Pandoras Black Box, die Bundeslade und andere DNA Container

Das Internet ist wirklich ein Geschenk der Götter für neugierige Menschen. Youtube bietet mir ein Video zur Person der Pandora an. Ein Video führt zum nächsten. Und plötzlich gehen dem Betrachter mehrere Lichter auf. Ich kenne diesen seltenen Eigennamen nur in Zusammenhang mit der Büchse der Pandora. Warum diese Büchse den Menschen Unheil bringen soll – ich habe keine Ahnung.

Im ähnlichen Zusammenhang wird von der Bundeslade als antiker Sprachbox fabuliert. Und die Arche Noah war kein Schiff, sondern eine 

Schatztruhe zur Aufbewahrung der menschlichen und tierischen DNA. Biologie finde ich interessant. Und Genetik ist sowieso top. Vielleicht kriegen die Forscher eines Tages meinen Schnupfen weg.

 

Also: Pandora mit ihrer DNA-Zauberkiste – das muss man lesen.
Hier geht es zum Text >>


Neue Verbindungen knüpfen

Damit der Text einen Sinn macht, muss ich erst einmal ein paar grundlegende Informationen einholen. Mir fehlt zu Pandora im Moment jeder Bezug.

Sie war eine großzügig ausgestattete Frau. Pandora kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „die reichlich Beschenkte“ (*). Sie wurde aus Lehm geschaffen, so sagen die alten Geschichtenerzähler. Wer hat ihr den Odem eingehaucht? Zeus war`s, der Göttervater.

Sie war ein schönes Übel, so fabuliert ein Dichter weiter. Das ist eine unfeine Bezeichnung, das musste nun auch nicht sein. Da glaubt man immer, die Philosophen der Antike seien Gentlemen gewesen …

Schließlich wurde Pandora mit einem Mann zusammengebracht. Dabei hielt sie ihre unheilvolle Büchse im Arm.
Im Moment liest sich die ganze Geschichte wie ein Schmarrn ohne Sinn und Verstand. Trotzdem, der genetische Aspekt in der Einleitung zum Video lockt. Also  kämpfe ich mich noch weiter durch die Sache. 

Die Büchse – zwiefach bestückt

Von wegen Unheil. Der Göttervater Zeus hatte Frau Pandora alles Unheil und alle Hoffnung der Erde in den Container hineingepackt. Alles Glück Alle Hoffnung der Erde liegt - in Pandoras Büchse. 
Jetzt muss man nachdenken. Zeus war kein menschenähnlicher Gott. Für den kritischen Mythenforscher von heute wird durch ihn ein Naturprinzip wie Schöpfung, Urknall oder Ähnliches dargestellt. Pandora könnte dann die Menschheit repräsentieren, oder die Evolution. Aber was soll die Büchse bedeuten?

Die verführerische Pandora wird von der Natur überaus reichlich mit Attributen ausgestattet.
Was besonders auffällt, ist die Aufzählung der zahlreichen Gaben oder Talente. Ihre genetischen Veranlagungen sind, so zu sagen, gut gelungen.

  • Schönheit
  • Musikalisches Talent
  • Geschicklichkeit
  • Neugier und
  • Übermut.

Daher rührt wohl ihr griechischer Eigenname: die Vielbeschenkte. 

An dieser Stelle musste der Autor jetzt eine ausführliche Denkpause einlegen. Wenn man nun diese Talente auf ihre messages hin überprüft, dann kommt man erst sehr viel später zu den Querverbindungen der Bundeslade, der genetischen Datenbank und der Arche Noah.

Dieser Text verfolgt den direkten Weg zu Bundeslade und Co. 

Erstes Zwischenergebnis.

  • In Pandoras Büchse stecken gute und schlechte Dinge.
  • Pandora hat viele Talente.
  • Sie trifft einen Mann.

Pandoras Dating

Pandora trifft sich mit einem Mann mit dem Namen Epimetheus (E*). Den Namen musste ich drei Mal lesen, weil er so ungewöhnlich klingt. Ins Deutsche übersetzt bedeutet der Name „der nachher Bedenkende“ (*). Aha, denkt sich ein Leser vielleicht. Erst denken, dann handeln. Man ahnt vielleicht schon, worauf die Geschichte hinauslaufen soll.

E* war der Bruder von Prometheus. Dies war der Mann, der das Feuer an die Menschen verraten hatte. Zur Strafe wurde er von den Göttern an einen Felsen gekettet. Adler oder weiß der Geier welche Vögel fraßen dann jeden Tag seine Leber heraus. Diese wuchs beständig nach.

Das erste Grundverständnis mit E* und dem "vorher Nachdenken" schwindet. Die Geschichte wird arg kompliziert. Versuchen wir den geraden Weg. Was hat Pandora mit E* bei ihrem Besuch besprochen?

Das Dating klappt. Die beiden heiraten. Doch dann, oje, öffnet Pandora ihre Büchse. Alles Leid breitet sich wie eine Panspermie über die Erde aus. Die Hoffnung kann nicht entfleuchen. Pandora macht den Deckel vorher zu.

Jetzt kann einem das ganze Geschwafel auch auf den Nerv gehen. Gibt es bei der Story kein Happy End? Und – wo bleibt der genetische Wunderkasten aus der Einleitung?

Viele Köche

Die Geschichte der Pandora wird nicht nur in dieser Version erzählt (*). Andere Storyteller lassen nicht das Leid, sondern die Gaben der Natur aus der Blackbox entschlüpfen. Dann bekommt die Geschichte wieder den richtigen Drive. Mutter Natur gibt dem Menschen viele Möglichkeiten, um sein Leben zu gestalten.

In einer weiteren Version ist Pandora gar keine Frau, sondern ein Fass. Darin befinden sich alle Gaben der Welt. Wenn der Mensch den Deckel anhebt, dann entweichen die wunderbaren Dinge in den Himmel. Aber – die Hoffnung bleibt zurück.

Mit dieser Auswahl kann sich jeder seinen Reim auf den Sinngehalt von Pandora-V1 bis Pandora-Vn machen.

Die Bundeslade. Do not open.

In 1001 Vermutungen wird die biblische Bundeslade auch als ein real existierender Behälter beschrieben, der den Menschen von einer raumfahrenden Rasse hinterlassen wurde. Die Bundeslade darf man auch nicht öffnen, genauso wie Pandoras Büchse. Vermutungen, dass die griechischen Erzähler bei anderen Kulturen abgeschrieben haben, bleiben offen.

Die Bundeslade wurde auch Tabernakel genannt. Den Ausdruck hat mancher seit dem Religionsunterricht vielleicht nicht mehr gehört. Hilft ein Google Suchbegriff "tabernakel" bei der Enthüllung der Pandora Story weiter?

Im Tabernakel werden in der christlichen Kirche die Hostien aufbewahrt. Es handelt sich um ein verschlossenes Schränkchen, das im Innenraum der Kirche aufgestellt ist. Beim nächsten Kirchenbesuch kann man einmal sehen, ob man das Tabernakel entdeckt.

Wer ist auf den Begriff „Bundeslade“ gekommen? Die Bibel mit ihrer Geschichte um ein Offenbarungszelt (*). Aha. Bundeslage, Tabernakel – erste laterale Gedankenverbindungen werden wach.
In diesem biblischen Zelt geschah eine Offenbarung. Ein Geheimnis wurde öffentlich verraten, aber es war kein Sprecher sichtbar. Heute würde man einen Lautsprecher verwenden. Dahinter könnte ein automatisiertes Ton-Wiedergabegerät die Informationen ausgeben. Im Fall der Bundeslade handelte es sich um „Geheimnisse“ mit religiösen Inhalten. Die erklärenden Texte tauchen tief in religiöse Vorstellungen ein, die hier nicht Gegenstand sind.

Was bleibt? In alten Zeiten soll es einen künstlich hergestellten Kasten gegeben haben, der den Umstehenden Audio Anweisungen gab. Wer sich daran hielt, dem ging es gut. Allerdings, so ist zu lesen, durfte der Behälter nicht geöffnet werden, sonst fielen die Umstehenden sofort tot um. Das Leid aus der Pandora Büchse.

2. Zwischenergebnis

Pandora und die Bundeslade bleiben für den Bürger in seiner Alltagswelt rätselhaft.
Was wollen  die Bürgerinnen und Bürger mit diesen Erzählungen anfangen, wenn sie keinen magischen Pandora-Koffer im Keller haben? Bestenfalls kann einer sagen: ich habe ähnliche Anlagen wie Pandora. Ich schaue jetzt zu, dass ich daraus das Beste mache.

Bildquelle: havefun/ https://www.frage-antwort-storytelling.de/
Bildquelle: havefun/ https://www.frage-antwort-storytelling.de/

Die DNA Arche

Die Geschichte von der Arche trägt ein paar logische Lücken in sich.
Wie ist das Lama aus Südamerika zum Sammelplatz gekommen?
Wie haben die Amphibien während der Reise im trockenen Schiffsrumpf überlebt?

Hat der Tiger während der Fahrt die Gazelle gefressen?

Mutige Video-Autoren behaupten also im Netz, die Arche sei kein Schiff gewesen. Ein handlicher Koffer mit Genomproben hätte vollkommen ausgereicht, um alle Lebewesen jener Zeit zu erhalten.
Was soll man dazu sagen? Das Lama konnte von der „Einladung“ kaum erfahren haben. Bei den weiteren Chuzpe-Fragen verhält es sich ähnlich. 

Zu allem Überfluss soll der etymologische Ursprung von Arche auch noch „Kasten“ bedeuten. Diese Herleitung öffnet im Zusammenhang mit Pandoras Geschichte einer Vermutung in Richtung Arche = (Labor)-Kasten Tür und Tor.

War die Arche Noah gar kein Schiff, sondern ein schnöder Laborkoffer mit den sequenzierten Genomen der damals lebenden Spezies? 

Nachweisen kann es keiner, solange ein solcher Behälter nicht gefunden wird. Allerdings wurde die Idee einer „Arche“ in dieser Form bereits imitiert.
Auf Spitzbergen ruht in einem verlassenen Stollen das gesamte Saatgut der Welt. Über eine ähnliche Vorratshaltung menschlicher und tierischer Genome an anderen Orten darf spekuliert werden.

In ein Kästchen passen die genetischen Daten der Menschheit und der Tierwelt vielleicht nicht hinein. Aber etwas größere Behälter kann sich der Mensch als Speicherplatz schon vorstellen. Und wenn das Retortenbaby eines Tages wahr wird, dann kann es vom Genomtechniker durchaus  „reich beschenkt“ werden.

Offene Themen und spannende Fragen

Die Geschichten von Pandora, von der Bundeslade und der Arche bleiben spannend. Und da man schon einmal beim Thema ist ...

Ein Blick im Web auf die Bilder mit Zwitterwesen auf den sumerischen Steintafeln macht immer wieder nachdenklich. Sie tragen auch ständig einen Koffer mit sich herum - wie ein mobiles gentechnisches Labor? Ist es ebenfalls eine Pandora Black Box?

Haben untergegangene Kulturen der Vorzeit nun doch genetisches Wissen besessen? 

Ständig erscheinen neue Videos auf Youtube mit verblüffenden Aussagen und abenteuerlichen Vermutungen. Wikipedia liefert zu fast jedem Begriff eine Fülle von Informationen und Querverweisen. Also, das Thema bleibt interessant.
(wird fortgesetzt). 

(*) Textquelle:
Wikipedia/ Pandora 

Ähnliche Texte auf dieser Webseite:

Was ist ein Mythos?

Ein „Garten Eden“ auf Spitzbergen?

Anzeige