Langeweile – der ultimative Kick?

Nichts los. Im Stau stehen. Unterfordert. Langeweile kann elend sein. Was tun? Oder stimmt das gar nicht?

Langeweile als das höchste Glücksgefühl?

Ein interessierter Leser findet 1001 gute Ratschläge, was er gegen Langeweile tun kann. Langeweile ist „böse“, deshalb muss der Mensch diese Zeit totschlagen mit den genannten guten Vorschlägen.
Aber – das Herumhängen kann auch als angenehm empfunden werden. Friedrich Nietzsche meinte sogar, dass die Langeweile der Suche des Menschen nach dem höchsten Glücksgefühl entspricht. Und, Langeweile kann als Katalysator für neue Ideen verstanden werden.
Der Leser staunt. So hat er sich dieses Thema vielleicht noch gar nicht vorgestellt. Neue Ansichten machen neugierig. Dieser Text stillt Ihre Neugier …

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Langeweile als Katalysator für das nächste Unternehmen?

Update Oktober 2017. Die Freizeit

Den Text zum Update finden Sie weiter unten im Artikel.

Philosophen sind Menschenfreunde

Man mag seinen Augen nicht trauen, aber die Philosophen haben sich als Erste mit dem Begriff der Langeweile beschäftigt (*).
Die Ansichten beginnen bei dem Gefühl des Menschen, er befinde sich im Urzustand der Schöpfung (des Seienden), so wird Martin Heidegger zitiert. Dies kann ein interessanter Gedankenanstoß sein. Man tut nichts, im Menschen sammelt sich Energie an, und aus diesem Zustand heraus entsteht ein neues Schaffen. Der Geist nimmt sozusagen Anlauf für den nächsten Gedankensprung.

Dazu finden sich natürlich etliche Bemerkungen, die die Langeweile als teils unerträglichen Zustand des menschlichen Daseins brandmarken.

 

Die vielleicht interessanteste Notiz seitens der Dichter und Denker findet man bei Nietzsche. Die Darstellung im Wikipedia Artikel kann man dahingehend interpretieren, dass Nietzsche die Langeweile als eine Art höchsten Glückszustand verstanden habe (*).

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... gleich geht es wieder los.

Die Hängematte: Muße oder Langeweile?

Fairerweise muss man an dieser Stelle bemerken, dass wir die Muße, also die freie Zeit, im modernen Verständnis gegen die als negativ empfundene Langeweile abgrenzen. Das Herumhängen in der Hängematte hierzulande oder auf der Südseeinsel gilt uns als Muße, nicht als Langeweile. Nietzsches Interpretation lässt an dieser Stelle ausreichend Raum für Diskussionen zu diesem Begriffspaar.

Immerhin, einige bedeutende Geistesgrößen meinen, Langeweile habe einige positive Komponenten in sich. Und daraus könne der Mensch etwas machen. Für manchen modernen Menschen ist dies vielleicht ein neuer Aspekt.

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Abhängen in der Hängematte

Kinder können Auszeit genießen.

Der genannte Artikel (*) hält unter der Rubrik „Pädagogik“ eine weitere Überraschung bereit. Demnach wollen Kinder auch mit Genuss herumhängen und den lieben Gott den Tag gestalten lassen. Die Betonung liegt auf „genussreich“.

Erst die Eltern wollen demnach die Kinder „überbehüten“ und mit Aktivitäten überhäufen, sodass die Kinder diese freie Zeit nicht ausschöpfen können. Man kann den Ansatz so verstehen, dass aus freier Zeit eine natürliche Kraft entstehen kann, die wieder in neue Aktivitäten mündet. In dieser Hinsicht haben sich die alten Philosophen ähnlich ausgedrückt.
Die Message lautet dann: Langeweile zulassen und warten, bis ein neuer Antrieb von selbst entsteht. Ein interessanter Ansatz, der vollkommen kontrovers zu den sonstigen Wusel-Vorschlägen steht.

 

Die Aussagen aus der Soziologie zu dem Thema sind vielfältig und oft schon mehrfach kommuniziert worden. Auch der Ausdruck vom „Boreout“ isst nicht mehr ganz neu. Darunter wird eine Unterforderung im Beruf verstanden.

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Regentropfen beobachten

Zulassen als Challenge

Wenn nichts los ist, dann wird etwas losgemacht. So gilt die Standardregel. Zulassen ist schwieriger, dazu sind wir nicht angehalten worden. Den jungen Menschen in asiatischen Erziehungssystemen scheint es manchmal besser zu gehen als den Kindern im Westen. Sie werden zu Achtsamkeit und Geduld erzogen – so liest man zumindest. Vielleicht sollten wir einmal zur Abwechslung eine Idee abkupfern.

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In der Ruhe ...

Ruhe und Action im 7. Himmel

Die hinduistische Weltsicht hat diesen Zustand der Leere mit einer interessanten Variante versehen. Demnach ruht die Weltseele, des Brahma, selbstgenügsam in sich. Doch hin und wieder kommt der Gegenpol, die dualistisch veranlagte Natur daher. Sie tanzt den Schleiertanz (Maya) vor dem Selbst, und dieses wird wieder aktiv und gestaltet eine neue Welt.

Man kommt also durch einen Anreiz aus der Langeweile heraus. Die Frage ist, wer bringt die tanzende Verlockung zum Brahma? Es ist die Zeit, die das große Selbst wieder in Wallung bringt. Still und klar ruht der See des Selbst in sich, im „Milchozean“, und die Zeit bringt ihn wieder in Fahrt.

 

Was hilft also gegen Langeweile? Die Zeit. Kommt Zeit, kommt Tat. Also, einfach geschehen lassen. Abwarten und in der Hängematte schaukeln.


Die Freizeit

Freizeit gibt es erst seit dem Jahr 1823. In diesem Jahr wurde der Begriff von dem deutschen Pädagogen Friedrich Fröbel geprägt (*).
Freizeit steht für die arbeitsfreie Zeit. Sie dient ausschließlich der Erholung von den Mühen der Arbeit, jedenfalls in ihrer ursprünglichen Form.

Mit der Ausweitung der arbeitsfreien Zeit im Laufe der Industriegeschichte wurde der Erholungsgedanke ergänzt durch vielfältige Freizeitaktivitäten. Hobbys begleiten den modernen Menschen ebenso wie Abenteuerreisen oder auch der Rückzug in einen Yoga „Retreat“. Im Kontext mit der Freizeit gibt es im heutigen Leben kaum Platz für Langeweile.

 

 

(*) Textquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Freizeit


Warten auf die Welle

Surfen haben dieses Prinzip von warten und aktiv werden vollkommen verstanden. Sie wissen dass das Meer zyklisch bewegt wird. Also sitzen sie am Strand und beobachten die Wellen. Wenn nichts los ist machen sie Strandparty – oder nichts. Da kann eine „Weile“ lang dauern. Aber dann kommen die Wellen zurück, und  geht es wieder los …

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Catch a wave - warten auf die Welle

Das Optionen Menue

Was bleibt? Das Thema Langeweile ist nicht ganz ohne Relevanz für den Alltagsmenschen. Staus, Unterforderung und ein langweiliges Fernsehprogramm begleiten uns wie Naturgewalten.
Wir sind von Natur aus neugierig und immer auf der Suche nach etwas Neuem. Kurzweil vertreibt zwar die Zeit, aber auf die Dauer hilft nicht gegen die Langeweile. Was hilft dann? Ein genussvolles Aushalten von Momenten, in denen nicht los ist, so wie die Kinder es tun. Und daraus wieder etwas Neues entstehen lassen.
Ein interessanter Ansatz – und reichlich Raum für Diskussionen

Textquelle:

 https://de.wikipedia.org/wiki/Langeweile

 

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