Moose haben ein Geheimnis

Moose Pflanze Genügsamkeit Gartenfreunde Gartenwege entfernen Botanik Moosgebiet Murnauer Moos Ohne Moos nichts los Das „Ewige Meer“ in Ostfriesland

Herr Heinrich sitzt am Vogelherd. Doch heute sind alle Vögel ausgeflogen. Gelangweilt schweift sein Blick auf ein Stück Moos.
Moos – was gibt es darüber schon zu sagen? Ein Geheimnis, vielleicht?

Update April 2017. Hochmoor-Gebiete

Den Text finden Sie am Ende des Artikels.

Der resistente Überlebenskünstler

Heinrich holt sein Tablet hervor und tippt den Suchbegriff auf Wikipedia ein. Er liest, er liest – und wischt sich mit einer ungeduldigen Geste das Haar aus der Stirn.

 

Wow – Moos, der Alleskünstler. Wer hätte das gedacht?
Selbst die Biologen haben dieses eine, bestimmte Geheimnis des Mooses noch nicht gelöst. Welches?

Die Resistenz gegen vorzeitiges Austrocknen.

 Verschaffen Sie sich in fünf Leseminuten einen Überblick zu diesem unscheinbaren Stück Natur. Lassen Sie sich entführen …

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Gartenpflege

Die Gartenfreunde scheinen diese Landpflanze nicht besonders zu mögen. Auf den ersten Blick liest man im Internet von Hausmitteln, die angeboten werden, um die ungeliebte Pflanze von den Gartenwegen möglichst einfach zu entfernen.

Warum ist das Moos in einem Garten eher unerwünscht? Der Garten sieht dann weniger gepflegt aus, so liest man. Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Man lässt den Gartenliebhabern also ihre Ansicht zum Thema Moos.

Welchen Eindruck hinterlässt das Moos bei dem unbedarften Spaziergänger in der freien Natur?

Yogi Moos

Moose können sehr genügsam sein. Sie gedeihen auch auf Felsen und anderem nährstoffarmen Untergrund (*). Wieso trocken sie an solchen sonnenintensiven Stellen nicht aus? Das ist genau das Geheimnis. Wir haben diesen Mechanismus noch nicht entdeckt.

Das klingt sehr überraschend. Etwa fünf Prozent der Erdoberfläche sind von Wüsten, also vegetationsarmen Gebieten, bedeckt (*). Mit dem Schlüssel zum Geheimnis der Moose und ihrer Resistenz gegen das frühzeitige Austrocknen ergeben sich theoretisch umfassende Anbau-Optionen.

Es ist schon ein Wunder, das es der  Wissenschaft bisher nicht gelungen, dieses Geheimnis zu enträtseln.

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Die Biologie

Nach der Schule hat der junge Mensch, sofern er nicht Biologie studiert, eher wenig mit Moos zu tun.
Er erfährt nach einem Blick in das digitale Lexikon Wikipedia dann auch, dass die Pflanze in der Mehrzahl aufgeführt wird: Moose (*).

 

Moose brauchen Wasser zur Fortpflanzung. An Stellen, an denen der Wanderer Moose findet, ist es also immer feucht.
Bei Wassermangel in der näheren Umgebung behelfen sich die Pflanzen durch Bildung von Millionen von Sporen. Sie haben ein Backup Medium entwickelt.

 

Wir können so etwas nicht.

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Moose sind einfach aufgebaut. Einfach ist gut, denn der Mensch könnte diese Strukturen mit wenig Aufwand nachbauen und für seine Zwecke nutzbar machen. Gibt es schon die Bionik, die auf Moosen basiert? 
Ja, Fassaden in den Großstädten sollen mit Moosen begrünt werden. 

Für einen Botaniker sind diese Erkenntnisse nichts Besonderes. Für den interessierten Laien, der bei seinem Spaziergang eine Pause macht, können solche  Beobachtungen einen Anlass zum Nachdenken geben. Mit allen Sinnen leben – an dieser Stelle wird es philosophisch.

Und was ergibt der praktische Aspekt?

Moose als Nahrungsmittel?

Kann der Mensch sich von Moosen ernähren? Dies wäre eine phantastische Lösung im Hinblick auf das Verhältnis von Input an Energie und Output an Nährstoffen. Moos benötigt relativ wenig Energie, um seinen eigenen Grundumsatz aufrechtzuerhalten.

Unter diesem Gesichtspunkt würde sich die Mitnahme von Moosen zum Beispiel in Raumschiffen anbieten. Geringer Platzbedarf und genügsame Energieaufnahme gehen einher mit kostengünstigen Versorgungswerten. Man könnte die Moose gleich auf den Marskolonien züchten und somit die Grundernährung der Pioniere sicherstellen.

Gleich ergibt sich die Hauptfrage: Wie hoch ist der Nährwert einer Einheit Moos?

Leider scheinen die Moose einen eher geringen Nährwert zu besitzen. Außerdem werden sie als weitgehend ungenießbar bezeichnet.

Der Fantasie im Hinblick auf entsprechende Einsatzmöglichkeiten wird scheinbar an dieser Stelle Grenzen gesetzt.

Gute Chancen für die Zukunft

Zu seligen Hippie Zeiten gab es ein Gesangs-Duo namens Zager & Evans. Sie hatten damals einen Nummer-Eins Hit mit dem Titel „In The Year 2525“. Es ging um einen möglichen Weltuntergang.

 

Moose steht ein solches dystopisches Ereignis eher problemlos durch. Diese Pflanzen existieren seit 400 Millionen Jahren. Sie haben manche Klimakatastrophe überstanden. 

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Das berühmte Sprichwort ...

Der Ausspruch „Ohne Moos nichts los“ hat nichts mit der Pflanze zu tun. Das Wort „Moos“ in diesem Zusammenhang soll aus der jüdischen Sprache stammen und Geld bedeuten (*). 

Hochmoor-Gebiete

Wo kann ein interessierter Mensch größere Moosgebiete in Deutschland kennenlernen? Am besten in Hochmoor-Gebieten, so lautet die Empfehlung.
Nach etwas Recherche werden zwei solcher Gebiete gefunden.
Das Murnauer Moos in der Umgebung von Garmisch-Partenkirchen wird als das größte zusammenhängende Moorlandschaft in Mitteleuropa bezeichnet (*). Es umfasst eine Fläche von mehr als 30 Quadratkilometer. Nach eine kleinen Suche auf Google finden sich schnell weitere Erläuterungen und auch Hinweise auf Wanderwege.

Das „Ewige Meer“ in Ostfriesland ist laut Wikipedia der größte Hochmoorsee Deutschlands (*). Dort liegt ein ausgedehntes Naturschutzgebiet bei den Landkreises Wittmund und Aurich (*). 


Fazit - was bleibt?

Staunen im Alltag. Jeder weiß, was Moose sind. Aber es erstaunt schon, dass die Wissenschaftler ein Geheimnis dieser einfachen Pflanzenform noch nicht entschlüsselt haben.

Dieses Geheimnis „prickelt“ natürlich. Das Thema von der Resistenz gegen vorzeitige Austrocknung könnte man glatt an „Jugend forscht“ weitergeben.

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