Freie Zeit - ein attraktiver Tabubruch gegen die herkömmliche Definition von Reichtum.

Reich ist der Mensch, der über seine Zeit frei verfügen kann. Der Satz hat etwas.

Rolf hat sich das Bild einer Sanduhr angeschaut. Die Zeit verrinnt. Zeit braucht Raum, so sprach Einstein. Die Zeit verrinnt in einem gekrümmten Raum. Das Bild kann sich kein Mensch wirklich vorstellen.
Rolf schmunzelt in sich hinein. Die Rolle der Sanduhr als Indikator von ultimativen Reichtum. Das gibt wieder ein Thema mit Schmackes.
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Bildquelle: havefun/ https://www.frage-antwort-storytelling.de/storytelling/zeit-reichtum-sanduhr/



Sanduhr gucken

Rolf hat keine Sanduhr im Haus, die ihn während des Schreibens inspirieren könnte. Aber auf Youtube findet er ein kurzes Video als Anregung.  


Eine Minute lang dem Sand beim Rieseln zuzusehen ist schon eine rechte Geduldsübung. Nach einigen Sekunden versteht Rolf, warum wir uns so viel Abwechslung im Leben verschaffen. Es scheint schwierig zu sein über einen längeren Zeitraum tatenlos zu bleiben. Diese Yogis, die ein Leben lang meditieren, sie müssen eine besondere Art von Nerven haben. Sonst hält das kein Mensch aus.

 

Okay, das Video ist vorbei. Was bleibt? Die Zeit als Thema. Und die Sanduhr. 



Definiere Zeit!

Die Sanduhr ist ein Zeitmessgerät. Zeit an sich ist schwer zu fassen. Mit Einsteins Raumzeit kann ein Durchschnittsbürger wie Rolf gar nichts anfangen. Die Quantenphysiker liegen ihm seltsamerweise mehr. Einer soll einmal gesagt haben Zeit sei die Menge aller Ereignisse. Wer immer das auch gesagt hat, bei Rolf ist der Satz im Gedächtnis geblieben.
Ansonsten wird die Zeit in den Trivialtexten wie ein Wegmaß behandelt. Zeit ist der Weg der Erdkugel um die Sonne, eingeteilt in Sechsereinheiten.

Auf die Philosophen hat Rolf im Moment keine Lust. Sie scheinen unsere Vorfahren während der letzten zweitausend Jahre mit ihren Überlegungen und Definitionen zum Zeitbegriff nicht sehr beeindruckt zu haben. Moderne Uhren werden ab 1700 reported. Vorher gab es Sonnenuhren und Wasseruhren, aber eben keine Sanduhr. In Urzeiten schaute man zu Sonne, Mond und Sternen hoch.

Die Sanduhr wurde erst im Mittelalter entdeckt. Für die Herstellung einer Sanduhr benötigt der clevere Sanduhrenbauer nämlich Glas. Die Glasbläserei ist scheinbar im 17. Jahrhundert erfunden worden (*). Ohne Glas kann der Mensch den Sand nicht rieseln sehen.
Die ersten Sanduhren sind als Stundenglas bezeichnet worden (*). Wer hat diese Einheit definiert? Gibt es eine Ur-Sandeinheit in einem Institut in Paris oder anderswo? Wo bleiben das Minutenglas und das Sekundenglas? Der gesamte Komplex Sanduhr erweist sich für den Laien in Sachen Zeitmessung als eine Black Box.
Immerhin erfährt der Leser einige für das Thema „Sanduhr“ lebensnotwendige Details. Der Sand muss feinkörnig sein, damit er fein durchrieseln kann. Schüttwinkel und Fallgeschwindigkeit sind beim Sanduhrenbau bedeutsam, so liest man (*).Und es gibt mehrere Hersteller von Sanduhren. Ein interessierter Konsument kann sogar digital  nachgebildete Sanduhren im Internet bestellen. Die Körnchen werden anscheinend gepixelt als Abfolge von Nullen und Einsen dargestellt. 

In der Schule hat ein junger Mensch vielleicht nicht viel über das Wesen der Zeit gelernt. Im Erwachsenenleben interessieren sich Menschen wie Rolf oft nicht so sehr für diesen Themenbereich. Sanduhren sind ein Randthema. Die ganze Zeitbetrachtung erscheint wie ein ultimatives Randthema. 

Wenn ich einmal Zeit hätt`

Rolf belässt das Thema „Zeit“ heute in seinem Schmollwinkel. Faktenwissen ist einfacher zu beschreiben. Die Geschichte und die Grundfunktion der Sanduhr, die hat er heute fein beschrieben. Aber das eigentliche Wesen der Zeit bleibt heute auf der Strecke. Diese „Sache“ ist für ihn einfach nicht zu fassen.
In der nächsten Woche fährt er in Urlaub. Dann ist er reich, denn er kann über seine Zeit frei verfügen. So schließt sich der Gedankenkreis.

 

(wird fortgesetzt)

(*) Textquelle: Wikipedia/ Sanduhr


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