Was ist ein „richtiger“ Predator?

Aug` in Aug` mit dem Predator

Das Fernsehen ist schuld. Im Spätprogramm lief „Alien vs. Predator“. Alien ist klar, den kennt der Kinofreund. Aber was ist ein Predator? Es hilft nur der Blick in das digitale Lexikon.

Ungeheuerliches tut sich auf. Der Löwe, der König der Tiere ist ein Predator. Dazu gehören ebenfalls die Wanderameisen, die Bakterien im Kuhfladen – und natürlich der Mensch. So sagen die Biologen.
Eigentlich hatte man eine Antwort  aus dem Vokabular der Science-Fiction erwartet. Aber gut, da man nun einmal den Artikel über „Prädatoren“ aufgeschlagen hat kann an auch gleich weiterlesen. Man glaubt es nicht …



Raubtiere und Organismen

Ein Prädator, so die deutsche Schreibweise der Biologen, ist ein Organismus (*). Diese Bezeichnung kann eingefleischte SciFi Fans nicht erschüttern. Das kennt man aus dem Film „Blob- Schrecken ohne Namen“ mit Steve McQueen in der Hauptrolle.
Prädatoren können aber schon auch richtige Raubtiere sein. Der Adler, der König der Lüfte, ist ein Beutegreifer und somit ein Prädator (*). Ebenso der Löwe und alle Tiere, die wir aus den TV-Tierdokumentationen kennen – und die Beute machen.

Haben die Drehbuchautoren in Hollywood nicht richtig aufgepasst? Der Ur-Predator aus dem Film mit Arnold Schwarzenegger ist doch ein außerirdischer Jäger. Die Gestalten aus dem Film „Alien vs. Predator“ legen ihre Reifeprüfung ebenfalls im Kampf gegen die Aliens in der unirdischen Pyramide in der Antarktis ab. Aber die Film-Predators verzehren ihre Beute nicht. Wer hat jetzt Recht – die Biologen oder Hollywood?

Der Blob – ein Schrecken mit einem seltsamen Namen
Der Blob – ein Schrecken mit einem seltsamen Namen

Bildquelle: Clker-Free-Vector-Images/ https://pixabay.com/de/schleim-monster-blob-gr%C3%BCn-41294/



Jäger und Parasiten

Die Biologen sind sich uneins, was ein Prädator ist. Es werden zwei grundsätzlich  unterschiedliche Begriffsvarianten angeboten (*):

  1. Er ist ein Jäger und er tötet seine Beute. Dementsprechend trägt er Beißzähne, Krallen und ähnliches Fanggerät.
  2. Er ist ein Parasit. Der Prädator gewinnt, die Beute geht leer aus. Der Parasit als Räuber kennt kein Win-Win Verhältnis.

Im weiteren Text überrascht eine Aussage über die Größenunterschiede. Ein Räuber ist in der Regel dem Beutetier an Größe überlegen. Parasiten sind clever. Sie machen sich klein, wenn sie zubeißen. Einige Räuber töten ihre Beute nicht sofort. Man kennt diese Bilder von Orcas, die Robben durch die Luft wirbeln. Am Ende wird die Beute dann aber gefressen.

Die glänzende Idee der Koevolution

Ein Lebewesen will nicht gefressen werden. Wird ein Tier geschlagen, dann lernen die überlebenden Mitglieder aus dem Desaster, das ihrer Population widerfahren ist. Sie entwickeln veränderte Verhaltensmaßnahmen oder neue Waffen. Der Triceratops schleppt nicht umsonst dieses gewaltige Rückenschild mit sich herum. Und das Nashorn hat sich irgendwann in der Vergangenheit überlegt, ob sich die Investition eines nachwachsenden Horns im Kampf gegen die Löwen lohnen wird.

Im Film ist das ebenso. Die Invasoren werden am Independence Day von den Erdlingen nach langen Kämpfen zurückgeschlagen. Eines Tages kommen die Aliens wieder. Aber die Menschen haben dazugelernt. Neue Waffen befinden sich im Arsenal, und die Marsmenschen müssen erneut das Weite suchen. Das nennt sich Koevolution.



Monopole und Schwarmverhalten

Der Champion in der Sektion Prädator wird Spitzenprädator genannt (*). Der Löwe wird mitunter als ein solches Exemplar bezeichnet. Er kennt keinen wirklichen Feind. Allerdings darf es auch nicht allzu viel von seiner Gattung im Revier geben. Sonst reicht die Beute quantitativ nicht aus.

 

Manche Lebewesen haben sich sehr gut in ihrem Ökosystem eingerichtet. Kuhfladenkäfer können sich offenbar konkurrenzlos in ihrem Fladen bedienen (*). Auch Wanderameisen haben sich ein erfolgreiches System ausgedacht. Auf ihren Raubzügen bilden sie Schwärme von Hundertausenden von Mitgliedern. Da kann der Jaguar nur das Weite suchen.

Wo bleibt der Mensch?

Er ist ein omnivorer Räuber. Ein Allesfresser. Steaks, Spinat, Pizza, Gummibärchen – alles kein Problem. Der Mensch kommt überall zurecht. Da haben es die reinen fleischfressenden Zoophagen wie der Löwe schon schwerer. 

Ist der Predator aus dem Film omnivor oder zoophag? Man weiß es nicht. Er wird bei nicht der Nahrungsaufnahme gezeigt. Der Predator im Film ist ein Trophäenjäger.

 

 

 

Bildquelle: jarmoluk/ https://pixabay.com/de/der-leiter-der-eber-wildschwein-436505/ 



(*) Textquellen:
Wikipedia/ Predator, /Koevolution, Spitzenprädator
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Möwen Predator siehe unten

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