Mikado, das Geschicklichkeitsspiel und der japanische Kaiser

Geduld ist eine Tugend, und diese kann man lernen - zum Beispiel durch Geschicklichkeitsspiele. Warten, bis die Situation günstig ist, und dann „im rechten Augenblick“ handeln, das liest sich wie eine smarte Strategie.

Mikado ist ein passendes Beispiel für ein Geschicklichkeitsspiel. Die Römer sollen es erfunden haben (*). Das erscheint seltsam. Mikado hört sich sehr asiatisch an, und das ist es auch. Der frühere japanische Kaiser wurde so genannt.
Jetzt wird die Geschichte interessant. Mikado, Geschicklichkeit und ein Kaiser – daraus lässt sich bestimmt eine interessante Story machen. Mal sehen …

... nur nicht nervös werden
... nur nicht nervös werden

Glück im Spiel?

Die Landknechte haben Karten gekloppt. Die römischen Legionäre haben sich die Zeit mit Mikado vertrieben? Also gut. Und das Mikado Spiel soll aus dem Osten nach Europa gelangt sein (*).

 

Die Stäbe tragen interessante Bezeichnungen. Sie werden Samurai, Mandarin und Kuli genannt. Das hört sich sehr chinesisch und japanisch an. 

Wer wirft Stäbchen in die Luft und schaut sich das Ergebnis an? Wahrsager. Schamanen haben Tierknochen oder bemalte Holzstückchen verwendet, um aus dem zufälligen Lage der Stücke die Zukunft vorauszusagen.

 

Gewisse Spuren weisen auf eine uralte japanische Astrologen Familie zurück. Diese sollen das Mikado Spiel erfunden haben. Diese Herleitung kann einleuchten.

Ein Schamane schaut in die Zukunft. Geduld gehört dazu - wie beim Mikado.
Ein Schamane schaut in die Zukunft. Geduld gehört dazu - wie beim Mikado.

Anders als alle anderen

Eine andere Spur führt auf die Ursprünge des japanischen Kaisertums. In neuerer Zeit lautet der Titel des Kaiser: der Tenno (*). Da war nicht immer so. Die Wurzeln des japanischen Kaisertums weisen auf eine Zeit von 2000 Jahren zurück. Tenno bedeutete damals „der himmlische Herrscher“. Die Kaiser jener Zeit beanspruchten also eine außerirdische Existenz ihrer Vorfahren für sich.

Warum hat sich der Begriff vom Mikado zu Tenno gewandelt? In uralten Zeiten nannte sich Japan „ das Land Wa“ oder auch „Yamato“. Filmfreunde erinnern sich an den Namen des Schlachtschiffes aus den Kriegsfilmen der 60er Jahre.

Zum Titel Tenno wurde scheinbar die Ergänzung Mikado hinzugefügt. Mikado soll „erlauchtes Tor“ bedeuten (*). Dieser Begriff wird mit dem Eingang zum Königspalast in Verbindung gebracht. Hinter dem Tor beginnt eine andere Welt, ähnlich wie bei den Shinto-Schreinen. In dieser Form kann ein Abendländer sich die Wortbedeutungen erklären.

Zusammenfassung.

Tenno und Mikado. Geschicklichkeit in den Regierungsgeschäften und die Geduld, um den rechten Augenblick abzuwarten. Auf diese oder jene Art kann ein Mikado Spieler sich die Ursprünge erklären.
Auch die Versionen über die Stäbchen als Hilfsmittel zur Wahrsagerei hat einiges an sich. Das Glück kommt zu dem, der den rechten Augenblick abwarten kann. Mikado hat etwas für Menschen mit Geduld und ruhigen Händen.

(*) Textquellen:
Wikipedia/ Mikado, /Tenno

 

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