Transhumanismus. Superman oder der Terminator in uns?

Ich rede, also bin ich. Öfter mal etwas Neues. Ein alter Lateiner, Cicero, soll sich in dieser Form ausgedrückt haben. Demnach unterscheidet sich der Mensch vom Tier in erster Linie durch die Sprache (*).

Später ist aus dieser Denkweise der Humanismus entstanden. Und die modernen Humanisten haben den Transhumanismus erfunden. So, jetzt ist der Kreis geschlossen. Transhumanismus, das heißt, jeder kann ein Supermann oder eine Superfrau sein.

Wie soll das gehen? Mal sehen >


Updates

Update April 2018. Der Homunkulus, das „Menschlein“

April 2018. Transhumanismus als Filmthema.

Die Texte zu den Updates finden Sie am Ende des Artikels.


Humanismus macht Spaß, besonders wenn einer gern liest. Vor der Erfindung des Humanismus herrschte dieser schlimme scholastische Lehrbetrieb. Menschen wie du+ich wurden einfach dumm gehalten. Das Wissen wurde monopolisiert.

Dann kam Herr Petrarca, um das Jahr 1300. Er wird als ein Mitbegründer der Renaissance betrachtet. Renaissance heißt übersetzt: Wiedergeburt. Was wurde wiedergeboren? Das Bildungsideal der alten Griechen. Was hatten diese Leute Besonderes zu bieten? Bildung, Wissen, Kultur und zum  Beispiel die Lehre von der Rhetorik – siehe Cicero. Alle diese Bestrebungen werden von den Humanisten als Mittel zur Selbstverwirklichung betrachtet.

Der Ansatz kann gefallen. Ein Mensch, der sich in seinem Leben selbst verwirklichen kann, der hat eine gute Chance auf ein glückliches Leben. Die Humanisten werden zunehmend sympathischer.


Jenseits von

Die Ausführungen im Netz zum Thema Humanismus sind lang und tief. Das Thema soll aber der Transhumanismus sein. Dieses Wort bringt einige Problem mit sich. Es wird im Alltag eher weniger verwendet. Also muss man im Lexikon nachsehen (*).

Es geht beim Transhumanismus nicht allein um Philosophie. Das macht Mut, denn Philosophie kann sich thematisch in eine rosa Wolke verflüchtigen. Mitunter will der Durchschnittsmensch aber auch über etwas Anfassbares diskutieren. 

Die Denkrichtung des Transhumanismus soll auch technische Anwendungen beinhalten. Apps sozusagen. Apps haben Vorteile, sie können zum Beispiel der Informationsgewinnung dienen. Eine Landkarten App bringt den User einigermaßen gut an das Ziel seiner Autofahrt. 



Der anfassbare Transhumanismus hat aber sehr viel mehr zu bieten, zum Beispiel

  • Medizinische Hilfsmittel
  • Schnittstellen zum Computer
  • die Aussicht auf eine super Intelligenz.

Medizinische Hilfsmittel leuchten sofort ein. Wenn ein Mensch durch einen Unfall Gliedmaßen verliert, dann kann die moderne Medizin die eingeschränkte Funktionalität des Körpers bis zu einem gewissen Grad wiederherstellen. Moderne Prothesen sind ein Beispiel. Herzimplantate, künstliche Hüftgelenke und viele andere Beispiele werden in der Presse beschrieben. Transhumanismus bedeutet also in diesem Bereich, dass der Mensch sich über seinen – eingeschränkten – Körperbereich hinaus wieder bewegen kann.

Was ist eine Gehirn-Computer-Schnittstelle? Es handelt sich um Produkte aus der Neurotechnik (*)? Am Kopf werden Apparaturen angeschlossen, die die Nervenimpulse des Gehirns in verschiedene Aktivitäten umsetzen. Der verstorbene Physiker Stephen Hawkins konnte auf diese Weise mit einen Laptop schrieben und mit der Umwelt kommunizieren.



Intelligenzbolzen

Weiter gibt es im Bereich des Transhumanismus den Ausdruck der Superintelligenz. Dabei geht es wohl um eine Art von „Maschinenmenschen“. Cyborgs, Androiden und andere Einheiten sollen uns in bestimmten Wissensgebieten unterstützen. Sie können uns auch schon überlegen sein. Schachroboter sind dem Zeitungsleser geläufig. Ach im Brettspiel Go soll eine Maschine den menschlichen Weltmeister geschlagen haben. Und am Ende steht der Terminator wie im Film mit Arnold Schwarzenegger vor der Haustür?
Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens warnen vor ausufernden Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz. Sie könnten uns eines Tages übertrumpfen. Dann stehen wir wieder mindestens so dumm da wie zu Zeiten des scholastischen Lehrbetriebs. 



Da kratzt sich der Freund des Humanismus im Nacken. Jetzt haben wir alle diese schönen Errungenschaften wie Bildung und Freidenkertum endlich geschaffen. Und nun überholen wir uns selbst mit diesen Denkrobotern.
Was nun? Sollen wir einfach aufhören weiter zu forschen? Oder haben wir eine gute Idee, wie wir die Superintelligenz in Schach halten?

Da sind gute Fragen. Jedenfalls ist die Welt nicht langweilig.

(*) Textquellen:
Wikipedia/ Transhumanismus, / Renaissance-Humanismus, /Brain-Computer-Interface

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Update April 2018. Transhumanismus als Filmthema

Hollywood nimmt manche Zukunftsaussichten vorweg.

Bei dem „Robocop“ scheint die Sachlage eindeutig zu sein. Das Gehirn und andere Körperteile eines Toten werden in einen Roboter übertragen. Dieser „Maschinenmensch“ wird nun als Polizist eingesetzt. Allerdings fehlen im weitgehend menschliche Regungen, sprich Gefühle.
Die erste Version des Robocop erschien bereits im Jahr 1987 in den Kinos, also weit vor der aktuellen Diskussion um das Thema „Transhumanismus“.

In dem Film „iRobot“ rebellieren künstliche Helferlein des Menschen gegen ihre Schöpfer. Die Direktverbindung zu einem zentralen Computer hält die Roboter normalerweise unter Kontrolle. Bis dann eines Tages etwas schief läuft. Das Zentralgehirn versucht die Macht über die Maschinen zu übernehmen. Die humanoiden Hollywood Helden siegen jedoch. Genau dieses Problem des möglichen Kontrollverlustes über die künstliche Intelligenz scheint prominente Kritiker dieses technischen Fortschrittes zu beunruhigen.


Man kann jetzt noch nachsehen, ob die Werke von Fritz Lang mit dem Film  „Metropolis“, die Figur des Frankenstein und die Sage vom mittelalterlichen Golem bereits Vorboten dieser Denkart waren.

Ein Blick in die andere Richtung hat auch seine Reize. Welche Bilder wird uns Hollywood in seinen kommenden Sci-Fi Filmen zum Thema Transhumanismus zeigen?


Update April 2018. Der Homunkulus, das „Menschlein“

Jedes Ding hat zwei Seiten.

Die Idee des künstlichen Menschen ist nicht neu. Bereits im dunklen Mittelalter ging manchen Alchimisten ein Licht auf. Sie dachten, dass die Mechanismen der Natur auch künstlich nachgestellt werden können. Das Ergebnis war der Homunkulus (*). Ein Hirngespinst?

Alchimisten gelten einigen Freidenkern als die Vorgänge der modernen Forscher. Beim Nachdenken kamen sie wahrscheinlich auch auf den Gedanken, dass nicht jede technische Neuerung nur Vorteile für die Menschheit haben könnte. Die Dualität des menschlichen Geistes wurde in jenen Zeiten als Ambivalenz bezeichnet (*). Der Homunkulus war ein Sinnbild dieser zweischneidigen Gedankenwelt.

Alte Römer und Griechen, aber auch bekannte Namen wie Paracelsus tauchen in den Diskussionen um den „kleinen Mann im Ohr“ auf. Auch Goethe hätte gern ein Menschlein gezüchtet, so liest der erstaunte Bürger (*).

Was wurde real geleistet? Fehlanzeige. Der Golem und sein Pendant Frankenstein blieben literarische und filmische Gestalten. Erst die Genetiker und die Informatiker der Gegenwart haben Methoden entwickelt, über die seit 2000 Jahren nachgedacht wurde. Allerdings geht es jetzt rasant voran.
Fortschritte in der Gentechnologie, die Entwicklung von Biosensoren und die Anfänge der Erzeugung von synthetischem Leben gehen am Durchschnittsbürger meist unbemerkt vorbei. Unter den Fachleuten gelten diese Wissenschaftsbereiche als Schlüsseltechnologien. Möglicherweise wird der Homunkulus der nahen Zukunft einfach ohne eine Neigung zu Heuschnupfen geboren. Dazu braucht es dann nur eine völlig unspektakuläre genetische Schere. Diesen Vorgang hatten sich Paracelsus, Goethe und Co wohl eindrucksvoller vorgestellt.

Das Erstaunen reicht nicht aus. Ob durch Hollywood oder durch Goethe, wir waren vorbereitet. Die Zauberlehrlinge müssen schnell ihren Meister machen.

 

(*) Textquelle: Wikipedia/ Homunkulus

 

(wird fortgesetzt).

Ein erstes Resumee (Klick > größer)

(wird fortgesetzt).


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