungsprozesses haben ihrer Auffassung nach Körper, Geist und Seele. Also: Mensch und Tier, Baum und Gras – und eben auch die Mineralien.

Jetzt kommt Fahrt in die Geschichte. Gold hat eine besonders hohe Wertschätzung. Man muss nur einen geeigneten Grundstoff finden, und diesen geschickt mit einem klugen Verfahren in Gold umwandeln, und schon war alles eitel Sonnenschein. Warum? Nun, mir Gold konnte ein Fürst bezahlen, wenn er einmal pleite war. Und wer Gold trinkt, dem winkt ein langes Leben bei bester Gesundheit, so sagen die Alten (*).

Die zweite Fraktion der Alchimisten schwor mehr auf die inneren Werte. Der Stein der Weisen war demnach eine Art formelhafte Vorsatzbildung, die mantramäßig wiederholt, dem Adepten zu Frohsinn und zu einem  glücklichen Leben verhelfen sollte. Vielleicht ist die Verwendung des Begriffes Stein in diesem Zusammenhang etwas unglücklich. Aber der Ausdruck wird halt in dieser Form verwendet.

Die Vertreter der äußeren Stein-Fraktion traten in der Literatur weitaus häufiger in Erscheinung. Von besonderen Reichtümern wird in den Geschichtsbüchern nichts beschrieben. Allerdings entwickelten sich aus den ursprünglichen Küchen der Alchimisten um das 19. Jahrhundert erste Labors von Forschern nach unserer modernen Vorstellung. Diese werden teilweise als die genannten Wegbereiter anerkannter Wissenschaftszweige angesehen.


Wo bleibt das Gold?

In seiner Elektronenhülle. Und von dort ist es auch sehr umständlich heraus zu bugsieren. Kernschmelzer und Kernspalter der Gegenwart benötigen eine Menge Energie, um die Atomkerne zu bewegen, sodass daraus die oben erwähnte Transmutation entsteht (*).
Energie ist teuer. Im Moment, so scheint es, ist die Umwandlung von Elementen in Gold daher wirtschaftlich nicht rentabel.

Was bleibt?

Der innere Stein der Weisen, also autogenes Training „und solche Sachen“ dient als ein leiser Hinweis der inneren Steinfraktion. Manche werden damit glücklich, andere lesen lieber spannende Bücher über das Thema oder sie sehen sich Filme über die äußere Variante vom „Stein der Weisen“ an. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Jedenfalls lässt sich nach dieser kurzen tour d`horizon festhalten.

  • Der Stein der Weisen sollte Gold erzeugen.
  • Ein erfolgreicher Versuch wurde nicht publiziert.

Allerdings muss der Interessent die Texte schon genau lesen. Der Alchemist legt nicht einen Stein zu einem anderen, sondern er sucht nach einer Formel. Mit Hilfe dieser Formel verwandelt sich ein unedles Element in den gewünschten Goldklumpen.
Moderne Physiker arbeiten mit Formeln. Heutzutage kann man offenbar mit riesigen Kernfusionsanlagen und ähnlichen Anlagen Metalle umwandeln. Aus Kostengründen scheint dies nicht sehr weise zu sein.

 

Ein Fazit zum Thema Stein der Weisen: Klappe zu oder warten, bis die Internet News eine fantastische Entdeckung in dieser Hinsicht melden. 

(*) Textquelle:
Wikipedia/ Stein der Weisen

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