Kommt die Weinbergschnecke nur in Weinbergen vor?

Ein Hobbyautor hat schon ein sehr interessantes Leben. Er sieht im Internet das Bild einer Weinbergschnecke und stellt sich die Frage oben aus dem Titel. Die Frage ist berechtigt. Die Antwort weiß nur das Lexikon. Staunen Sie mit >>

Dieses Foto zeigt eine Weinbergschnecke in Großaufnahme. Das Gehäuse wirkt in dieser Einstellung besonders eindrucksvoll.
Schnecken sind "Magenfüßler".


Die Weinbergschnecke ist eine Landschnecke (*). Diese Aussage lässt die Vermutung aufkommen, dass es auch Seeschnecken und möglicherweise andere Arten dieser Tiere geben kann.

 

Leider spannt Wikipedia den ungeduldigen Leser auf die Folter. Der Schöpfer dieses Namens wird nicht sofort genannt. Also klappt man den Artikel zu oder liest weiter.


Ein echter Europäer

Der vorliegende Artikel verzichtet auf zu viele biologische Details. Einige Anmerkungen aus dem Lexikon (*) können den gelegentlichen Schneckenfreund schon überraschen, zum Beispiel

  • Die Schneckenhäuser sind gewunden. Fibonacci Freunde kommen wieder auf ihre Kosten.
    Warum hat die Natur das Gehäuse gewunden? Hätten nicht auch eine stilvolle Pyramide oder eine Halbkugel genügt?
  • Schnecken mit einem linksgängig verschraubten Gehäuse nennt man den „Schneckenkönig“.
    Die Biologen haben ihren eigenen fachspezifischen Humor.
  • Schnecken sind Magenfüßler. Da schaudert es den Neuleser. Die biologischen Details mag nachlesen wer will.
    Jedenfalls kriechen die Tiere auf diesem Fuß, wobei sie einen Schleim zur Produktion eines Speedway produzieren.
    An dieser Stelle ist man geneigt den virtuellen Hut zu ziehen vor einer derartigen Fülle von Einfallsreichtum. Die Natur muss auch eine Menge Spaß beim Designprozess haben.
  • Lästige Insekten werden ggfs. durch aufgeschäumten Schleim vertrieben.
  • Pflanzenteile stehen bevorzugt auf dem Speiseplan dieser fantasievollen Tierchen. 40.000 Zähnchen helfen bei der Zerkleinerung. Schneckenzahnärzte müssten einen einträglichen Beruf haben.
  • Schnecken können Männlein und Weiblein gleichzeitig sein. Bei der Liebe schießen sie sich gegenseitig kleine Amorpfeile zu. Etwa einen Monat später bekommt jeder Partner um die 40 kleine Schnecken.

  • Die Tiere stehen unter Artenschutz und werden dennoch von manchen Gourmets gern gegessen. In Baden-Württemberg soll es zum Schutz der Tiere eine Weinbergerschneckenverordnung geben (*). 
  • Schnecken zum Verzehr stammen nach Angaben des Lexikons primär aus der Schneckenzucht (*).  

OK. Woher kommt jetzt der Name?

Keine Ahnung. Ich habe den Hinweis nicht auf Wikipedia gefunden.
Und Google verrät unter dem Suchbegriff „weinbergschnecke namensherkunft“ auch nichts Verwertbares.

Also, außer Spesen nichts gewesen?
Jedenfalls hat der Leser jetzt einmal den Ausdruck „standorttreu“ erfahren. Und er weiß, dass der Schneckenkönig ein linksdrehendes Gehäuse mit sich herumträgt.

 

Die Weinbergschnecke hat sich schon allerhand einfallen lassen. Hut ab.

(*) Textquelle:

Wikipedia/ Weinbergschnecke 
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Andere Länder, andere Namen

Raten Sie einmal, wie die Weinbergschnecke im Englischen heißt. Vineyard snail.

 

Im Französischen wartet auch eine kleine Überraschung. Escargot, diesen Ausdruck kennt der Gourmet eventuell auch von verschiedenen Restaurant Namen. Aber die vollständige Übersetzung lautet: escargot de Bourgogne.