Mount Rushmore – heiliger Berg und Halle der Aufzeichnungen

Bedeutende Menschen bekommen oft große Denkmäler gesetzt. Ein solches Denkmal wird als Monument bezeichnet.

Gleich vier amerikanische Präsidenten sind auf einem Felsen im US-Bundesstaat South Dakota in riesenhaften Steinporträts verewigt. Und im Hintergrund befindet sich eine Aussparung, die „Halle der Aufzeichnungen“ genannt wird. Freunde der Pyramidenkunde werden nun aufhorchen. Der Text gewinnt an Fahrt.

zur Orientierung
zur Orientierung
Das Bild zeigt den Mount Rushmore in Dakota/ USA.
Heilige Berge in Dakota, Olymp, Kailash und Kloster Andechs – ein sehr interessantes Thema.

Der Berg hieß nicht immer so. Die „Weißen“ haben ihn nach einem Landbesitzer benannt, der einst hier Gold schürfte. Die amerikanischen Ureinwohner sahen in der Anhöhe einen heiligen Berg. Sie sind über die monumentalen Büsten offenbar nicht erfreut (*).

Geschäftstüchtige Geschichtswissenschaftler trifft ein Leser eher selten im Internet. Ein amerikanischer Historiker hatte Mitte des vorigen Jahrhunderts die Idee, seine nähere Heimat durch Touristeneinnahmen zu beleben. Riesige Standbilder von Westernhelden sollten für den Einnahmestrom sorgen. Politischer Backup aus Washington brachte das Projekt in Fluss. Die Westernhelden wurden durch Präsidenten ersetzt, und das Unternehmen war finanziell gesichert. Im Jahr 1941 war das Projekt abgeschlossen (*).

In the year 2525

Hinter den gewaltigen Köpfen aus Stein befindet sich eine kleine Kammer. Dort sind Unterlagen aufbewahrt, die die Geschichte des Mount Rushmore Monuments erzählen. Die Nachwelt soll erfahren, warum diese vier Präsidenten für das Denkmal ausgewählt wurden. Außerdem wird die Geschichte der Errichtung des Monumentes erzählt. Die Idee erinnert frappierend an die sagenhafte Halle der Erinnerungen, die unter den Pyramiden von Gizeh vermutet werden. Zur Sicherheit werden die Dokumente offensichtlich unter Glas und zusätzlich in einem kräftigen Tresor verwahrt.

Der heilige Berg ruft

South Dakota ist den Freunden von Wildwest Filmen durch den Namen der Stadt Laramie bekannt. In diesem Gebiet lebten ursprünglich die Indianer des Stammes der Lakota. Einer ihrer Vorfahren unternahm der Legende nach einst eine spirituelle Reise in das Gebiet des heutigen Mount Rushmore (*). Daher gilt der Berg bei den Indianern als heilig.


Was ist ein „heiliger Berg“? In der Regel gilt er als ein Wahrzeichen für die Erschaffung der Welt (*). Die hinduistische Kosmogonie kennt zum Beispiel die Geschichte vom Kailash. Er steht als Symbol für die Erschaffung der Welt durch die Götter. Sie verwendeten einst eine riesige Schildkröte, auf deren Rücken sie den Milchozean verquirlten. Als Ergebnis trat die Erde hervor, und mit ihr der heilige Berg. 

In Europa ist der Olymp als heiliger Berg bekannt. In Deutschland wurde das Kloster Andechs auf dem heiligen Berg Bayerns errichtet. 

Heilige Berge liegen oft über Erdspalten oder Vulkanöffnungen, die bewusstseinserweiternde Dämpfe ausstoßen können, wie bei dem Orakel von Delphi vermutet wird. Sie können sich auch über Thermalquellen befinden, die die Gesundheit fördern. Solche Erhebungen können weiterhin als  Lagerstätte für Bodenschätze oder als Wetterscheide dienen. Heilige Berge können demnach eine vielfältige Bedeutung für die Einwohner der jeweiligen Region haben.

Fazit. Von der Touristenattraktion über das politische Denkmal bis hin zum Endpunkt einer spirituellen Reise – der Mount Rushmore weiß viele Geschichten zu erzählen. 

Die Ruinen der Gebäude des „Orakels von Delphi“
Die Ruinen der Gebäude des „Orakels von Delphi“

(*) Textquellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mount_Rushmore_National_Memorial
https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliger_Berg

 

Ähnliche Texte auf dieser Webseite:
Die größten Inseln der Welt
Wahrzeichen der Welt

Anzeige