Achim. Rita. Wolfgang. Wo sind die „alten“ Vornamen geblieben?

Nomen est omen

Es kann schon auffallen, dass die Jungs heute nicht mehr so oft Wolfgang heißen und die Mädchen nicht Brunhilde. Nur, jetzt will man als Hobbyschreiber um Gottes willen keine neue Liste der Vornamen schreiben. Davon gibt es genug im Internet.
Trotzdem, es prickelt schon bei einigen Vornamen in Wikipedia nachzuschlagen. Und siehe da, es kommen ein paar interessante Geschichten dabei heraus. Viel Spaß beim Lesen.
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Updates

Januar 2018. Minna und Wilhelm. Starker Wille – starker Schutz.

Januar 2018. Robinson, der Strahlemann.

 

Die Texte zu den Updates finden Sie am Ende des Artikels.

Wo sind sie geblieben?
Wo sind sie geblieben?


Achim lebte vor Jesus

Achim. Diesen Vornamen hat mancher lange nicht gehört und gelesen. Was sagt das Lexikon? Es handelt sich um die Kurzform von Joachim (*). Kurz nachdenken. Welcher berühmte Mann fällt einem Leser mit diesem Vornamen ein? Man kommt schon noch darauf.

 

Zur Überraschung des Autors gehörte der biblische Joachim zu den Vorfahren Jesu. Da stockt das Lesen. Wieso kennen wir die Vorfahren von Jesus? Es ist doch bestimmt schon schwierig, die eigenen Vorfahren über die letzten 100+ Jahre zurückzuverfolgen. Wie können dann Historiker die Genealogie einer geschichtlichen Figur über Jahrtausende feststellen? Das will man jetzt wissen.

Die Vorfahren des Jesu von Nazareth werden im Neuen Testament aufgeführt und zwar gleich in zwei Versionen (*). Das Staunen nimmt kein Ende. Zuerst einmal wundert sich der Bildungsbürger, dass Jesus hier mit dem Zusatz „von Nazareth“ aufgeführt wird (*): Gab es noch andere Jesusse?
Dann überrascht die doppelte Buchführung. Mal sehen, was da auf einen zukommt. Drittens verwundert die Aufführung der Genealogie im neuen Testament. Wäre die alte Version dieser Schrift nicht zeitnahe rund damit besser für eine Tracking der Vorfahren geeignet?
Eines kann man jetzt schon sagen. Der Autor dieser Zeilen ist nicht sehr bibelfest. Aber das kann sich ja ändern.


Unser Kalender „stimmt“ irgendwie nicht.

Jesus von Nazareth wurde nicht im Jahre Null geboren. Sein wahrscheinliches Geburtsdatum wird im Lexikon mit einem Zeitraum zwischen dem Jahr vier bis sieben vor der christlichen Zeitrechnung angegeben (*). Da steht einem unbedarften Leser der Mund offen. Diese Information wird nun wirklich nicht jeden Tag in den Internet News durchgegeben. Wahrscheinlich ist man selbst einfach zu oberflächlich. 

Zur Genealogie von Achim und Jesus wir das Neue Testament als Quelle angegeben. „Neu“ wird in diesem Zusammenhang regelmäßig groß geschrieben.

OK, und wo bleibt jetzt die Liste der Vorväter?

Glauben ist mehr als Wissen

Im Lexikon folgt eine umfangreiche Besprechung von diversen Quellen zur Person des Jesus(*). Es ist nichts Genaues zu erfahren. Man liest viel von Erzählungen und Legenden. Jesus selbst hat offenbar keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen. Das Wissen über sein Wirken stammt hauptsächlich von seinen Jüngern und von Außenstehenden. Woher stammt nun die Genealogie? Am besten fängt man beim Vater des Jesus an.

Der Vater des Jesus hieß wohl Josef. Aber auch in diesem Fall helfen die verwendeten Angaben nicht weiter. Der Autor dieses Artikels muss passen. Die Person des Achim als einer der Vorfahren von Jesus kann an dieser Stelle nicht ermittelt werden.
Auf eine tiefere Spurensuche zur doppelten Ausfertigung des Stammbaumes wird erst einmal verzichtet. Ein kurzer Blick in das Stichwort „Vorfahren Jesu“ lässt ahnen, dass die Auslegungen unter den Fachleuten umstritten sind.

Die Frage, warum die Genealogie im Neuen Testament erstellt wurde, beantwortet sich logischerweise aus dem Geburtsjahr von Jesus. Das Alte Testament wurde wohl im Jahr 100 vor Christus niedergeschrieben (*). Allerdings müssten die Autoren des Neuen Testaments auf diese Quellen und andere zurückgegriffen haben. 

Der Text wollte nur kurz wissen, was Achim bedeutet.
Dies geht scheinbar nicht ohne tieferes Studium der christlichen Religionsgeschichte. Der Vorname Joachim wurde jedenfalls in seiner Ursprungsform lange vor Christi Geburt verwendet.

Was bedeutet "Joachim"?

Der Urvater des Joachim wurde sinngemäß „von Gott beschützt“ (*). In diesem Sinne ist Achim eine gute Namenswahl. Vielleicht spielen wir deshalb zurzeit so gut Fußball.
Joachim Fuchsberger war ein bekannter Träger dieses Vornamens.

 

(*) Textquelle: Wikipedia/ Achim. /Jesus von Nazareth, /Vorfahren Jesu



Der mit dem Wolf ging

Vordenken macht mehr Spaß als nachdenken. Ging der Vorgänger von Wolfgang vorzugsweise mit Wölfen spazieren?

Er ging wohl mit dem Wolf, allerdings in den Kampf (*). Oha, Überraschung macht sich breit. Allerdings ist der Satz im übertragenen Sinne gemeint. Der Kämpfer mit diesem Namen war „wild wie ein Wolf“. Es ging also nicht um Krieger mit abgerichteten Wolfshunden, sondern um eine Charaktereigenschaft des Namensträgers.
Wie lautet der Ausdruck für eine solche Namens-Übertragung? Krafttiere – das Tier im Manne.

Manche Germanenkrieger sollen sich einen Wolfspelz übergezogen haben. Diese Bilder kennt man auch aus Indianergeschichten und aus Filmen.

Als berühmtester Namensträger wird Goethe genannt (*). Seit den 1960er Jahren ist Wolfgang als Vorname in der Beliebtheit rückläufig. Welches Krafttier hat denn im Moment die Nase vorn?

 

(*) Textquelle: Wikipedia/ Wolfgang

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Hermann und die Proteine

Hermann, der Cherusker. Das war einfach – oder? Nicht ganz.
Her kommt von Heer. Als Heer bezeichnet man die Landstreitkräfte eines Staates (*). Der erste Hermann war also kein Wikinger. 

Was ist ein Mann? Es ist ein erwachsener Mensch, und sein Geschlecht ist männlich (*). Die Molekularbiologie ist in diesem Punkt sehr genau. Ein Mann hat nämlich in der Regel ein Chromosomenpaar XY, und zwar in den Geschlechtschromosomen. Frauen haben dort ein XX Paar.
Wie kommt das? Bei der Befruchtung entsteht aus der Eizelle und dem Spermium eine neue Zelle. Eine göttliche Kraft lässt diese Zelle sich mehrfach teilen. Der Organismus entsteht. Dabei entwickeln sich unterschiedliche biologische Konfigurationen. 

Im männlichen Chromosomensatz bildet sich ein Teilbereich, der für die Bildung von Hoden verantwortlich ist. Kitzekleine Teilchen, sogenannte Proteine, sorgen für die Bildung dieses Merkmals. So entsteht ein Mann. Anderenfalls entwickelt sich eine Frau.

Hermann ist also ein Landkämpfer mit einem XY Paar in den Geschlechtschromosomen.
Sein berühmter Namensträger Arminius hatte in der Varusschlacht gegen die Römer seinem Namen alle Ehre gemacht.

 

(*) Textquellen:
Wikipedia/ Hermann, /Mann, /Zytose, /Protein, /Makromolekül



Lovely Rita

Rita sorgte in alten Zeiten für Ordnung. Die Hindus hatten mit diesem Namen den Begriff von einem anständigen Leben in Recht und Ordnung verknüpft (*). Ursprünglich war dieser Name nicht mit einer Gottheit in Menschengestalt verbunden. Rita stellte eine Idee, ein Prinzip dar (*).

Wie kam der Vornamen zu uns nach Europa? Über Margarete. Und dies bedeutet „die Perle“ (*). Möglicherweise kam dieser Vorname – mit veränderter Bedeutung - über Indien und Persien in den Nahen Osten und von dort zu uns. 

Die Gretel in Goethes Faust wurde so genannt. Greta Gabor fällt noch ein und Maggie Thatcher. Peggy March wandelt in der gleichen Namensfolge.

Wie entsteht eine Perle im persischen Märchen? Indem das Mondlicht auf eine Tautropfen fällt. Was für eine schöne Geschichte (*).

(*) Textquellen:
Wikipedia/ Dharma, /Rita, /Margarete

Rita ist eine Perle aus Tautropfen.
Rita ist eine Perle aus Tautropfen.


Brunhilde, die Amazone

Brunhilde schreibt sich in der Urform als Brünhild. Brunni bezeichnet in einer altdeutschen Sprachversion eine Rüstung und der Ausdruck hiltja steht für den Kampf (*). Diese Herleitung hat nicht jeder ehemaliger Pennäler im Kurzzeitgedächtnis bereit.
Aber der Bezug zu den Nibelungen, der stimmt doch, oder? Ja, Brünhild ist eine Gestalt aus dieser Heldendichtung. Dort spielte sie allerdings eher die Rolle der fiesen Verräterin. Sie war eine Art von „Dallas“-Typ. Wie hießen die Frauen noch in dieser TV-Serie? Egal, jedenfalls war diese Brünhild der Nibelungen von einer heldenhaften Amazone oder gar einer Jeanne d`Arc weit entfernt. 

Im Doppelpack. In der Edda kommt die Maid schon sehr viel besser weg. Dieses nordische Epos versetzt die Brünhild in den Stand einer Walküre (*). Eine Walküre ist ein weiblicher Geist in Ritterrüstung, der die Gefallenen ins Paradies Walhalla bringt (*).
In einer Version verlobt sich Brünhild gar mit dem Drachentöter Sigurd. Dieser hatte ihr vorher die Brün weggenommen. Es geht hin und her. Fantasy-Fiction vom Feinsten.

Der Vorname ist erstmals um das Jahr 500 bezeugt. Damals heiratete eine Brünhild den König Sigibert (*). Schöne Namen, und sie passen irgendwie zusammen.

Wahrscheinlich hatten die Mamas und die Papas die Edda-Version der Brünhild im Kopf, als sie ihre Töchterchen seinerzeit auf diesen Namen tauften. 
Heute werden wohl nur wenige Mädchen auf diesen Namen getauft. Die Rittersleut` und ihre Geschichten sind zeitlich nun auch schon weit entfernt. Aber die Story von der Brunhilde hat schon etwas.

 

(*) Textquellen:
Wikipedia/ Brünhild, /Walküre

Brunhilde, ein Typ wie Lara Croft.
Brunhilde, die sagenhafte Schwertkämpferin.

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Robinson, der Strahlemann

Wie hieß der liebe Gott früher? Robinson. Und das kam so.
Gott existiert selbstgenügsam in einem Bereich ohne Zeit und Raum. Dann wurde es ihm zu langweilig; er fühlte sich einsam. Also erschuf Gott den Menschen als sein Ebenbild. So sehen es die alten vedischen Schriften. Wir sind die Entertainer vom Big Boss.

Spaß beiseite. Robinson bedeutet Sohn des Robin. Und Robin ist eine Kurzform von Robert. Der Name Robert ist laut Wikipedia Lexikon (*) von einer alten germanischen Sprachvariante hergeleitet. Darin bedeutet der Name in der Übersetzung: glänzender Ruhm.
Es ist schon interessant zu erfahren, wie die Altvorderen ihre Namen vergeben haben.Einer der bekanntesten Vertreter des Namens ist der Held aus der Erzählung von Robin Hood.

 

(*) Textquelle: Wikipedia/ Robinson Name, /Robert

Robinson/ Robert, der strahlende Held
Robinson/ Robert, der strahlende Held


Minna und Wilhelm. Starker Wille – starker Schutz.

Lang, lang ist es her, dass der weibliche Vorname Minna weit verbreitet war. Minna ist offenbar eine Kurzform von Wilhelmine (*).
Wilhelm als Vorname ist dem Leser weitaus geläufiger. Der letzte deutsche Kaiser hieß so, und vor ihm zahlreiche andere gekrönte Häupter.

Die Stammform von Wilhelm soll auf einen willensstarken Kämpfer mit Helmschutz zurückführen (*). Minna ist aus einem weniger charmanten Sprichwort geläufig. Literaturfreunde erinnern sich an das Lustspiel „Minna von Barnhelm“ von Gottfried Lessing.

Zurzeit sind die Vornamen Wilhelm und Wilhelmine weniger aktuell.

 

(*) Textquelle: Wikipedia/ Wilhelmine