Eine Geschichte über die „schwarze Rose“

Gibt es eine schwarze Rose - Ja oder Nein?

Mythos Schwarze Rose. Es gibt keine echte schwarze Rose. Sie sind bisher alle gefärbt (*).

 

Die Geschichte selbst ist amüsant. Verfolgen Sie eine virtuelle Reise vom Blumenladen am Supermarkt über den Rosenkranz zum Hagebuttentee - eine kleine Blumenkunde für urbane Männer. Nehmen Sie sich vielleicht eine Tasse Kaffee oder Tee, und genießen Sie für fünf Minuten die Story.

Schwarze Rose Mythos Symbol der Liebe Jugendfrische Rosenöl Rosenkranz Hagebuttentee Blumenladen Beichtvater sub rosa Jungfrau Maria Rosenmystik Rosenheim Heideröslein Dornröschen

Hobbyschreiber kommen auf die ungewöhnlichsten Ideen. Zum Beispiel kann ihnen auf dem Weg zum Supermarkt eine alte Geschichte von der „schwarzen Rose“ einfallen. Beim Parkplatz gibt es ein nettes, kleines Blumenlädchen. Eine schwarze Rose für den Liebling mitzubringen ergibt ein virtuelles Like-Konto ohne Ende. Folgen Sie einem Autor auf der Suche nach dem Geheimnis der schwarzen Rose – und entdecken Sie eine fantastische Welt voller Erzählungen und neuer Gedanken.

Alles Fake

Es gibt keine schwarze Rose. Leider. Eine Suchanfrage bei Google klärt die Situation im Nu. Alle schwarz anzuschauenden Rosen sind gefärbt. Aber der Blumenfreund kann Rosen mit einer ähnlichen Bezeichnung beim Versandhändler kaufen.

Warum gibt es keine „echte“ schwarze Rose? Der Artikel auf Wikipedia (*) ist sehr ergiebig. Er bringt eine ganze Reihe von biologischen Daten dazu.

 

Ein Wort im zweiten Satz des Artikels macht stutzig. Hagebutten. Dies sind die Früchte bestimmter essbarer Rosenarten. Hagebuttentee kennt man aus der Kindheit. Diese werden also aus Rosen-“früchten“ hergestellt. Da schau einer an. Der Mann aus der Großstadt hat wieder etwas dazugelernt.

Die Hagebutte – eine Rosen-Art
Die Hagebutte – eine Rosen-Art

Kultur und Mythos

Die schwarze Rose wir auch gern als ein Mythos bezeichnet. Der Rosen-Artikel auf Wikipedia führt entsprechend eine Rubrik Kulturgeschichte und Mythologie auf.

Die Perser werden als jahrtausendealte Rosenfreunde genannt (*). Griechen, Römer und Chinesen – alle möglichen Kulturen werden aufgezählt. Die Details will man mit Fokus auf die Idee der „schwarzen Rose“ im Moment nicht unbedingt wissen.

Die Rose als Symbol der Liebe ist sehr bekannt. Aber die Begriffe von Freude und Jugendfrische sind als Gedankenverbindungen eher nicht so gegenwärtig. Von Rosenöl wird gesprochen und von einer Geschichte, in der das rote Blut einer Nachtigall eine weiße Rose rot färbt. Ein prächtiges Bild, bei dem sich die thematische Umsetzung  lohnt.

Die Rose als Symbol der Liebe
Die Rose als Symbol der Liebe

James Bond und die Jungfrau Maria

Im Religionsunterricht haben die Lehrer uns anscheinend nicht so schöne Geschichten erzählt wie Wikipedia dies heute tut. Die Rose wird mit Verschwiegenheit in Verbindung gebracht. Deshalb hat der Beichtvater früher mit dem Beichtenden sub rosa gesprochen. Das heißt, in aller Verschwiegenheit, streng vertraulich. Top secret.

 

Um die heilige Jungfrau Maria gab es eine Rosenmystik. Das liest sich schön für einen Freund der schönen Künste. Es ist ein Ros entsprungen und von Jesse war die Art – diese Textzeilen nehmen darauf Bezug. Den Sinn von Jesse war die Art hat im Religionsunterricht oder in der Kirche beim Singen wohl kein jugendlicher Mensch verstanden.
So kommt der urbane Supermarktkäufer zu einem späten religiösen Hinweis auf die Mutter Gottes.

Rosenkränze, Gebetsmühlen und das autogene Training

Es fällt der Begriff „Rosenkranz“ auf (*). Rosenkränze haben in verklärter Erinnerung oft die alten Frauen in der Kirche gebetet. Was hat es mit diesem Ritualgegenstand auf sich?
Es handelt sich um eine Gebetskette, aber auch das Gebet selbst wird so genannt. Wahrscheinlich stammt die Bezeichnung ursprünglich von einem Faden, auf den Rosenblätter oder Blüten aufgereiht waren.
Bei den Vertretern der gegenwärtigen Generation sieht man diese Devotionalie nicht sehr häufig  im Einsatz.
In TV-Berichten über Tibet werden regelmäßig  Gebetsmühlen gezeigt. Auch hier zeigt sich der Prozess der Wiederholung von Gebetssprüchen - wie beim Rosenkranzbeten.

Tibetische Gebetsmühlen erinnern in ihrer Funktion an den Rosenkranz
Tibetische Gebetsmühlen erinnern in ihrer Funktion an den Rosenkranz

Entspannung ist beabsichtigt

Der Wikipedia Artikel stellt dann einige Gebete des Rosenkranzes im Text vor. Es fällt dem Leser auf, dass die Textfolgen mitunter mehrfach wiederholt werden. Dies erinnert wieder an die hinduistischen Mantras, von denen man liest.
Auch bei Techniken wie dem autogenen Training kommen solche „formelhaften Vorsatzbildungen“ zum Einsatz. Eine Entspannungs-Praxis dieser Art soll die Gehirnleistung verbessern, den Blutdruck senken und hat offenbar ein Dutzend weitere positive Effekte. Neurowissenschaftler unterstützen seit Jahren diese Thesen mit ihren Untersuchungen. Die Rose als Sinnbild innerer Ruhe und Klarheit – öfter einmal etwas Neues.
Der Rosenkranz und die Innenschau. In alter Zeit gab es offenbar zahlreiche geistige, oder spirituelle, Verbindungen zwischen dem Abendland, dem Morgenland und dem fernen Asien. Vielleicht sollte man hier einen Wissensaustausch crossover revitalisieren.

Vermischtes

Man liest dann noch, dass die Stadt Rosenheim ihren Namen von dieser Blume herleitet.
Das Bundesland Nordrhein-Westfalen führt eine „Lippische Rose“ im Landeswappen.
Das Heideröslein von Goethe fällt dem Autor wieder auf. Ebenso erinnert man sich, zumindest vom Titel her, an die Märchen von Dornröschen und Schneewittchen.

Die Rolle der Rose im urbanen Leben

Der moderne Großstadtmensch hat schon ein Problem mit Themen wie „die Rose – eine Blume“. Ganz einfach, weil die Gartenpflege und die Blumenzucht im städtischen Bereich nicht unbedingt beheimatet sind, außer in Kleingärten. Hinzu kommt, dass kulturelle Einflüsse die Interessen moderner Menschen in vielfältige Richtungen, außerhalb der Gartenpflege, ziehen können.

Das Wissensdefizit aus eigener Anschauung zwingt zu lateralem Denken, zum Querdenken, von der Jungfrau Maria zum Yogakurs und von der Blumenzwiebel zum Hagebuttentee.

 

Damit lässt der neugierige Hobbyautor es jetzt bewenden mit dem Thema der „schwarzen Rose“. Auf dem Rückweg vom Supermarkt kann er noch ein schönes Exemplar in einer der Standardfarben erstehen. Darauf trinkt man dann in der zentral gelegen, lichtdurchfluteten Stadtwohnung zwei Tassen Hagebuttentee.

Den Tee sollte man nach dem Aufbrühen etwas abkühlen lassen.
Keine Rose ohne Dornen.

Eine (rote?) Rose für die Liebste
Eine (rote?) Rose für die Liebste

Was ist der Clou an der Geschichte von der schwarzen Rose?

Die Spannung ob es einem Züchter eines Tages doch gelingen wird, eine schwarze Rose zu züchten. 

Anzeige