Verloren im Internet auf der Suche nach der Dschungelstadt „Z“

Abenteuer im Internet

Was passiert, wenn Rolf bei Youtube auf den "falschen" Titel drückt?
Er landet in einem Abenteuer wie bei Indiana Jones. Und das kam so …


Rolf surft gern auf Youtube. Youtube ist wie eine endlose multimediale Bibliothek. Heute bietet ihm das Videoportal auf der Seitenleiste ein buntes Titelbild mit dem Titel „The Lost City of Z and The Connection to Atlantis“ an. Der Beitrag weist schlappe 30 Tausend Aufrufe auf, aber Rolf drückt trotzdem einmal darauf.

Das Video hat eine Laufzeit von etwa 15 Minuten. Bunte Fantasy Bilder machen den Hauptteil aus. Die Story ist auch nicht so neu. Ein britischer Abenteurer soll vor einhundert Jahren im dichten Dschungel des Amazonas eine bis dato unerforschte Stadt entdeckt haben. Die Bewohner sehen anders aus als ihre indigenen Nachbarn. Prächtige Gebäude, breite Prachtstraßen und hohe pyramidenähnliche Gebäude prägen das Stadtbild. Gold ist auch da. Wahrscheinlich sind die Erbauer der Stadt rechtzeitig aus Atlantis abgereist und haben mitten im grünen Wald mit ihren 3-D Druckern eine neue Heimat errichtet. Eine tolle Geschichte - alles schon einmal da gewesen.

Die Stadt hört auf den bedeutsamen Namen Z. Nie gehört? Rolf schaut unter Google nach. Er verwendet den Suchbegriff „city if z“ wie im Youtube Titel. Google bietet ihm die Ergänzung „real“, also tatsächlich an, und Rolf drückt auf die Enter-Taste.

Bingo. 671.000.000 Millionen Ergebnisse. 671 Millionen Einträge für englischsprachige Sucher, da muss ein Internet User lange nach einem deutschen Begriff mit ähnlicher Resonanz suchen. Wikipedia steht ganz oben. Das Lexikon bietet einen ähnlichen Text wie der Autor des Youtube Beitrages, nur etwas distanzierter. 

Ein Körnchen Wahrheit ...

Offenbar besteht tatsächlich eine archäologische Grabungsstätte im Gebiet des Mato Grosso in Brasilien, und dieser wird kuhikugu genannt (*). Rolf wechselt jetzt zur deutschsprachigen Wikipedia Version. Jawohl, dort wird gegraben, allerdings mit weniger abenteuerlichen Ergebnissen als in der Youtube Geschichte. Das Grabungsgebiet liegt am Rio Xingu. Dieser Strom ist wohl fast 2000 Kilometer lang. Wie lang ist der Vater Rhein? Etwa 1200 Kilometer. Der Mato Grosso allein bedeckt ein Areal von 900 Tausend Quadratkilometern. Das bedeutet eine Fläche, die mehr als doppelt so groß ist wie Deutschland. Woher wissen die Autoren, dass die Stadt des Abenteurers, Fawcett wird er genannt, genau dort liegt?


Wikipedia weiß Rat. Mister Fawcett selbst hatte dort ungefähr ein halbes Dutzend Expeditionen unternommen. Dann verlor sich seine Spur. Anschließend wurden zahlreiche Trupps auf die Suche nach ihm geschickt. Die Geschichte von Stanley und Livingston kann dem Leser einfallen.

Jedenfalls ist Mister Fawcett wohl verschollen. Die Grabungsstätte verrät keine Beziehungen zu Atlantis, leider. Aber einen Film dazu gibt es auch schon mit dem Titel „Die versunkene  Stadt Z“. Leider war der Streifen wohl kein Blockbuster. 


Fazit.

Also, die Geschichte ist nicht ganz von A bis Z erfunden. Und der Autor des Videos auf Youtube hat sich ganz schön Mühe gegeben. Was soll man sagen? Abenteuer Internet.

(*) Textquellen: Wkipedia/ versunkene Stadt Z, en.wikipedia/ Kuhikugu

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