Kathedralen – Häuser der Kohärenz

Staunen macht den Tag interessant. In Köln oder in Straßburg kann der Reisende auf ganz besondere Weise Kathedralen bestaunen. Während eines Urlaubes auf Mallorca bietet sich die Kathedrale von Palma für einen Kurzbesuch zum Ah!-Machen an.
Dunkles Mittelalter, die „Leute“ hatten keine Ahnung von Nichts – und dann bauten sie solche Kathedralen. Wie passt das zusammen?
Im Internet klingen Geheimnisse der Cymatics und von göttlichen Zahlen an. Oha!  Mal sehen …


Warum wurden Kathedralen so hoch gebaut?

Kopf hoch. Diese Kathedralen: Der Besucher muss immer den Kopf in den Nacken legen, wenn er wirklich alles sehen will. Die Pfeiler der Kathedrale von Palma auf Mallorca sollen mehr als 40 Meter hoch sein (*).

Macht. Kathedralen wirken immer mächtig. Sie sollten wohl die Allmacht Gottes darstellen. Der Eindruck ist bauwerklich gelungen.

Virtual reality. Was Bedeutet das Wort „Kathedrale“? Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Lehrstuhl“ (*). Kathedralen wurden virtuell um einen Sitz oder Thron „herum gebaut“. Auf diesem saß der Bischof der jeweiligen Region und verkündetet die Lehren. Eine Kathedrale diente also immer als Bischofssitz. Bischöfe müssen sehr mächtig gewesen sein vor der Reformation und der Säkularisierung in Europa.
Der Bischof verkündete ex cathedra, also von seinem Sitz herunter. Das Wort hatte Gewicht. So übte man damals Macht aus.

Der Grundriss

Jede Kathedrale besteht in der Regel aus den gleichen baulichen Grundelementen. Das Hauptschiff wird umschlossen von meist zwei Seitenschiffen. Darüber erstreckt sich das Gewölbe. Dies wird von mächtigen Pfeilern gestützt.

Die Frontseite wird von einem Hauptportal bestimmt. Darin ist in der Regel eine Rosette eingearbeitet. Dies ist ein cleverer Trick der Baumeister. Diese Männer wussten etwas mehr als der damalige normale Sterbliche. Der Besucher wird durch die Rosette sozusagen „eingestimmt“, wie wir später sehen werden.

Der Altarraum nennt sich Presbyterium. Griechische Begriffe bilden immer auch ein Mysterium. Man fragt sich, warum „die Kirche“ nicht endlich deutsche Begriffe einführt. Wer lernt denn heute noch Altgriechisch auf der Schule? Ohne die sprachliche Grundlage findet der Interessent nur einen schwierigen Zugang zu den Begriffen – und ggffs. zur Religion selbst. Diese Sprachverwirrung ist verkäuferisch ungeschickt, um es einmal so auszudrücken. Kaufen Sie auch eine Packung mit Natriumlaurylsulfat statt leckerer Zahncreme, zum Beispiel? Wer wirbt schon so?

Zurück zu den Bauelementen der Kathedrale. Zwei oder mehrere Türme gehören ebenfalls zu einer Kathedrale, die etwas auf sich hält.

Ein kurzes Zwischenergebnis.

Kathedralen sind groß, weil sie die Macht Gottes (und des Regenten bzw. der Kirche als Institution) repräsentieren. Und – sie bieten einen Resonanzraum. Allein für die Show wären die Bauwerke auch zu teuer, zu aufwändig gewesen.

Kathedralen bestehen in der Regel aus einer Handvoll grundlegender Bauelemente. Wer will, der kann sich noch um die Grundzüge der Gotik und anderer Baustile bemühen.

re-sonare. Echo. Widerhall. Mitschwingen.
re-sonare. Echo. Widerhall. Mitschwingen.

Bauboom in Chartres und andernorts

Die meisten Kathedralen wurden in Europa wohl in der Zeit zwischen 1200 und 1500 gebaut. Allerdings wurden nicht alle auch plangerecht vollendet. Wir haben damals schon für die Großflughäfen der Neuzeit trainiert.

Die erste Epoche der Kathedralen Baukunst nennt sich Romanik. Darauf folgte die Gotik. Schließlich kam die Renaissance auf.
Meine Mnemo-Stütze. R-G-R: Romanik-Gotik-Renaissance.

Zum Schluss liegen dem neugierigen Flammarion zwei Fragen besonders am Herzen.

Unterschiede zwischen Kathedrale und Dom

Der Begriff „Dom“ soll aus dem lateinischen domus hergeleitet sein und „Haus Gottes“ bedeuten (*). Große und mächtige Kirchen, die allerdings nicht als Bischofssitz dienten, wurden als Dom bezeichnet. Mitunter werden sie auch Münster genannt. Die Funktion als Bischofssitz macht also den begrifflichen Unterschied aus.

Die größten Kathedralen. Überraschenderweise finden sich Kathedralen auf allen Kontinenten. Ein einheitliches Ranking der größten Kathedralen habe ich noch nicht ausfiltern könne. Die Kirche mit dem längsten Außenmaße ist demnach (*) der Petersdom in Rom.

Für einen interessierten Laien ist das schon eine Menge Input. Damit kann der Tourist etwas anfangen, zum Beispiel die Elemente der Rosette zählen und mit einer Frequenztafel aus dem Internet in seinem Notebook vergleichen.

 

Wie kommt man auf ein solches Thema? Durch Reisen – und durch Neugier.

Ausblick und offene Themen

Als interessierter Laie werde ich nicht alle Textstellen richtig beschreiben. Im Laufe der Zeit kann ich dazulernen. Dieser Text wird auch kein Kompendium werden. Es geht mehr darum so viel zu wissen, dass ich als Reisender mit Interesse und einigem Wissen ein solches Bauwerk besichtigen kann.
Außerdem haben Kommentare im Internet über die Funktion der Rosette und über das Zusammenwirken von größeren Gruppen im Sinne einer Kohärenz mein Interesse erweckt.

Den Kölner Dom kann ich jetzt mit anderen Augen betrachten, und die Kathedrale von Palma ebenfalls. Straßburg ist eine Reise wert und Chartres mit seinem Labyrinth auf dem Fußboden ist natürlich ein Highlight für einen reiselustigen Zeitgenossen. Mal sehen …

Offene Themen

Warum stimmt die Rosette den Besucher ein? Cymatics. Chladni. Die heilige Geometrie.

 

Kohärenz. Zwei Herzen im Dreivierteltakt und der Hampden Roar


alternate takes