Die dezente Schönheit der Backsteinkirchen Architektur

Eine Entdeckungsreise nebenan.


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Entdeckungsreisen nebenan haben ihren eigenen Charme. Sie können den Tag ein wenig verzaubern. Warum? Nebenan zu gehen ist einfach. Und es gibt manchmal kleine Geheimnisse zu entdecken.

Laterale Spannung

Schreiben verbindet – es erzeugt zusätzliche Verbindungen im Gehirn. Neue Eindrücke werden mit dem vorhandenen Wissen im Kopf verwoben. Der Autor sieht auf einmal Dinge, die ihm vor seiner Passion als Hobbyschreiber nicht aufgefallen sind.


Diese Kirche sieht unscheinbar aus. Davon gibt es wahrscheinlich Tausende in Deutschland, eine in beinahe jeder Stadt.
Beim Spazierengehen fällt dem Autor ein Schaukasten mit einer Beschreibung des Bauwerkes auf.

Backstein war im Ruhrgebiet ein viel verwendeter Baustoff. Daraus wurden ganze Zechensiedlungen zur Blütezeit von Eisen, Kohle und Stahl errichtet.

Backstein kann ein Gefühl von „Heimeligkeit“ im Betrachter erwecken. Viele Reihenhäuser sind aus Backstein gebaut. Reihenhaus – Glück daheim.

 

Backstein ist braun, erdbraun. Die Farbe strahlt Wärme aus. Wärm und Geborgenheit. Backstein ist in dieser gedanklichen Reihenfolge – ok.

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Klondyke im Westen

 

Weiter im Schaukasten-Text. Diese Kirche wurde um das Jahr 1850 errichtet. Damals wuchs die Bevölkerung im Ruhrgebiet rasant. Da ist es – Kohle, Eisen und Stahl. Kohle wurde zu jenen Zeiten auch „das schwarze Gold“ genannt. Goldrausch in Deutschland, das rheinland-westfälische Klondyke. Spaß muss sein beim Schreiben. 

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Damals war`s. Klondyke im Ruhrgebiet. Das schwarze Gold

Architektur mit Tradition

Der Architekt und Baumeister  dieser Kirche hieß Christian Noll (*). Den Namen hat ein Laie auf dem Gebiet der Architektur möglicherweise noch nicht gehört. Herr Noll hat bei Schinkel in Berlin gelernt. Schinkel- Kolossalarchitektur, ist es dieser Schinkel? Ein Blick in Wikipedia. Jawohl, Karl Friedrich Schinkel war ein preußischer Baumeister (*). Klassizismus und Historismus werden als Stichworte genannt. Später kommt noch der Ausdruck „Neorenaissance“ dazu. Herr  Noll hat wohl in der „Schinkelschule“ sein Handwerk gelernt.

Die Geschichte nimmt langsam Fahrt auf. Drei Dinge sind notiert:

  • Schinkel Monumentalbauten
  • Klassizismus
  • Historismus.

Man darf gespannt sein, wie die Neorenaissance in diesen Zusammenhang hineinpasst. Und irgendwie will man mit diesem Artikel auch zu einem Punkt kommen. 

 

Schinkels Monumentalarchitektur vs Backsteinarchitektur

Monumental sieht diese Kirche nicht aus. Eher bescheiden. Less is more.  Minimalismus, würde man heute sagen. Die schlichte Bauweise der Kirche passt zum vorgefertigten Bild des Ruhrgebietes mit seinen Zechen und  Hochöfen. Da war nichts Bombastisches.

Wer hat die Christuskirche finanziert?
Die Königliche Regierung in Düsseldorf. Man staunt. Wer war um 1850 König von Düsseldorf? Ein Preußenkönig. Damals gehörten Teile von NRW zu Preußen. Die Geschichten von Kirchen bietet manche Überraschung. 

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Ein Zwischenstatus

Wenn einer Kirchen studiert, dann kann er auch viel über die ökonomische und die soziale Struktur eines Landes erfahren. Das geistige Menü ist reichhaltig. Goldrausch, Stahl und Eisen, preußische Architektur,  ein König von Düsseldorf …

 

Klassizismus. Was bedeutet der Begriff im Zusammenhang mit dieser Kirche?
Der Autor muss zurückrudern. Die Kirche ist im historistischen, eklektizistischen Stil errichtet (*). Schwierige Worte – will man weitermachen?

Historismus – Remix und Mash-Up

Der Begriff Historismus bezeichnet eine Stilepoche in der Architektur um die Zeit, in der diese Kirche erbaut wurde (*). Was war denn um 1850 „los“, dass die Menschen gleich eine ganz neue Epoche eingeläutet haben?
Lust auf Pluralismus war los. Abwechslung braucht der Mensch. Das liest sich gut, und die Aussage macht neugierig. Flammarion ist jetzt richtig wach. 

Vorher hatten die Architekten jahrhundertelang die Griechen und Römer imitiert. Jetzt mischte man verschiedene Baustile zusammen. Remix und mash-up anno 1850. Die Baumeister hatten `was drauf um diese Zeit.

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Flammarion. Baustilkunde kann neugieirig machen.

Was findet man an verschiedenen Stilen in der Christuskirche eingebaut? Neu-gotische, neu-romanische Elemente hatte Herr Noll seinerzeit mit klassizistischen Einheiten in einem Rundbogenstil vermischt. Ein kurzer Blick auf das Bauwerk bestätigt den Eindruck von Rundbögen. Die verschiedenen Stilrichtungen nimmt man dem Text ab.

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Architektonische Stilrichtungen im Mix

Außerdem hatte der Baumeister Backsteine verwendet und Eisenkonstruktionen eingezogen. Also, fünf Stilrichtungen (gotisch, romanisch, klassizistisch, Backstein und Eisen) in diesem vorher unscheinbar erscheinenden Kirchengebäude – wer hätte das gedacht?

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Marmor, Stein und Eisen in der Architektur


Denken ist auch anstrengend. Jetzt muss dieser Zungenbrecher noch decodiert werden.

Was bedeutet: eklektizistisch? Neu zusammensetzen (*). Neues Spiel, neues Glück.
Der Ausdruck kommt aus dem Griechischen und steht in seiner Grundform für „ausgewählt“ (*). Wer hat diesen Begriff „erfunden“?
Philosophen. Griechen, Römer, zahlreiche Geisteswissenschaftler verschiedener Denkrichtungen – und die Architekten. Pick and choose. Eklektizismus - das Buffet der Architekten.
Eklektizistisches Bauen ist wie laterales Denken – alles was im Kopf Spaß macht.

 

Hier endet nun der kurze Besuch bei der Christuskirche. Die Entdeckungsreise um die Ecke hat Spaß gemacht.

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