Über Premium Gartenzwerge, Goldkönig Midas und den deutschen Michel

Marmor, Stein und Ton zerbricht, aber unsere Liebe zum Gartenzwerg nicht. Woher kommt denn der Gartenzwerg?

Die Idee zum Nachschlagen ist Rolf beim Betrachten eines Jägerzaunes gekommen. Wie viele Gartenzwerge mag es wohl in Deutschland geben? Etwa 25 Millionen – Wikipedia weiß Bescheid (*).
Ist die Aufstellung von Gartenzwergen im Vorgarten eine rein deutsche Angelegenheit? Nein, die alten griechischen Geschichtenerzähler haben sie erfunden.
Jetzt staunt Rolf nicht schlecht. Was verbirgt sich wohl noch Interessantes hinter der Story vom Gartenzwerg? Mal sehen >>

Bildquelle: havefun/ https://www.frage-antwort-storytelling.de/storytelling/gartenzwerg-midas-zipfelmuetz/



Der Mann mit der Mütz` ist da

Gnome sind es. Kleinwüchsige Bergleute aus uralten Zeiten gelten als Ideengeber für diese Figuren. Sie tragen oft eine Phrygische Mütze (*).
Was ist das? Es handelt sich um einen antiken Lederhelm aus Vorderasien. Der sagenhafte König Midas soll einer ihrer Könige gewesen sein. Diese Geschichte bedeutet für Rolf schon einmal eine mittelgroße Überraschung. Darauf wäre er ohne diesen Text  aus dem Lexikon nicht gekommen (*).  Midas, Goldbergwerke, kleinwüchsige Bergleute mit speziellen Mützen, das kann zusammenpassen.

Weiter geht es mit den Hofzwergen des Mittelalters. Manche Potentaten hielten sich kleinwüchsige Gesellen zur allgemeinen Belustigung. Aus diesen Quellen sollen dann im Barockzeitalter die Gartenfiguren entstanden sein.
So ganz versteht Rolf die verschiedenen Herleitungen nicht. Aber das ist ihm auch nicht so sehr wichtig.

Den Durchbruch hatte der Gartenzwerg wohl im 17. Jahrhundert. Exklusive Stücke aus Wiener Porzellan werden genannt (*). Terrakotta Figuren waren an den deutschen Fürstenhöfen äußerst beliebt. Über englische Gartenbauarchitekten fand diese beliebte Dekorationsfigur den Weg auf die britischen Inseln. Das liest sich alles sehr interessant. Und wie und wann kam der Gartenzwerg nun in großer Zahl in die Gärten der deutschen Bürger?

Um 1900 nahm der Gartenzwerge Boom seinen Anfang in Deutschland. Dann unterbrachen zwei Weltkriege diese Vorliebe für die Gartendekoration.
Ab 1990 soll es eine Renaissance in Deutschland gegeben haben (*). Die Gründe für genau diese Ära werden nicht genannt. Jedenfalls kam der Gartenzwerg wieder in Mode, und mit ihm auch zahlreiche unübliche Varianten. 

Eine differenzierte Symbolfigur

Mitunter wird die Figur als Darstellung des „deutschen Michel“ aufgefasst. Den Begriff kennt man wohl, aber welche Bedeutung steht dahinter?

Die Interpretationen schwanken zwischen Schlafmütze, Dummkopf und – Ausdruck des Humanismus. Oha, es kommt eine neuer Zungenschlag in diesem Thema auf. Was haben die Negativbilder mit dieser geistigen Strömung zu tun? Die Erklärung wird komplizierter als Rolf es sich gedacht hätte.
Um 1900 suchten einige deutsche Intellektuelle offenbar einen Anschluss an Mitdenker im Ausland. Und diese bezeichneten ihre Gesprächspartner als „deutsche Michels“. Insgesamt hatte der Deutsche wohl zu jener Zeit eher den Ruf eines ungebildeten, schläfrigen Zeitgenossen.

Kritiker sehen Gartenzwerge als Kitsch an. Gartenfreunde erfreuen sich am Anblick lustig dreinblickender Steinfiguren. Der Unterschied liegt im Auge des Betrachters.


Rolf lässt es heute gut sein mit diesem Thema. Kultur und Kitsch liegen hier offenbar dicht beieinander. Interessant war diese kleine tour d`horizon für ihn allemal..

 

(*) Textquellen: Wikipedia/ Gartenzwerg, /Phrygische Mütze, /Deutscher Michel

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