Die Artussage im Schnell-Check

Also, die Begriffe hat man bestimmt schon Tausend Mal in seinem Leben gehört und gelesen.
Artus, Camelot, die Ritter der Tafelrunde. Dann fallen dem Freund alter Sagen noch das Schwert Excalibur und der Zauberer Merlin ein.
Wie hängen die Begriffe alle zusammen? Hier ist ein kurze Übersicht in circa fünf Leseminuten >>


Ein erster Überblick.

Zur Einstimmung.


Update November 2017. Der heilige Gral aus zwei Perspektiven.

Den Text zum Update finden Sie weiter unten im Artikel.

Artus, Merlin und Excalibur

Alles begann mit einem Schwert. Excalibur ist ein sagenhaftes Schwert, das Zauberkräfte besitzt. Es wurde von dem Druiden Merlin auf der Nebelinsel Avalon geschmiedet. Wer dieses Schwert aus einem Stein herauszieht, in das Merlin es getrieben hat, der wird König von England. Artus also gelingt dieses Kunststück, und er wird zum König ernannt.

Wer war König Artus? Wahrscheinlich eine erfundene Figur, eine Sagengestalt (*). Die Forscher müssen weit zurückblättern - bis um das Jahr 600 n. Chr. Die Römer hatten einst Teile von Britannien erobert. Später mussten sie sich zurückziehen. Verschiedene Stämme drängten in das Machtvakuum. Um das Jahr 600 soll ein Heerführer  Artus erstmals in Erzählungen erwähnt worden sein. Später erschien seine Gestalt als König in zahlreichen Romanen (*).

Camelot. Artus lässt sich der Sage nach eine Königsburg in Wales bauen – das berühmte Camelot. Dort ruft er die besten Ritter zu sich. Diese sitzen um einen riesigen runden Tisch  - die Tafelrunde.
Zahlreiche Forscher haben versucht, die Lage einer realen Burg Camelot ausfindig zu machen. Lag ein historisches Camelot etwa bei Newport in Wales?
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König Artus. Seine Burg Camelot in einer allegorischen Darstellung.
König Artus. Seine Burg Camelot in einer allegorischen Darstellung.

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Die Tafelrunde und der Gral

Zwölf Ritter sollt ihr sein. Die Zahl 12 spielt bei einigen Kommentatoren zur Tafelrunde  eine wichtige Rolle. Es werden allerdings auch andere Zahlen für die versammelten Mitglieder genannt. Zwölf erinnert einen Hobby-Mythenjäger sofort an den Zodiak, die 12 Sternkreiszeichen. Darauf kann man später noch einmal zurückkommen.

Worüber sprechen die Mitglieder der Runde? Sie beraten sich zum Beispiel über die Suche nach dem Heiligen Gral. Dabei geht es um ein Gefäß, das Wunder wirken kann. Ewige Jugend wird versprochen und ein ständiger Nachschub an Speisen (*). Das Wichtigste aber: Heilung für den kranken König >> Zum Thema Gral finden Sie weiter unten eine ausführlichere Darstellung.
Außerdem machen die Tafelritter Jagd auf ein seltsames Tier mit dem Kopf einer Schlange und dem Körper eines Leoparden. Davon liest man seltener. Schließlich jagen sie einen mythischen keltischen Eber (*).

Haben die Ritter auch etwas anderes zu tun, zum Beispiel kämpfen? Es gibt reichlich Gelegenheit zu kämpfen, und in einer der Schlachten wird Artus dann getötet. 

Excalibur – aus Meteoritenstein?

Der Druide Merlin soll das Schwert hergestellt haben.
Die Herkunft wird von manchen Sagenforschern auch mit der germanischen Gestalt von Wieland dem Schmied zusammengebracht. Dieser soll das Schwert aus Meteoritengestein geschmiedet haben.
Meteoriten wiederum werden in der Mineralogie in der Mehrzahl zu den Gesteinen gerechnet. Das Wort Excalibur soll sich aus den keltischen Wortteilen gebildet haben, die „aus Stein entstanden“ bedeuten können (*).


Das Schwert als Symbol

Wie kommt ein Schwert in einen Stein ohne dass der Stein oder das Schwert zerbrechen? Im Normalfall funktioniert ein solches Vorhaben nicht. Also mutmaßt der aufmerksame Science Fantasy Leser, dass es sich bei dieser Geschichte wieder einmal um ein Symbol handelt.

Das Schwert als Symbol steht für – Unterscheidungsvermögen. Die Klinge trennt einen Stoff in zwei Teile. Das Unterscheidungsvermögen kann zum Beispiel Gut und Böse voneinander trenne. Diese Fähigkeit trennt also Vorgänge oder Tatbestände in einen oder mehrere Komponenten auf.

Der König trat in alten Zeiten als Herrscher und Richter seiner Untertanen auf. Vom König erwartete das Volk die Fähigkeit Recht und Unrecht unterscheiden zu können.

Ein Mensch mit überdurchschnittlichem Unterscheidungsvermögen könnte in alten Zeiten zum König ernannt worden sein. Schließlich trägt Justitia auch ein Schwert.


Offene Fragen

  • Merlin. Man liest heute noch von Druiden-Vereinigungen im Norden Europas. Hat dort ein altes Wissen überlebt?
  • Die Nebelinsel Avalon. Was gibt es dort bei klarem Wetter zusehen? Warum heißt sie auch „die Apfelinsel“?
  • Die Kelten sind ein rätselhaftes Volk. Die Artussage soll auf keltische Erzählungen zurückgehen. Ein interessantes Thema, das ebenfalls noch viel Stoff bietet. Und was ist ein "keltischer Eber"?
  • Außerdem soll König Artus einen Riesen auf der Kanalinsel  Mont-Saint-Michel besiegt haben. Was hatte ein Riese dort zu suchen?

Und - abgesehen vom Unterhaltungswert eines Ritterromans – haben die dort dargestellten Werte auch noch eine Bedeutung für die heutige Zeit?

Eine erste Zusammenfassung

Das Stöbern in alten Sagen kann Spaß machen. Je mehr ein interessierter Leser sich mit der Geschichte um König Artus beschäftigt, desto mehr Querverbindungen eröffnen sich. Der Stoff bietet daher durchaus noch Möglichkeiten für spätere Erweiterungen dieses Textes. Mal sehen.

(wird fortgesetzt)

Ähnliche Texte auf dieser Webseite:

Lorely Sage. Nixen und Meerjungfrauen.
Mont-Saint-Michel. Springflut, Keltenerbe 

Was ist ein Mythos?

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Update November 2017. Der heilige Gral aus zwei Perspektiven.

Die Geschichte vom heiligen Gral bedeutet eine ziemlich harte Nuss. Dieser Text untersucht den möglichen Sinngehalt einmal als spannende Rittergeschichte. Dann sucht der Text ein Verständnis vom Kelch als Reliquie und der Formwandlung von Wein und Blut auf den Grund zu gehen.

Zwölf Freunde

Die Legende von der Tafelrunde  (*). Dem Land geht es schlecht. König Artus ist krank. Seine zwölf Minister, die Ritter der Tafelrunde, haben keine Ideen, wie sie die Dinge verbessern können. Frisches Blut muss her.

Eines Tages bewirbt sich Parzival, das Landei, bei Hofe. Der Mann ist ein bisschen beschränkt, aber er hat ein gutes Herz. Im Verlauf seiner Ausbildung wird er immer besser und reift zu einem Top Performer heran.
Der Gral soll Abhilfe aus dem staatlichen Dilemma schaffen. Alle Ritter verteilen sich in sämtliche Windrichtungen, um das geheimnisvolle Gefäß zu finden. Parzival schafft das schier Unmögliche. Der Gral wird ins Schloss gebracht. Der König wird wieder gesund, und alles wird gut.

Für die Fans von Rittergeschichten im Film und im Buch war das ein tolles Abenteuer. Man geht zufrieden nach Haus oder ins Bett und freut sich auf die nächste Geschichte.


Change!

Das Verständnis des Symbols „Kelch“ gestaltet sich als eine besondere Herausforderung.  Nach der christlichen Lehre soll Jesus am Abend vor seinem Tod aus dem Kelch mit seinen Jüngern getrunken haben. Am nächsten Tag hatte einer der Jünger das Blut aus einer Wunde des gekreuzigten Religionsstifters aufgefangen. Unter abenteuerlichen Umständen soll dieser Kelch dann von Kreuzrittern oder Mitgliedern des Ordens der Tempelritter nach Europa gebracht worden sein (*).

Der Kelch wird seit Jahrhunderten als eine Reliquie verehrt. Was ist eine Reliquie? Ein Gegenstand, der früher einer als Heilige/r verehrten Person gehört haben soll (*). Der Gralskelch hatte Jesus gehört, daher bedeutet er für die Anhänger dieses Weltbildes eine Reliquie. Andere Glaubensgemeinschaften kennen ebenfalls Reliquien in verschiedenen Formen.
Was bewirkt eine Reliquie? Sie hat heilende Kräfte. Jetzt ist der Bogen zum kranken König Artus wieder hergestellt. Artus war krank, und der Besitz des Gralskelches machte ihn wieder gesund.

Das war einfach zu verstehen, man muss nur daran glauben. Etwas deftiger ist die Bedeutung des sogenannten Formwandels. Der Wein beim Abendmahl wird sinnbildlich für die Gläubigen in das Blut des Christus verwandelt. Was hat der Kirchenbesucher davon? Er bekommt ein Gefühl wie im siebten Himmel.
Die Erklärung geht auf den altgriechischen Denker Aristoteles zurück (*). Demnach können Menschen unter bestimmten Umständen einen Kontakt mit der Schöpfung, dem Sein, aufnehmen. Gläubige Menschen aus allen Religionen werden beschrieben, die solche Verbindungen hergestellt haben.  Die Reliquien, hier der Kelch, gelten als Identifikationsobjekt, das dieses besondere Empfinden fördert. Der Gral bedeutet demnach ein Hilfsmittel, um zu einem bestimmten, religiös ausgelösten Hochgefühl zu kommen. 

Wahrscheinlich muss man über die Zusammenhänge noch etwas nachdenken.  Meistens kommen dann weitere Ideen zum Thema hinzu.
(wird fortgesetzt).

 

(*) Textquellen zum Thema „heiliger Gral“:
Wikipedia/ heiliger Gral, /Transsubstantiation, /Reliquie

alternate takes

Die Topics der Artussage
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Wo liegt die Nebelinsel Avalon?
Wo liegt die Nebelinsel Avalon?

Wo liegt das Grab des Königs Artus? Wo ist das Schwert Excalibur geblieben?
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